Weimar lehnt Kufiyas-Demo an KZ-Gedenkstätte ab – und bietet alternativen Ort an
Die Stadt Weimar lehnt eine umstrittene propalästinensische Aktion am Gedenkwochenende zur Befreiung des NS-Konzentrationslagers Buchenwald im Umfeld der heutigen Gedenkstätte ab.
Der Protestgruppe seien aber Alternativen für ihre Demonstration angeboten worden, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung. Dabei gehe es um Orte zwar innerhalb des Stadtgebiets, aber außerhalb des Ettersbergs. Auf dem Höhenzug bei Weimar hatten die Nationalsozialisten das Konzentrationslager Buchenwald errichten lassen.
Vertreter der Stadt hatten demnach am Dienstag bei einem sogenannten Kooperationsgespräch mit der digital zugeschalteten Anmelderin der Kundgebung zwei Alternativorte in der Stadt selbst angeboten.
Rückmeldung am Donnerstag erwartet
Bei dem Gespräch sei deutlich gemacht worden, dass die Versammlung im unmittelbaren Bereich der Gedenkstätte nicht möglich sei. Bis Donnerstagmittag hat die Gruppe demnach Zeit, sich zu positionieren. Zuerst hatte der MDR über das Gespräch berichtet. Auch die Gedenkstätten-Leitung selbst hatte die Protest-Pläne bereits scharf verurteilt.
Hinter der zur Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ gehörenden Protestaktion steht eine linksextremistische und propalästinensische Gruppierung. Sie gehört zu einem Netzwerk, deren Akteure laut Verfassungsschutzbericht 2024 direkt oder verklausuliert etwa den Terrorismus der radikal-islamistischen Hamas befürworten.
Streit um Palästinensertuch
Hintergrund für den am 12. April geplanten Protest ist ein Streit um das Tragen von Palästinensertüchern („Kufiyas“) auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte. Zur Befreiungs-Gedenkfeier im April vergangenen Jahres wurde einer Frau der Zutritt zum Gelände verweigert, weil sie mit einem Palästinensertuch nach eigenen Angaben gegen die Unterstützung der israelischen Politik protestieren wollte. Die Frau klagte daraufhin erfolglos vor Gericht.
Die „Kufiya“ wird oft als Symbol des palästinensischen Widerstands interpretiert – das Kleidungsstück steht aus Sicht etwa verschiedener jüdischer Organisationen mitunter auch für militante und terroristische Bewegungen.
Source: welt.de