Freihandel: EU und Australien einigen sich hinauf Freihandelsabkommen

Die Europäische Union und Australien haben sich rund acht Jahre nach dem Beginn erster Verhandlungen auf ein Freihandelsabkommen verständigt. Das teilten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Premierminister Anthony Albanese in der australischen Hauptstadt Canberra mit.

Die EU-Kommission teilte mit, das Abkommen werde 99 Prozent der bisher bestehenden Zölle auf EU-Waren abschaffen, darunter auf Wein, Obst, Gemüse und Schokolade. Damit entfielen für Unternehmen eine Milliarde Euro an Zöllen pro Jahr. Man rechne damit, dass die EU ihre Exporte nach Australien in den kommenden zehn Jahren um ein Drittel steigern könne.

Nach Australien werden aus der EU unter anderem Industrieerzeugnisse exportiert, während in die andere Richtung vor allem mineralische Rohstoffe und Landwirtschaftsprodukte gehen. Mit dem neuen Freihandelsabkommen sollen neben Zöllen weitere Handelshemmnisse abgebaut werden. Unternehmen können so auf Kosteneinsparungen und zusätzliche Absatzmöglichkeiten hoffen.

Inmitten internationaler Spannungen gingen die Verhandlungen voran

Im Jahr 2023 waren die Verhandlungen zwischen Australien und der EU zunächst zum
Stillstand gekommen, vor allem aufgrund von Meinungsverschiedenheiten
über EU-Quoten für Fleischimporte und Schutzmaßnahmen für den
Agrarsektor. In jüngster Zeit kam jedoch wieder Bewegung in die Verhandlungen – gerade wegen internationaler Spannungen und weltweiter Zollstreitigkeiten. Im Januar hatte die EU bereits ein Freihandelsabkommen mit Indien unterzeichnet.

Zudem bauen Australien und die EU ihre Zusammenarbeit im Sicherheits- und Verteidigungsbereich aus, wie die australische Regierung mitteilte.

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