Krieg im Iran: Iran führt nachher eigenen Angaben keine Gespräche mit den USA
Der Iran hat Aussagen von US-Präsident Donald Trump über Gespräche zwischen beiden Staaten als Falschmeldung zurückgewiesen. „Es haben keine Verhandlungen mit den USA stattgefunden“, schrieb der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Kalibaf auf X. Mit der falschen Behauptung versuchten die USA, „Finanz- und Ölmärkte zu manipulieren“, teilte er mit.
Auch das iranische Außenministerium wies die Angaben des US-Präsidenten zurück. Ein Außenamtssprecher teilte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna jedoch mit, dass der Iran in den vergangenen Tagen Nachrichten über „befreundete Länder“ erhalten habe, die auf eine Bitte der USA um Verhandlungen zur Beendigung des Krieges hindeuteten.
Trump hatte zuvor behauptet, die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner hätten Gespräche mit einem iranischen Vertreter geführt und der Iran sei an einem Abkommen mit den USA interessiert. Wegen des nach seinen Worten „guten und produktiven“ Austauschs verlängerte der US-Präsident ein Ultimatum, das er dem Iran für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus gestellt hatte.
Anleger reagierten erleichtert auf die Verlängerung des US-Ultimatums. Unmittelbar nach dieser Ankündigung sank der Ölpreis um mehr als zehn Prozent. Die europäischen Börsen reagierten mit deutlichen Kursgewinnen.
US-Demokraten werfen Trump Kontrollverlust vor
Die Straße von Hormus, eine Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran, ist seit Beginn des US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran für einen Großteil des internationalen Schiffsverkehrs faktisch gesperrt. Durch sie wird rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports abgewickelt.
Die Blockade sowie iranische Angriffe auf Öl- und Gasanlagen in der Golfregion infolge der Angriffe der USA und Israels auf den Iran ließen die Öl- und Gaspreise weltweit in die Höhe schnellen. Trump steht vor allem wegen seinen widersprüchlichen Aussagen zur Öffnung des Meeresabschnitts zunehmend unter Druck.
In der vergangenen Woche hatte er unter anderem gefordert, Verbündete sollten Kriegsschiffe in die Meerenge entsenden. Später behauptete der Präsident, die USA würden die Öffnung der Straße von Hormus selbst erreichen. Am Wochenende dann drohte der Präsident dem Iran mit der Zerstörung seiner Energieanlagen, sollte das Land die Straße von Hormus nicht öffnen.
Mehrere Demokraten werfen dem US-Präsidenten vor, keinen klaren Kurs für ein Ende des Krieges oder die Öffnung der Meerenge zu haben. „Er hat die Kontrolle über den Krieg verloren und gerät in Panik“, sagte der demokratische Senator Chris Murphy aus Connecticut. „Trump hat keinen Plan, wie er die Straße von Hormus wieder öffnen kann“, teilte der demokratische Senator Ed Markey aus Massachusetts mit.
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