Iran-Liveblog: ++ Iran dementiert Verhandlungen mit den USA ++
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Iran hat die Behauptung von US-Präsident Trump dementiert, es gebe Verhandlungen zwischen beiden Ländern. Israels Militär hat mit einer neuen Angriffswelle auf Teheran begonnen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland vor, den Iran-Krieg durch die Weitergabe von Geheimdienstinformationen zu verlängern. Es gebe weitere Belege dafür, dass Russland der iranischen Führung weiterhin mit Geheimdienstinformationen helfe, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft unter Berufung auf den ukrainischen Militärgeheimdienst HUR. Details nannte er nicht. Der russische Krieg dürfe nicht von der geopolitischen Lage und solchen Krisen-Ölpreisen profitieren, sagte der ukrainische Präsident.
Die umstrittene UN-Sonderberichterstatterin für die Palästinensergebiete, Francesca Albanese, hat Israel und seine Unterstützer erneut scharf angegangen. Folter sei in Israel „faktisch zur Staatspolitik“ geworden“, sagte Albanese vor dem UN-Menschenrechtsrat bei der Vorstellung eines Berichts. „Israel hat faktisch eine Lizenz zur Folterung von Palästinensern erhalten, weil die meisten Ihrer Regierungen, Ihrer Minister es zugelassen haben“, fuhr sie fort.
Die israelische Regierung kritisierte Albanese dafür scharf. Sie sei „keine Verfechterin der Menschenrechte, sie ist eine Stifterin von Chaos“, erklärte die israelische Vertretung in Genf. „Jedes Dokument, das sie verfasst, ist nichts anderes als eine politisch aufgeladene, aktivistische Hasstirade.“ Albanese vertrete „gefährliche extremistische Narrative, um die Existenz des Staates Israel selbst zu untergraben“.
Albanese ist seit Mai 2022 UN-Sonderberichterstatterin für die Menschenrechtslage in den Palästinensergebieten. Sie wurde vom Menschenrechtsrat mit Hauptsitz in Genf ernannt. In dieser Funktion spricht sie nicht für die Vereinten Nationen selbst. Albanese stand wiederholt in der Kritik, ihr wurde Antisemitismus vorgeworfen. Israel und manche seiner Verbündeten forderten den Rücktritt von Albanese.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich erstmals zu von den USA verkündeten Gesprächen mit dem Iran über eine mögliche Vereinbarung im Iran-Krieg geäußert. „Präsident Trump ist überzeugt, dass es eine Chance gibt, die enormen Erfolge, die wir mit dem US-Militär erzielt haben, zu nutzen, um die Kriegsziele durch ein Abkommen zu verwirklichen – ein Abkommen, das unsere vitalen Interessen schützt“, sagte er in einer Videobotschaft.
Israels Regierungschef sagte zugleich, dass die Angriffe auf den Iran fortgesetzt würden. „Wir zerschlagen das Raketenprogramm und das Atomprogramm“. Den Angaben nach will Israel auch weiterhin gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon militärisch vorgehen.
Die Airlines des Lufthansa-Konzerns meiden wegen des Iran-Kriegs viele Ziele in Nahost noch für längere Zeit. Einzelne Flughäfen wie Abu Dhabi, Amman, Beirut, Dammam, Riad, Erbil, Maskat und Teheran sollen bis zum 24. Oktober nicht mehr angeflogen werden, wie das Unternehmen in Frankfurt mitteilte. Der Konzern führt dafür Sicherheitsrisiken und betriebliche Gründe an. Eine kürzere Frist wählt in dieser Flughafen-Gruppe nur die Direktflugtochter Eurowings, die Beirut und Erbil zunächst nur bis zum 30. April ausgesetzt hat.
Die genannten Fristen gelten für die Airlines Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines, ITA Airways, Edelweiss und Lufthansa Cargo. Die Flughäfen in Dubai und Tel Aviv sollen sie bis zum 31. Mai nicht anfliegen.
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben einen von der Basidsch-Miliz genutzten Stützpunkt der iranischen Revolutionsgarden in Teheran angegriffen. Der Angriff sei „Teil der aktuellen operativen Phase, die darauf abzielt, die zentralen Systeme und Sicherheitsfähigkeiten des iranischen Terrorregimes weiter zu schwächen“, teilte die Armee mit. Erst kürzlich hatte Israel unter anderem den Chef der Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani, getötet.
US-Präsident Donald Trump spricht von guten Gesprächen mit Iran, der wiederum dementiert, dass die je stattgefunden haben. Möglicherweise habe erneut ein Land aus dem Nahen Osten zwischen den USA und Iran vermittelt, sagte ARD-Korrespondentin Gudrun Engel. Direkte Verhandlungen zwischen den beiden Ländern hält Engel unter den gegebenen Umständen für eher unwahrscheinlich. Weitere Einschätzungen und Analysen von Gudrun Engel:
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat im Iran-Krieg ein Ende der Angriffe auf essentielle Infrastruktur gefordert. „Was wir in den vergangenen Tagen im Nahen Osten gesehen haben, droht einen Punkt zu erreichen, an dem es kein Zurück mehr gibt“, erklärte IKRK-Präsidentin Mirjana Spoljaric. Sie warnte vor möglichen „irreversiblen Folgen“, darunter Schäden an Atomanlagen.
Die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner verhandeln einem Axios-Bericht zufolge mit dem iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Baker Kalibaf. Das teilte ein Reporter des US-Nachrichtenportals auf der Plattform X mit. Ein israelischer Insider sagte demnach, die in dem Krieg vermittelnden Länder versuchten, noch in dieser Woche ein Treffen zwischen Kalibaf, Witkoff, Kushner sowie US-Vizepräsident JD Vance in Islamabad einzuberufen. Israelische Regierungsvertreter bestätigten auch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die USA und Iran bereits in dieser Woche Gespräche in Islamabad führen könnten.
Der britische Premierminister Keir Starmer geht davon aus, dass der Iran-Krieg noch für einige Zeit andauern könnte. Vor einem Parlamentsausschuss erklärte er, man müsse sich darauf einstellen, dass der Krieg noch „eine Weile andauern könnte“. Er betonte: „Unser gesamter Fokus und unsere ganze Energie müssen auf eine rasche Deeskalation gerichtet sein“. Er habe jedoch keine „ernsthaften Bedenken“ hinsichtlich der Energieversorgung.
Starmer kündigte zudem an, Flugabwehrsysteme für Kurzstrecken-Raketen in mehrere Golfstaaten zu schicken. Die Systeme sollen demnach an Bahrain, Kuwait und Saudi-Arabien geliefert werden.
Die USA haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump Gespräche mit Iran geführt und dabei „große Punkte der Übereinstimmung“ ausgemacht. Die Unterredungen hätten am Sonntag stattgefunden und würden heute fortgesetzt, sagt Trump vor Journalisten. Bei einem produktiven Verlauf werde es sehr bald ein Abkommen geben. Trump sagte weiter, die USA verhandelten mit einer „Top-Person“ in Iran. Dabei handele es sich jedoch nicht um den obersten Führer der Islamischen Republik, Modschtaba Chamenei. Die Gespräche würden mit einem Mann geführt, „von dem ich glaube, dass er der angesehenste und der Führer ist“, sagte der US-Präsident. Es werde eine „sehr ernsthafte Form eines Regimewechsels“ geben, fügte er hinzu, ohne Namen zu nennen.
Trumps Angaben zufolge sind an den Gesprächen sein Nahost-Gesandter Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner beteiligt.
Trump spricht von guten Gesprächen mit Iran und verlängert sein Ultimatum, Iran selbst jedoch dementiert und droht weiter. Unterdessen wächst die Sorge innerhalb der iranischen Bevölkerung vor weiteren Auswirkungen des Kriegs. ARD-Korrespondentin Katharina Willinger mit einer Einschätzung:
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begrüßt die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, sein Ultimatum an den Iran zu verlängern. „Ich bin dankbar, dass er heute gesagt hat, dass er das noch einmal um fünf Tage verschiebt und jetzt auch die Möglichkeit für unmittelbare und direkte Kontakte mit der iranischen Führung eröffnet“, sagte Merz. Er habe am Sonntag mit Trump telefoniert und dabei mit ihm auch über die Lage in der Region gesprochen, sagte der Kanzler weiter. „Ich habe ihm meine Bedenken im Hinblick auf die angekündigten Angriffe auf die Kraftwerke im Iran vorgetragen.“
Trump hatte am Montag wenige Stunden vor Ablauf seines Ultimatums eine Kehrtwende vollzogen. Noch am Samstag hatte er mit Angriffen auf iranische Kraftwerke gedroht, sollte Teheran die Straße von Hormus nicht binnen 48 Stunden wieder für den Schiffsverkehr freigeben.
Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, äußert sich zur Siedlergewalt und wird dafür von Außenminister Gideon Saar kritisiert – nun hat sich das Auswärtige Amt in Berlin hinter seinen Diplomaten gestellt. „Es ist ganz klar, dass es auch die Aufgabe unseres Botschafters ist, Themen anzusprechen, bei denen wir Differenzen haben“, sagte ein Sprecher in Berlin. Außenminister Johann Wadephul (CDU) habe Saar angerufen und betont, dass Seibert ein überzeugter Unterstützer des Staates Israel sei. „Damit ist die Sache auch ausgeräumt“, ergänzte der Sprecher.
Seibert hatte am Sonntag auf X über den Hisbollah-Beschuss und hunderte Verletzte durch iranische Raketen gesprochen. Zugleich schrieb er über Siedlergewalt gegen Palästinenser im Westjordanland. Saar hatte kritisiert: „Botschafter Seibert fällt es schwer, Angriffe auf Israelis zu verurteilen, ohne die Palästinenser zu erwähnen.“ Das israelische Außenministerium warf Seibert fehlende Empathie für Israel vor.
Iran hat Aussagen von US-Präsident Donald Trump dementiert, wonach Verhandlungen zwischen Teheran und Washington laufen. Es gebe keinerlei direkte Kontakte zu Trump, auch nicht über Vermittler, hieß es in Berichten der Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim, die Irans mächtigen Revolutionswächtern nahestehen.
Trump hatte zuvor auf seiner Plattform Truth Social mitgeteilt, in den kommenden fünf Tagen auf Angriffe gegen iranische Energieanlagen zu verzichten und verwies dabei auf „produktive Gespräche“ über ein Ende der gegenseitigen Angriffe. Ursprünglich hatte er Teheran ein Ultimatum gesetzt, bis zur Nacht auf Dienstag (MEZ) die Straße von Hormus zu öffnen – andernfalls wollte er Irans Kraftwerke zerstören lassen. Die Agentur Fars zitierte eine anonyme Quelle im iranischen Machtapparat, wonach Trump zurückgerudert sei, nachdem er gehört habe, dass alle Kraftwerke in Westasien Ziele iranischer Angriffe sein würden. Tasnim schrieb, Trump habe sich „vom Druck der Finanzmärkte“ überzeugen lassen.
Die iranische Führung hat die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, sein Ultimatum für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu verlängern, als Erfolg gefeiert. „US-Präsident macht nach Irans deutlicher Warnung einen Rückzieher“, war in einer Grafik im iranischen Staatsfernsehen zu lesen.
Kurz zuvor hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social mitgeteilt, die USA würden fünf Tage lang auf Angriffe auf iranische Kraftwerke verzichten. Zur Begründung verwies er auf „gute und produktive Gespräche“, die die USA und Iran in den vergangenen zwei Tagen geführt hätten. Iran hat bislang keine Gespräche zwischen den Ländern bestätigt. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi telefonierte aber mit seinem türkischen Amtskollegen Hakan Fidan. Die Türkei hatte schon in der Vergangenheit vermittelt.
Die Bundesregierung erwägt anders als die Schweiz nicht, den Export von Rüstungsgütern in die USA zu stoppen. Das teilt Regierungssprecher Stefan Kornelius mit. Die Schweizer Regierung hatte vor drei Tagen den Stopp neuer Genehmigungen mit dem Neutralitätsstatus des eigenen Landes begründet.
Die iranische Hauptstadt Teheran ist laut der Nachrichtenagentur dpa von neuen Explosionen erschüttert worden. Im Nordosten der Millionenmetropole sei nach Angaben von Augenzeugen die Flugabwehr aktiviert worden. Noch sei unklar, welche Ziele betroffen sind.
Das Bundeswirtschaftsministerium kann die konjunkturellen Folgen des Krieges im Nahen Osten noch nicht beziffern. „Konkrete Lieferengpässe sind mir nicht bekannt“, sagt ein Sprecher des Ministeriums in Berlin. Das Ministerium sei mit allen Wirtschaftszweigen im Kontakt. „Wir beobachten die Lage eng.“ Ökonomen rechnen mit einem schwächeren Wachstum und einer höheren Inflation.
Der Iran-Krieg hat nach Einschätzung eines UN-Vertreters weitreichende Folgen für Millionen Menschen in Afrika und Asien. Das gelte besonders in Entwicklungsländern, teilte der Exekutivdirektor des UN-Büros für Projektdienste, Jorge Moreira da Silva, mit. Er nannte starke Preissteigerungen bei Öl, Treibstoff und Gas.
„Unsere Welt ist so gewalttätig wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr“, sagte Moreira da Silva. Die Zahl der Hungernden werde im Laufe des Jahres voraussichtlich um mehrere Millionen steigen, weil der sich ausweitende Krieg Geldüberweisungen in die Entwicklungsländer störe. Der Krieg habe zudem 3,2 Millionen Menschen in Iran und eine Million im Libanon aus ihren Häusern vertrieben.
Ein Landwirt eines israelischen Kibbuz an der Nordgrenze des Landes ist durch versehentlichen Beschuss des israelischen Militärs getötet worden. Zu diesem Ergebnis kam eine vorläufige Untersuchung der Armee, nachdem zunächst von Raketenbeschuss der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon ausgegangen worden war.
„Das ist ein sehr schwerwiegender Vorfall“, sagte Generalmajor Rafi Milo, der Kommandeur der Truppen im Norden. Der Landwirt sei gestern während eines Einsatzes zur Unterstützung israelischer Truppen im Südlibanon durch das Feuer der eigenen Streitkräfte getötet worden. Es sei zu mehreren schwerwiegenden Fehlern und Versäumnissen gekommen. Milo kündigte eine gründliche Untersuchung des Vorfalls an.
Mit Blick auf die Folgen des Iran-Kriegs hat der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis ein Subventionspaket in Höhe von insgesamt 300 Millionen Euro für Kraftstoffe und Düngemittel angekündigt. Angesichts der „internationalen wirtschaftlichen Instabilität“ würden in den Monaten April und Mai Subventionen für Kfz-Kraftstoffe, für die Schifffahrt und Düngemittel eingeführt, gab Mitsotakis in einer Fernsehansprache bekannt.
Die Unterstützung belaufe sich damit auf schätzungsweise 36 Cent pro Liter Benzin, fuhr Mitsotakis fort. Um die Landwirte angesichts „brutaler“ Preisanstiege für Düngemittel zu entlasten, werde Athen ihre Düngerrechnungen in Höhe von bis zu 15 Prozent subventionieren, sagte Mitsotakis.
Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Angriffe auf Irans Kraftwerke für fünf Tage auszusetzen, hat die Aktienmärkte beflügelt und den Ölpreis einbrechen lassen. Der DAX machte einen Satz nach oben und legte in der Spitze um 3,6 Prozent auf 23.178 Punkte zu. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent brach in der Spitze mehr als 14 Prozent auf 96,00 Dollar je Barrel ein.
US-Präsident Donald Trump hat sein Ultimatum an Iran deutlich verlängert. Er habe das Pentagon angewiesen, Angriffe auf iranische Kraftwerke für fünf Tage auszusetzen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die Aussetzung sei aber vom Erfolg laufender Treffen und Gespräche abhängig. Er sprach von guten Gesprächen zwischen den USA und Iran über eine umfassende Beilegung der Feindseligkeiten. Ursprünglich sollte das Ultimatum nach Mitternacht deutscher Zeit auslaufen.
Moskau hat die USA vor einem Angriff auf das von Russland gebaute iranische Atomkraftwerk Buschehr gewarnt. Ein US-Angriff könne irreparable Konsequenzen haben, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Russland habe den USA entsprechende Signale übermittelt. Peskow reagierte damit auf die Drohung von US-Präsident Donald Trump, iranische Kraftwerke zu zerstören, falls das Land die Straße von Hormus nicht vollständig öffne. Peskow erklärte, die katastrophal angespannte Lage in der Region könne nur auf politischem und diplomatischem Wege gelöst werden.
Bernd Rasem, ARD-aktuell, zur aktuellen Lage im Nahen Osten und die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Weltwirtschaft.
China hat nach dem jüngsten Ultimatum von US-Präsident Donald Trump an Iran zur Öffnung der wichtigen Straße von Hormus vor einer weiteren Eskalation gewarnt. „Sollte sich der Krieg ausweiten und die Lage sich erneut verschlechtern, könnte die gesamte Region in eine unkontrollierbare Situation stürzen“, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Lin Jian vor Journalisten auf Nachfrage zu Trumps Äußerungen.
Der israelische Außenminister Gideon Saar hat scharf auf einen X-Post des deutschen Botschafters Steffen Seibert reagiert. „Botschafter Seibert fällt es schwer, Angriffe auf Israelis zu verurteilen, ohne die Palästinenser zu erwähnen“, schrieb Saar auf der Plattform X. „Gut zu wissen, dass bald ein neuer Botschafter kommt – einer, der die israelisch-deutschen Beziehungen stärken wird.“ Das israelische Außenministerium warf Seibert fehlende Empathie für Israel vor.
Seibert hatte am Sonntagabend in seinem X-Post von einem Tag der Trauer und Empörung nach dem Tod eines Israelis durch Hisbollah-Beschuss und Hunderten Verletzten durch iranische Raketen gesprochen. Zugleich schrieb er über Siedlergewalt gegen palästinensische Dorfbewohner im Westjordanland. Zuvor war es zum Tod eines Siedlers gekommen.
Der britische Premierminister Keir Starmer sieht derzeit keine Bedrohung für das britische Festland durch Iran. „Es gibt keine Einschätzung, dass wir in dieser Weise ins Visier genommen werden“, sagt Starmer mit Blick auf entsprechende Untersuchungen.
Am Wochenende hatte es Berichte gegeben, wonach Iran zwei ballistische Raketen auf den knapp 4.000 Kilometer von Iran entfernten US-amerikanisch-britischen Militärstützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean abgefeuert habe.
Die japanische Regierung will Iran nicht um Erlaubnis für die Durchfahrt von Öltankern durch die Straße von Hormus bitten. Auf die Frage, ob die Regierung Iran auffordern werde, japanische Schiffe die Straße von Hormus passieren zu lassen, sagte der japanische Außenminister Toshimitsu Motegi dem Fernsehsender Fuji Television, dass Tokio dies „momentan“ nicht in Betracht ziehe.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hatte in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo News erklärt, der Iran sei bereit, japanischen Schiffen bei der Durchfahrt durch die strategisch und wirtschaftlich wichtige Straße von Hormus zu helfen. Araghtschi bestritt, dass die Straße von Hormus gesperrt sei.
Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon hat mehr als 60 Angriffe auf Israel innerhalb der vergangenen 24 Stunden für sich beansprucht. Hisbollah-Mitglieder hätten mit Raketen, Drohnen und Artillerie unter anderem israelische Soldaten und Fahrzeuge im Grenzgebiet angegriffen, teilte die Miliz mit. Die ausgeweiteten Angriffe auf den erklärten Erzfeind Israel seien auch eine Antwort auf dessen „systematische Angriffe auf wichtige Straßen und Brücken“ im Libanon.
Die israelische Armee greift im Libanon seit mehreren Tagen wichtige Brücken, Straßen und auch Tankstellen an. Israel wirft der Hisbollah-Miliz vor, über die Brücken Waffen zu schmuggeln. Libanesischen Sicherheitskreisen zufolge wurden drei von fünf wichtigen Brücken, die über den Litani-Fluss führen, zerstört. Der libanesische Präsident Joseph Aoun sprach von einem Versuch Israels, die Region im Süden vom Rest des Landes „abzuschneiden“ und eine Pufferzone entlang der Grenze aufzubauen.
Iran droht damit, den Persischen Golf zu verminen. Ein Angriff auf die iranische Südküste und die Inseln werde laut staatlichen Medienberichten dazu führen, dass die Schifffahrtswege im Golf durch die Verlegung von Seeminen abgeschnitten werden. Die USA planen laut der Nachrichtenwebsite Axios, die iranische Insel Charg, den wichtigsten Ölexporthafen des Landes, zu besetzen oder zu blockieren, um Teheran unter Druck zu setzen, die Straße von Hormus wieder für den gesamten Schiffsverkehr zu öffnen.
In diesem Fall werde sich der gesamte Golf praktisch für lange Zeit in einer ähnlichen Situation wie die Straße von Hormus befinden, heißt es in der Erklärung. Der iranische Verteidigungsrat erinnerte daran, dass nichtkriegführende Staaten die Straße von Hormus nur in Absprache mit Iran passieren können.
Die Ölpreise haben mit einem weiteren Preisanstieg auf das Ultimatum von US-Präsident Donald Trump gegen Iran reagiert. Rohöl der Sorte Brent mit Lieferung im Mai wurde am Morgen bei 113,45 Dollar gehandelt und damit etwas mehr als ein Prozent höher als am Freitag. Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels gegen Iran am 28. Februar hat sich Rohöl aus der Nordsee etwa 57 Prozent verteuert.
Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, sieht die weltweite Energiesicherheit in Gefahr und kritisiert Deutschland angesichts des Iran-Kriegs für den Atomausstieg. „Die Situation wäre heute nicht so schlimm, wenn Deutschland die Kernkraftwerke noch hätte“, sagte Birol der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Die Bundesrepublik habe mit der Abkehr von der Kernenergie einen riesigen strategischen Fehler begangen. Nicht nur an den Tankstellen spüren die Menschen den durch den Iran-Krieg ausgelösten Ölpreisschock. Höhere Energie- und Transportkosten treffen zunehmend auch andere Lebensbereiche und Unternehmen.
Ökonomen rechnen mit einer deutlich anziehenden Inflation und einem Dämpfer für die Konjunkturerholung in Deutschland. Birol betonte: „Ich habe nicht den Eindruck, dass die politischen Entscheidungsträger die Tragweite des Problems, in dem wir uns befinden, schon verstanden haben.“ Er sagte der FAZ und anderen Medien, man stehe vor der „größten Bedrohung der Energiesicherheit in der Geschichte der Menschheit“.
Staatliche Medien in Iran haben eine Liste mit Kraftwerken im Nahen Osten veröffentlicht, die Ziel von Angriffen werden könnten. Auf der Liste, die unter anderem von der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Fars veröffentlicht wurde, stand auch das Atomkraftwerk Baraka in den Vereinigen Arabischen Emiraten nahe der Grenze zu Saudi-Arabien. Iran hatte kurz zuvor gedroht, Kraftwerke ins Visier nehmen zu wollen, die US-Militärstützpunkte mit Strom versorgen.
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat im Zusammenhang mit wechselseitigen Drohungen von Angriffen auf Energieinfrastruktur im Iran-Krieg vor dem Risiko einer „unkontrollierbaren Eskalation“ gewarnt. Macron schrieb auf X, er habe mit Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman gesprochen. Macron forderte alle Konfliktparteien auf, ein Moratorium für Angriffe auf Energie- und andere zivile Infrastrukturen einzuhalten, und drängte Iran, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus frei fließen zu lassen.
Die iranische Revolutionsgarde droht mit Vergeltungsangriffen auf Kraftwerke in Israel und auf solche, die US-Stützpunkte in der Region mit Strom versorgen. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Erklärung hervor. „Wenn ihr die Elektrizität trefft, treffen wir die Elektrizität“, heißt es darin.
US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag gedroht, iranische Kraftwerke anzugreifen, sollte Teheran nicht binnen 48 Stunden die Straße von Hormus für die Schifffahrt öffnen. Zugleich dementierten die Garden, Wasserentsalzungsanlagen in der Region angreifen zu wollen.
Die pro-iranische Miliz Kataeb Hisbollah im Irak hat ihre fünftägige Pause von Angriffen auf die US-Botschaft in Bagdad verlängert. Die Frist werde „um weitere fünf Tage verlängert“, erklärte die Kataeb Hisbollah. Die Gruppe fügte hinzu, sie werde auf jede Verletzung durch den Feind angemessen reagieren und einen Vermittler über ihren „Reaktionsmechanismus“ informieren.
Am Donnerstag hatte Kataeb Hisbollah erklärt, sie werde die Angriffe auf die Botschaft in Bagdad unter bestimmten Bedingungen einstellen, darunter ein Ende der Angriffe auf Wohngebiete im Irak und in den südlichen Vororten Beiruts. Zuvor war die US-Botschaft mehrmals mit Drohnen und Raketen angegriffen worden. In der Nacht zum Sonntag und im Verlauf des Tages war es jedoch zu mehreren Angriffen in Bagdad gekommen. Am Flughafen der irakischen Hauptstadt richteten sich die Angriffe nach Angaben eines irakischen Sicherheitsvertreters gegen ein diplomatisches und logistisches Zentrum der USA.
Die israelische Armee hat eine groß angelegte Angriffswelle auf die iranische Hauptstadt Teheran gestartet. Die Angriffe zielten auf „Infrastruktur des iranischen Terrorregimes“ ab, erklärte die israelische Armee im Onlinedienst Telegram. Iranische Medien berichteten von Explosionen und Angriffen in Teheran. Zuvor wurde Israel mit Raketen angegriffen. Israel und die USA hatten am 28. Februar mit Luftangriffen auf Iran begonnen. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region.
Iran hat die Drohungen von US-Präsident Donald Trump in einem weiteren Schreiben an die Vereinten Nationen scharf kritisiert. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete, dass der iranische UN-Botschafter, Amir Saeid Irawani, sowohl an den Sicherheitsrat als auch an UN-Generalsekretär António Guterres geschrieben hat. In dem Schreiben werden Angriffe auf Kraftwerke als „grundsätzlich wahllos und eindeutig unverhältnismäßig“ bezeichnet. Trump hatte damit gedroht, solche Anlagen anzugreifen, sollte Iran die Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden öffnen. In einem Schreiben fordert Außenminister Abbas Araghtschi den UN-Sicherheitsrat außerdem auf, „die Aggressoren zu zwingen, alle rechtswidrigen Angriffe sofort einzustellen“ und sie für Schäden an Irans Nuklearanlagen und anderen Einrichtungen schadensersatzpflichtig zu machen.
Auf die saudische Hauptstadt Riad sind zwei ballistische Raketen abgefeuert worden. Eine sei abgefangen worden, die andere in einem unbewohnten Gebiet niedergegangen, teilt das saudische Verteidigungsministerium mit.
Die Internationale Energieagentur (IEA) erwägt wegen des Iran-Krieges die Freigabe weiterer Ölreserven. Man berate sich dazu mit Regierungen in Asien und Europa, sagt IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol. „Falls nötig, werden wir das natürlich tun.“ Die IEA-Mitgliedstaaten hatten bereits am 11. März die Freigabe von 400 Millionen Barrel Öl beschlossen.
Der Sohn des letzten Schahs, Reza Pahlavi, fordert, der US-Präsident solle seine Drohung bezüglich der Straße von Hormus überdenken und zivile Infrastruktur in Iran verschonen. In der irakischen Hauptstadt Bagdad wurde der Flughafen beschossen.
Source: tagesschau.de