Iran veröffentlicht Liste mit Angriffszielen – und droht mit kompletter Sperre welcher Straße von Hormus
Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.
Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:
08:01 Uhr – Iran veröffentlicht Liste mit möglichen Angriffszielen
Staatliche Medien im Iran veröffentlichen eine Liste mit Kraftwerken im Nahen Osten, die Ziel von Angriffen werden könnten. Auf der Liste, die unter anderem von der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Fars veröffentlicht wurde, steht auch das Atomkraftwerk Baraka in den Vereinigen Arabischen Emiraten nahe der Grenze zu Saudi-Arabien.
Der Iran hatte kurz zuvor gedroht, Kraftwerke ins Visier nehmen zu wollen, die US-Militärstützpunkte mit Strom versorgen. Das iranische Staatsfernsehen veröffentlichte am Morgen eine entsprechende Erklärung der paramilitärischen Revolutionsgarde. Angriffe auf Kraftwerke können die Strom- und Wasserversorgung in den arabischen Golfstaaten stören, insbesondere da die Wüstenländer ihre Kraftwerke mit Entsalzungsanlagen gekoppelt haben, die für die Trinkwasserversorgung unerlässlich sind.
US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran in der Nacht zum Sonntag eine Frist von 48 Stunden gesetzt, innerhalb der die Blockade der Straße von Hormus aufgehoben werden müsse. Andernfalls wollten die USA iranische Kraftwerke angreifen. Daraufhin teilte Teheran mit, dass die Meerenge sofort komplett geschlossen werde, sollten die USA ihre Drohungen wahrmachen.
06:48 Uhr – IEA-Chef warnt vor womöglich schwerster Energie-Krise seit Jahrzehnten
Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, warnt angesichts des Iran-Kriegs vor der womöglich schwersten Energie-Krise seit Jahrzehnten. Die aktuelle Krise sei „zwei Ölkrisen und ein Gaskollaps in einem“, sagt Birol dem nationalen Presseklub im australischen Sydney mit Blick auf die Ölkrisen der 1970er-Jahre und die Auswirkungen der russischen Invasion der Ukraine im Jahr 2022. Die israelische Armee startete derweil eine neue Angriffswelle auf Ziele in Teheran. Die Golfstaaten meldeten Angriffe aus dem Iran auf ihre Territorien.
Während der zwei aufeinanderfolgenden Ölkrisen in den 1970er-Jahren habe die Welt „jeweils etwa fünf Millionen Barrel Erdöl pro Tag verloren“, sagt Birol. „Bis heute haben wir elf Millionen Barrel pro Tag verloren, also mehr als zwei große Ölschocks zusammengenommen“, fügt er hinzu. Im Verlauf des Krieges seien bislang mindestens 40 Energieanlagen in der Region „schwer oder sehr schwer beschädigt“ worden.
Angesichts der Blockade der für den weltweiten Seehandel wichtigen Straße von Hormus sprach der IEA-Chef außerdem von einer „großen Bedrohung“ für die Weltwirtschaft. „Kein Land wird von den Auswirkungen dieser Krise verschont bleiben, wenn sie sich weiter in diese Richtung entwickelt“, sagt er. Daher seien globale Anstrengungen erforderlich. „Ich hoffe sehr, dass dieses Problem so bald wie möglich gelöst wird.“
06:45 Uhr – Macron warnt vor „Risiko einer unkontrollierbaren Eskalation“
Der französische Präsident Emmanuel Macron warnt im Zusammenhang mit wechselseitigen Drohungen von Angriffen auf Energieinfrastruktur im Iran-Krieg vor dem „Risiko einer unkontrollierbaren Eskalation“. Macron schreibt auf X, er habe mit Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman gesprochen. Macron forderte alle Konfliktparteien auf, ein Moratorium für Angriffe auf Energie- und andere zivile Infrastrukturen einzuhalten, und drängte den Iran, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus frei fließen zu lassen.
Nach einer am Morgen von dem saudischen Außenministerium veröffentlichten Erklärung brachte Macron in dem Telefonat mit dem Kronprinzen die Solidarität seines Landes mit Saudi-Arabien zum Ausdruck und verurteilte die seiner Ansicht nach wiederholten Angriffe des Iran auf das Königreich. Macron bekräftigt die Unterstützung Frankreichs für die von Riad ergriffenen Maßnahmen zur „Sicherung seiner Souveränität, Sicherheit und territorialen Integrität“.
06:13 Uhr – Iranische Revolutionsgarden drohen mit Angriffen auf Kraftwerke Israels
Die iranischen Revolutionsgarden drohen mit Vergeltungsangriffen auf Kraftwerke in Israel und auf solche, die US-Stützpunkte in der Region mit Strom versorgen. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Erklärung hervor. „Wenn ihr die Elektrizität trefft, treffen wir die Elektrizität“, heißt es darin. US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag gedroht, iranische Kraftwerke anzugreifen, sollte Teheran nicht binnen 48 Stunden die Straße von Hormus für die Schifffahrt öffnen. Zugleich dementierten die Garden, Wasserentsalzungsanlagen in der Region angreifen zu wollen.
06:11 Uhr – US-Militärführung: Einsatz gegen Iran „läuft nach Plan oder besser“
Nach Ansicht des US-Militärs läuft der Einsatz gegen den Iran „nach Plan oder sogar besser als geplant“. Das teilte der Chef des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos, Brad Cooper, in einem am Montagmorgen ausgestrahlten Interview mit. Es war das erste Einzelinterview, das der Kommandeur dem persischsprachigen Satellitensender Iran International gab. Cooper sagte, die fortgesetzten Angriffe des Iran auf die Golfstaaten und den weiteren Nahen Osten setzten Zivilisten einem Risiko aus.
Er fügte hinzu, dass die USA und Israel auch Produktionsstätten für Raketen und Drohnen ins Visier nähmen. „Wir gehen auch gegen die Herstellung vor“, sagte er. „Es geht also nicht nur um die Bedrohung von heute. Wir beseitigen die Bedrohung für die Zukunft, sowohl in Bezug auf die Drohnen, die Raketen als auch die Marine.“
04:31 Uhr – EU-Rüstungskommissar fordert massive Investitionen in Luftverteidigung
Angesichts der Raketenangriffen des Iran auf Ziele im Nahen Osten und darüber hinaus hat EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius massive Investitionen in der Luftverteidigung der europäischen Staaten gefordert. „Wir müssen unsere Produktion zur Raketenabwehr massiv hochfahren“, sagte Kubilius der „Augsburger Allgemeinen“ (Montagsausgabe). Er sorge sich als Konsequenz des Iran-Krieges um die europäische Luftverteidigung, dies gelte insbesondere auch für die Ukraine, fügte der frühere litauische Ministerpräsident hinzu. „Wir reden von den Patriot-Systemen, die die Ukrainer dringend brauchen, die gerade aber am Golf sehr gefragt sind“, sagte er.
„Es wird dauern, bis die entstandene Lücke geschlossen ist“, erklärte er. „Deshalb müssen wir über europäische Raketenabwehr-Systeme nachdenken“, betonte Kubilius. Hier könne die europäische Verteidigungsindustrie mit der Ukraine zusammenarbeiten. Kiew suche nach Partnern in Europa. „Sie sind sehr schnell und innovativ in der Entwicklung geworden“, fügte Kubilius hinzu.
04:22 Uhr – Neue Explosionen in Teheran nach israelischen Luftangriffen
Aus der iranischen Hauptstadt Teheran wird eine neue Welle israelischer Luftangriffe mit heftigen Explosionen in mehreren Bezirken der Millionenmetropole gemeldet. Zuvor hatte das israelische Militär auf der Plattform Telegram den Beginn einer weiteren Serie umfangreicher Attacken auf Regierungseinrichtungen der Islamischen Republik verkündet. In Teheran stationierte Reporter des arabischen Senders Al Jazeera berichteten kurz darauf von „beispiellosen“ Explosionen, vor allem in den östlichen Vierteln der Stadt. Die Luftabwehr sei im Dauereinsatz.
03:53 Uhr – „Lügner und jämmerlich“: Trump kritisiert Israels Präsidenten
US-Präsident Donald Trump hat den israelischen Präsidenten Isaac Herzog in ungewöhnlich scharfer Form angegriffen. In einem Telefonat mit der Journalistin Libby Blanca Alon vom rechten Sender „Channel 14“ bezeichnete Trump Herzog als „einen Lügner“, wie die Reporterin auf der Plattform X berichtete. Herzog habe ihm „mehrmals versprochen“, Israels Premierminister Benjamin Netanyahu zu begnadigen, „aber er hat es nie getan. Er hat mich angelogen“, zitierte sie Trump weiter.
Der US-Präsident wurde demnach noch deutlicher: Herzog sei „ein schwacher Mensch und ein jämmerlicher Kerl, weil er es nicht getan hat, kein Anführer“. Die Äußerungen richten sich gegen den israelischen Präsidenten in einer Phase innenpolitischer Spannungen in Israel.
Hintergrund ist ein laufendes Verfahren gegen Ministerpräsident Netanyahu. Gegen ihn wird in Israel ein umfangreicher Korruptionsprozess geführt. Zudem befasst sich der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) mit Vorwürfen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zusammenhang mit Israels Vorgehen gegen die Hamas im Gazastreifen.
Trump äußerte sich auch zu Netanyahus Situation. „Bibi sollte sich auf den Krieg konzentrieren, nicht auf so einen Unsinn“, sagte er laut dem X-Beitrag unter Verwendung des Spitznamens des israelischen Premiers. Zugleich machte er deutlich, dass er sich eine politische Entlastung Netanyahus gewünscht hätte.
03:22 Uhr – Israel: Militär beginnt Angriffswelle auf Teheran
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben eine umfassende Angriffswelle auf die iranische Infrastruktur in Teheran begonnen.
03:20 Uhr – Saudi-Arabien: Zwei Raketen auf Riad abgefeuert
Auf die saudische Hauptstadt Riad sind zwei ballistische Raketen abgefeuert worden. Eine sei abgefangen worden, die andere in einem unbewohnten Gebiet niedergegangen, teilt das saudische Verteidigungsministerium mit.
03:18 Uhr – Medien: Luftangriff auf Wohnhäuser im Nordwesten des Iran
Ein Luftangriff zerstört laut einem Medienbericht Wohnhäuser in der Stadt Urmia im Nordwesten des Iran. Rettungskräfte suchen nach Menschen unter den Trümmern, meldet die staatlich nahestehende Nachrichtenagentur Nour News.
03:15 Uhr – IEA erwägt Freigabe weiterer Ölreserven wegen Iran-Krieg
Die Internationale Energieagentur (IEA) erwägt wegen des Iran-Krieges die Freigabe weiterer Ölreserven. Man berate sich dazu mit Regierungen in Asien und Europa, sagt IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol. „Falls nötig, werden wir das natürlich tun.“ Die IEA-Mitgliedstaaten hatten bereits am 11. März die Freigabe von 400 Millionen Barrel Öl beschlossen.
02:25 Uhr – Iran fordert den UN-Sicherheitsrat zum Handeln auf
Der Iran hat die Drohungen von US-Präsident Donald Trump in einem weiteren Schreiben an die Vereinten Nationen scharf kritisiert. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete, dass der iranische UN-Botschafter, Amir Saeid Irawani, sowohl an den Sicherheitsrat als auch an UN-Generalsekretär António Guterres geschrieben hat. In dem Schreiben werden Angriffe auf Kraftwerke als „grundsätzlich wahllos und eindeutig unverhältnismäßig“ bezeichnet.
Ein weiteres Schreiben von Außenminister Abbas Araghtschi fordert den UN-Sicherheitsrat außerdem auf, „die Aggressoren zu zwingen, alle rechtswidrigen Angriffe sofort einzustellen“ und sie für Schäden an Irans Nuklearanlagen und anderen Einrichtungen schadensersatzpflichtig zu machen. Irans Atomanlage in Natans wurde am Samstag erneut angegriffen. Israel bestritt, Natans angegriffen zu haben. Das US-Verteidigungsministerium wollte den Angriff nicht kommentieren.
In dem Schreiben von Araghtschi wird außerdem gefordert, dass Israel seine eigenen Nuklearanlagen unter die „Überprüfung und Kontrolle“ der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA stellt. Es wird allgemein angenommen, dass Israel über Atomwaffen verfügt, auch wenn das Land deren Existenz weder bestätigt noch leugnet.
00:15 Uhr – Libanesischer Regierungschef: Iranische Revolutionsgarden befehligen Hisbollah
Die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon wird in ihrem Krieg gegen Israel nach Angaben des libanesischen Regierungschefs Nawaf Salam von Mitgliedern der iranischen Revolutionsgarden befehligt. Die Revolutionsgarden seien „hier präsent und führen leider die Militäroperation im Libanon“, sagte Salam am Sonntag in einem Interview mit dem saudiarabischen Sender Al Hadath. „Diese Leute besitzen gefälschte Pässe und sind illegal ins Land gekommen“, fügte er hinzu.
Für den Angriff auf den britischen Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern Anfang März mit einer unbemannten Drohne iranischer Bauart machte Salam ebenfalls die iranischen Revolutionsgarden im Libanon verantwortlich. Salam warf der Hisbollah außerdem erneut vor, den Libanon durch Raketenangriffe auf Israel in den Iran-Krieg hineingezogen zu haben. „Es wurde erklärt, dass dieser Krieg eine Vergeltung für die Ermordung von Chamenei sei, das bedeutet also, dass uns dieser Krieg aufgezwungen wurde“, sagte er mit Blick auf den am ersten Kriegstag getöteten obersten iranischen Führer, Ayatollah Ali Chamenei.
Sonntag, 22. März
23:37 Uhr – Krisentreffen der britischen Regierung zu Folgen des Iran-Kriegs
Der britische Premierminister Keir Starmer wird Montag ein Krisentreffen zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges im Iran leiten. An der Sitzung werden Regierungsangaben zufolge unter anderem Finanzministerin Rachel Reeves und der Chef der Bank of England, Andrew Bailey, teilnehmen. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen die Energiesicherheit, die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten sowie die Folgen der Krise für Familien und Unternehmen. Großbritannien ist von Erdgasimporten abhängig.
21:41 Uhr – Israels Armee kündigt Ausweitung von Bodeneinsätzen im Libanon an
Israels Armee hat eine Ausweitung ihrer Bodeneinsätze gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon angekündigt. „Der Einsatz gegen die Terrororganisation Hisbollah hat gerade erst begonnen“, erklärte Armeechef Ejal Samir am Sonntag. Es handele sich einen „langwierigen Einsatz“. Die Armee bereite sich nun darauf vor, „die gezielten Bodeneinsätze und Angriffe entsprechend einem organisierten Plan voranzutreiben“.
Der Armeesprecher Effie Defrin ergänzte, die Ausweitung der Bodeneinsätze werde in der kommenden Woche beginnen. „Wir werden unsere Kontrolle am Boden ausweiten und unsere Manöver intensivieren, um direkte Angriffe auf unsere Ortschaften zu verhindern“, kündigte Defrin an. Die Menschen in Israel müssten sich aber noch „auf weitere Wochen des Kampfes gegen den Iran und die Hisbollah“ einstellen.
20:25 Uhr – Schah-Sohn Pahlavi fordert von Trump Umdenken bei Hormus‑Ultimatum
Schah-Sohn Reza Pahlavi hat angesichts des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an den Iran ein Umdenken gefordert. Trump solle sein Ultimatum im Konflikt um die Straße von Hormus überdenken und die zivile Infrastruktur bei Angriffen auf die islamische Führung im Iran verschonen, forderte Pahlavi auf der Plattform X. „Das Regime muss demontiert werden, der Iran selbst aber geschützt bleiben“, erklärte Pahlavi, den monarchistische Gruppen als politischen Anführer der Opposition betrachten.
Pahlavi appellierte an Trump, zwar weiterhin gezielt die Strukturen der islamischen Herrschaft anzugreifen – nicht aber jene zivile Infrastruktur, die dem iranischen Volk gehöre und für den Wiederaufbau eines freien Irans unverzichtbar sei.
Sowohl Pahlavi als auch die monarchistische Opposition im Exil standen bislang weitgehend auf einer Linie mit Trump und Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Trump drohte in der Nacht zum Sonntag (MEZ) dem Iran mit der Zerstörung seiner Energieanlagen, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig und „ohne Drohungen“ öffnen.
20:10 Uhr – Spanischer Ministerpräsident warnt vor „langfristiger Energiekrise für die gesamte Menschheit“
Die USA und der Iran haben sich im Krieg im Nahen Osten gegenseitig mit Angriffen auf wichtige Infrastruktur gedroht. Pedro Sánchez, Spaniens Ministerpräsident, hat angesischts dessen zum „Erhalt aller Energieanlagen des Nahen Ostens“ aufgerufen. Er verwies am Sonntag weder auf den Iran noch auf die USA. „Wir befinden uns an einem globalen Wendepunkt“, schrieb Sánchez auf der Plattform X. „Eine weitere Eskalation könnte eine langfristige Energiekrise für die gesamte Menschheit auslösen. Die Welt sollte nicht für die Konsequenzen dieses Kriegs bezahlen.“
Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, hatte iranische Kraftwerke zu legitimen Zielen für militärische Angriffe erklärt. Die iranische Revolutionsgarde kontrolliere einen Großteil der iranischen Infrastruktur und benutze diese für Kriegshandlungen, sagte Waltz am Sonntag im Sender Fox News.
17:24 Uhr – Libanesischer Präsident warnt vor „Bodeninvasion“
Der libanesische Präsident Joseph Aoun hat angesichts einer neuen israelischen Angriffswelle auf Stellungen der pro-iranischen Hisbollah vor einer israelischen Bodenoffensive im Süden des Landes gewarnt. Die gezielten Attacken auf Brücken seien eine „gefährliche Eskalation“ und „Vorbote einer Bodeninvasion“, erklärte Aoun am Sonntag. Die israelische Armee hatte zuvor neue Luftangriffe auf „terroristische Infrastruktur im Südlibanon“ verkündet. Nördlich der Stadt Tyros wurde eine wichtige Brücke getroffen.
Aoun verurteilte die „Zerstörung von Infrastruktur und lebenswichtigen Einrichtungen im Südlibanon“, darunter die nahe Tyros gelegene Brücke von Kasmijeh. Die israelischen Angriffe stellten eine „eklatante Verletzung der Souveränität des Libanon“ dar und könnten „als Vorbote einer Bodeninvasion“ betrachtet werden, erklärte der libanesische Präsident.
Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP sah nach der Attacke auf die Brücke von Kasmijeh Rauch aufsteigen. Diese führt über den Fluss Litani und befindet sich an der Hauptküstenstraße, die die Region Tyros mit dem Rest des Landes verbindet. Der Fluss spielt seit Jahren eine wichtige Rolle in den Anstrengungen, die Hisbollah-Miliz zurückzudrängen. Die Regierung in Beirut hatte im vergangenen Jahr die libanesische Armee angewiesen, bis Ende 2025 die militärische Infrastruktur der Hisbollah südlich des Litani zu zerstören und die Miliz anschließend auch im Rest des Landes zu entwaffnen.
17:20 Uhr – Iran droht nach Trump-Ultimatum mit Vergeltung
Der Iran droht nach einem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump mit der vollständigen Schließung der Straße von Hormus, falls die USA iranische Kraftwerke angreifen. Die für den weltweiten Ölhandel wichtige Meerenge werde dann vollständig gesperrt und erst wieder geöffnet, wenn die zerstörten Kraftwerke wieder aufgebaut seien, teilten die iranischen Revolutionsgarden über den Staatssender Irib mit.
Trump hatte dem Iran in der Nacht zum Sonntag (MEZ) mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig und „ohne Drohungen“ öffnen. Andernfalls würden die USA Irans Kraftwerke angreifen und zerstören, „beginnend mit dem größten!“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Der Iran hatte im Gegenzug bereits angekündigt, in diesem Fall alle Energieinfrastrukturen und Entsalzungsanlagen mit Verbindungen zu den USA in der gesamten Golfregion ins Visier zu nehmen. Nun drohten die Revolutionsgarden zudem, alle Kraftwerke, Energieinfrastrukturen und Informations- und Kommunikationstechnologie Israels anzugreifen – und „alle vergleichbaren Unternehmen in der Region mit US-Anteilseignern“.
dpa/AFP/AP/Reuters/ll/saha/sebe/jmr/lay/ceb/kami
Source: welt.de