Deutschlands Botschafter erzürnt israelischen Außenminister mit Beitrag uff X

Deutschlands Botschafter in Israel postet auf X einen Beitrag über einen im Westjordanland getöten Israeli – die Antwort des israelischen Außenministers kommt prompt. Netanjahu fordert andere Länder auf, sich dem Kampf gegen den Iran anzuschließen. Mehr im Liveticker.

Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.

Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:

16:25 Uhr – Israels Außenminister kritisiert X-Post von deutschem Botschafter Seibert

Deutschlands Botschafter in Israel Steffen Seibert handelt sich mit einem X-Post Ärger mit der israelischen Regierung ein. In dem Beitrag schreibt Seibert „Ein Tag voller Trauer und Empörung“ und verweist darauf, dass ein Bauer im israelischen Norden von der Hisbollah getötet und hunderte weitere bei Angriffen durch iranische Raketen verletzt wurden. Parallel dazu würde es in palästinensischen Gebieten gewalttätige Ausschreitungen von Siedlern geben, „nach dem tragischen Tod eines ihrer Mitglieder, dessen Umstände noch untersucht werden“.

Israels Außenminister Gideon Saar reagiert auf den Beitrag mit deutlichen Worten. „Botschafter Seibert fällt es schwer, Angriffe gegen Israelis zu verurteilen, ohne die Palästinenser zu erwähnen“, schreibt Saar. „Seine Fixierung auf die in Judäa und Samaria lebenden Juden hindert ihn sogar daran, den Tod eines Juden durch einen Palästinenser zu verurteilen.“ Es sei gut zu wissen, dass bald ein neuer Botschafter komme – „einer, der die israelisch-deutschen Beziehungen stärken wird“.

Laut der israelischen Armee wurde am Samstag ein israelischer Zivilist im Westjordanland getötet, in dem ein palästinensisches Fahrzeug seinen Wagen gerammt hat. Die israelische Polizei untersucht nach eigenen Angaben, ob der Vorfall „terroristisch motiviert“ gewesen sei.

15:19 Uhr – Merz telefoniert mit Trump

Bundeskanzler Merz hat sich mit Donald Trump ausgetauscht. „Ich habe heute Nachmittag mit US-Präsident Donald Trump die Situation in Iran, Israel und in der Ukraine besprochen. Wir haben verabredet, weiter in engem Kontakt zu bleiben. Unser Austausch wird bald fortgesetzt“, schrieb der Kanzler auf der Plattform X. Weitere Einzelheiten teilte die Bundesregierung nicht mit.

13:52 Uhr – Iran meldet „schwere Schäden“ an Energieinfrastruktur durch US-israelische Angriffe

Irans Wasser- und Energieinfrastruktur ist nach iranischen Angaben durch die Angriffe der USA und Israels stark beschädigt worden. Die lebenswichtige Wasser- und Strominfrastruktur des Landes habe „durch Terror- und Cyberangriffe“ der USA und Israels „schwere Schäden erlitten“, erklärte Irans Energieminister Abbas Aliabadi am Sonntag nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Isna.

Die Angriffe richteten sich demnach gegen „dutzende von Anlagen zur Wasserversorgung und -aufbereitung“, führte Aliabadi aus. Zudem hätten sie „Teile der kritischen Versorgungsnetze“ zerstört. Derzeit werde daran gearbeitet, die Schäden zu beheben.

13:40 Uhr – Netanjahu: Weitere Länder müssen sich Iran-Krieg anschließen

Netanjahu drängt weitere Länder dazu, sich dem Kampf gegen den Iran anzuschließen. „Sie haben eine interkontinentale ballistische Rakete auf Diego Garcia abgefeuert“, sagte Netanjahu bei einem Besuch in der israelischen Wüstenstadt Arad, in der am Samstagabend eine iranische Rakete eingeschlagen und schwere Zerstörungen angerichtet hatte.

Der Iran hatte nach Angaben des Staatsfernsehens am Samstag zwei ballistische Raketen auf einen von Großbritannien und den USA gemeinsam genutzten Militärstützpunkt auf der Insel Diego Garcia abgefeuert. Der Stützpunkt liegt etwa 4000 Kilometer südöstlich der iranischen Küste. „Sie haben jetzt die Kapazität, tief nach Europa vorzudringen“, sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros. Der Iran habe schon europäische Länder wie Zypern angegriffen. Mit der Blockade der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus versuche Teheran zudem, „die gesamte Welt zu erpressen“.

Netanjahu fragte: „Welchen weiteren Beweis brauchen Sie noch, dass dieses Regime, das die ganze Welt bedroht, gestoppt werden muss?“ Es sei an der Zeit, „dass die Staats- und Regierungschefs der übrigen Länder sich anschließen“, sagte Netanjahu, ohne dabei konkrete Staaten zu nennen. Einige bewegten sich bereits in diese Richtung, „aber es ist mehr nötig“. Es gehe um die „Sicherheit der ganzen Welt“, sagte der Regierungschef.

12:41 Uhr – 15 Verletzte bei Raketenangriff auf Großraum Tel Aviv

Bei einem iranischen Raketenangriff auf die israelische Küstenmetropole Tel Aviv sind nach Angaben von Sanitätern 15 Menschen verletzt worden. Ein 53 Jahre alter Mann habe schwere Verletzungen erlitten, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit. Nach Polizeiangaben gab es mehrere Einschläge im Bereich des Großraums Tel Aviv.

Ein Armeesprecher teilte mit, der Iran habe bei dem Angriff erneut Streumunition eingesetzt. Eine Rakete mit Streumunition zerbricht häufig über dem Ziel in der Luft und verteilt dann Submunitionen, auch Bomblets genannt, über einem großen Gebiet. Nach Militärangaben beträgt der Radius der Einschläge bei dieser Art von Waffe rund zehn Kilometer.

11:40 Uhr – Pistorius: Hilfe in Straßen von Hormus erst nach dem Krieg

In der Debatte um die Sicherung der Straße von Hormus bekräftigt Verteidigungsminister Boris Pistorius, dass Deutschland sich erst nach einem Waffenstillstand beteiligen würde. Man sei bereit ​zu helfen, ob bei der Minenräumung „oder was auch immer“, „aber eben erst nach Beendigung der Kampfhandlungen“, sagte er bei einem Besuch in Japan. „Alles andere macht überhaupt keinen Sinn.“ Deutschland wolle sich nicht in den Krieg hineinziehen lassen.

11:38 Uhr – Israel: Zerstörungen in libanesischen Grenzdörfern werden beschleunigt

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu weisen das Militär an, die Zerstörung von Häusern in libanesischen Grenzdörfern zu beschleunigen. Damit ​sollen Bedrohungen für israelische Gemeinden beendet werden, teilt Katz mit. Zudem solle die Armee umgehend alle Brücken über den libanesischen Fluss Litani zerstören. Diese würden für „terroristische Aktivitäten“ genutzt.

10:58 Uhr – Israelische Luftabwehr fängt iranische Raketen nicht ab – Über 100 Verletzte

Die israelische Luftabwehr hat bei iranischen Raketenangriffen auf Südisrael ​die Geschosse nicht abgefangen. Die Abwehrsysteme hätten zwar ausgelöst, die Raketen jedoch ⁠nicht gestoppt, erklärte der israelische Militärsprecher Effie Defrin auf der Plattform X. „Wir werden den Vorfall untersuchen und daraus lernen“, kündigte der Brigadegeneral an.

In Israel wurden am Samstagabend mehr als 100 Menschen bei iranischen Raketenangriffen auf die beiden südlichen Wüstenstädte Dimona und Arad verletzt, elf davon schwer. Es kam zu schweren Zerstörungen. Iranische Staatsmedien berichteten, die Angriffe hätten einer israelischen Atomforschungsanlage gedient, die etwa zehn Kilometer von Dimona und 30 Kilometer von Arad entfernt liegt. Auch am Morgen gab es im Süden Israels erneut Raketenalarm nach Angriffen aus dem Iran.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach nach dem Beschuss von Arad von einem „sehr schwierigen Abend im Kampf um unsere Zukunft“. „Wir sind entschlossen, unsere Feinde weiterhin an allen Fronten anzugreifen“, hieß es in einer Mitteilung seines Büros. Die iranischen Revolutionsgarden ‌teilten am frühen Sonntag mit, ⁠sie hätten „militärische Anlagen“ ​und Sicherheitszentren im Süden Israels ins Visier genommen. Dimona und ⁠Arad liegen in der Nähe mehrerer Militärstützpunkte, darunter der Luftwaffenstützpunkt Nevatim, einer der größten des Landes. Etwa ‌13 Kilometer südöstlich von Dimona ⁠befindet ‌sich ​zudem ein ⁠streng abgeschirmter Atomreaktor ​Israels.

09:13 Uhr – Iranische Staatsmedien: Armeestützpunkt nahe Bagdad mit Drohnen angegriffen

Ein Armeestützpunkt nahe der irakischen Hauptstadt Bagdad ist der iranischen staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge mit Drohnen angegriffen worden. Der Stützpunkt nahe dem internationalen Flughafen von Bagdad sei „erneut zum Ziel von Drohnenangriffen geworden“, berichtete Irna am Sonntag. Der Militärkomplex war in der Vergangenheit von der US-Armee genutzt worden.

08:32 Uhr – Neue iranische Raketenangriffe auf Israel

Der Iran setzt seine massiven Raketenangriffe auf israelische Ziele fort. Im Großraum Tel Aviv heulten erneut die Warnsirenen, Menschen eilten in Schutzräume. Ein Einwohner Tel Avivs berichtete, es seien in der Mittelmeermetropole Explosionsgeräusche zu hören. Bei einem Raketenangriff auf den Norden Israels ist zudem nach Angaben von Sanitätern mindestens ein Mensch getötet worden. Zwei Fahrzeuge seien bei dem Vorfall in Misgav Am an Israels Grenze zum Libanon ausgebrannt, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit.

07:23 Uhr – Straße von Hormus bleibt für „Feinde des Iran“ geschlossen

Der Iran ist der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Mehr zufolge zur Zusammenarbeit mit der Internationalen ​Seeschifffahrts-Organisation (IMO) bereit, um die Sicherheit im Golf zu verbessern. Die Straße von Hormus bleibe für alle Schiffe geöffnet, mit Ausnahme von jenen, die mit „Feinden des Iran“ in Verbindung stünden, ⁠sagte der iranische IMO-Vertreter Ali Mussawi der Agentur zufolge. Die Durchfahrt sei nach vorheriger Abstimmung mit der Regierung in Teheran möglich.

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05.51 Uhr – Japan will bei Minenräumung helfen

Japan könnte sich nach den Worten von Außenminister Toshimitsu Motegi an einer Minenräumung in der Straße von Hormus beteiligen. Voraussetzung sei jedoch ein Waffenstillstand in dem Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran, sagte Motegi. Japan importiert rund 90 Prozent seines Öls über die Meerenge, die der Iran im Zuge ⁠des Krieges weitgehend geschlossen ​hat.

03:14 Uhr – ⁠Iran droht bei Angriff auf Kraftwerke mit Vergeltung

Der Iran droht im Falle eines Angriffs der USA auf die Kraftwerke des Landes mit Vergeltungsschlägen. Sollte die Kraftstoff- und Energieinfrastruktur des Irans angegriffen werden, werde das iranische Militär alle Energieinfrastrukturen und Entsalzungsanlagen mit Verbindungen zu den USA in der gesamten Golfregion ins Visier nehmen, zitierte die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Fars einen Sprecher.

01:13 Uhr – ⁠Trump setzt Iran Ultimatum für Öffnung der Straße von Hormus

US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit der Zerstörung seiner Energieanlagen, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig und „ohne Drohungen“ öffnen. Andernfalls würden die USA Irans Kraftwerke angreifen und zerstören, „beginnend mit dem größten!“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Samstag, 21. März

22:36 Uhr – Berlin laut Israels Militärchef in Reichweite iranischer Raketen

Der iranische Raketenangriff auf die Insel Diego Garcia zeigt nach Worten des israelischen Generalstabschefs, dass auch europäische Hauptstädte wie Berlin im Bedrohungsradius liegen. Der Iran hatte nach Angaben des Staatsfernsehens zwei ballistische Raketen auf einen von Großbritannien und den USA gemeinsam genutzten Militärstützpunkt auf der Insel Diego Garcia abgefeuert. Der Stützpunkt liegt etwa 4.000 Kilometer südöstlich der iranischen Küste.

„Diese Raketen sind nicht dafür bestimmt, Israel zu treffen“, sagt Israels Militärchef Ejal Zamir. Europäische Hauptstädte lägen innerhalb von ihrem Radius. „Berlin, Paris und Rom sind alle im direkten Bedrohungsradius.“

21:58 Uhr – EU-Länder sollen Füllziel für Gasspeicher senken

Wegen der Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Energiepreise ruft die Europäische Kommission Deutschland und die anderen EU-Staaten zur Senkung des Füllziels für ihre Gasspeicher auf. Der Schritt könne dazu beitragen, die Gasnachfrage in Zeiten angespannter Versorgung zu senken und den Druck auf die Preise zu mindern, schreibt der zuständige EU-Kommissar Dan Jørgensen in einem Brief an die Mitgliedstaaten. In Erwägung gezogen werden sollte eine Senkung des Füllziels von normalerweise 90 auf 80 Prozent.

Die Versorgungssicherheit in der Europäischen Union beschreibt Jørgensen dennoch als derzeit vergleichsweise wenig gefährdet. Grund seien die begrenzte Abhängigkeit von Importen aus der Konfliktregion und LNG-Lieferungen, die die Straße von Hormus schon vor dem Kriegsausbruch durchquert hatten.

18:48 Uhr – Großbritannien lehnt von Stützpunkten auf Zypern ausgehende Angriffe ab

Großbritannien lehnt Angriffe auf den Iran ab, die von seinen Militärstützpunkten auf Zypern aus gestartet werden sollten. Dies teilt die zyprische Regierung unter Berufung auf ein Telefonat zwischen dem britischen Premierminister Keir Starmer und dem zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides mit. Starmer habe bekräftigt, dass ​die Sicherheit Zyperns für Großbritannien von grundlegender Bedeutung sei. Daher würden die bereits bestehenden Präventivmaßnahmen verstärkt. Großbritannien unterhält seit der Unabhängigkeit Zyperns zwei Stützpunkte auf der Mittelmeerinsel.

18:39 Uhr – Iran: Haben Luftwaffenstützpunkte in Emiraten und Kuwait angegriffen

Iranische staatliche Medien berichten, die Marine der Revolutionsgarden habe Raketen und Drohnen auf die Luftwaffenstützpunkte Al-Minhad in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ali al-Salem in Kuwait abgefeuert. Beide Stützpunkte seien für Angriffe auf iranische Inseln im Persischen Golf ​benutzt worden.

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17:33 Uhr – Israel bestreitet Luftangriff auf iranische Atomanlage

Das israelische Militär bestreitet, hinter einem Luftangriff auf die iranische Atomanlage Natans zu stecken. Man sei sich keiner israelischen Angriffe in der Region bewusst, teilt das Militär mit. Zuvor hatte die amtliche iranische Nachrichtenagentur Misan berichtet, dass es einen Luftangriff auf Natans gegeben habe. Es sei nach dem Angriff am Samstag keine radioaktive Strahlung ausgetreten.

dpa/AFP/AP/Reuters/ll/saha/sebe/jmr/lay/ceb/kami

Source: welt.de