Rheinland-Pfalz wählt Landtag : Schweitzer will es bleiben, Schnieder will es werden – trotzdem wer ist da noch?

Rheinland-Pfalz wählt Landtag Schweitzer will es bleiben, Schnieder will es werden – aber wer ist da noch?

22.03.2026, 08:01 Uhr

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Haben die besten Karten, Ministerpräsident zu werden: Schweitzer und Schnieder. (Foto: IMAGO/Marc John)

Am Sonntag wählen die Menschen in Rheinland-Pfalz eine neue Regierung. Spannend wird es vor allem für SPD und CDU, die den Ministerpräsidenten stellen könnten. Aber da gibt es noch mehr Kandidaten.

In Rheinland-Pfalz wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Mit einer Bevölkerung von 4,12 Millionen Menschen und einer Fläche von rund 19.860 Quadratkilometern gehört Rheinland-Pfalz zu den mittelgroßen Bundesländern. Das Land umfasst traditionell eher dünn besiedelte und wirtschaftsschwächere Gebiete. Aber heute ist das Land auch ein wichtiger Industriestandort, entlang des Rheins etwa finden sich Zentren der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Wie es künftig in der Region weitergeht, wird am Sonntag von den Bürgern des Landes entschieden.

Laut jüngsten Umfragen liefern sich CDU und SPD ein Kopf-an-Kopf-Rennen, die CDU liegt dabei hauchdünn mit einem bis zwei Prozentpunkten vorn. Dahinter folgen AfD und Grüne, auch Linke und Freie Wähler könnten in den Landtag in Mainz einziehen. Ein Überblick über die Spitzenkandidaten.

Alexander Schweitzer von der SPD

Weniger als zwei Jahre hatte Schweitzer Zeit, um sich als neuer Ministerpräsident zu etablieren. Im Juli 2024 wurde er nach dem Rücktritt seiner Parteikollegin Malu Dreyer zu ihrem Nachfolger gewählt und setzte die bestehende Koalition aus SPD, Grünen und FDP fort. Nun stellt er sich erstmals als Spitzenkandidat einer Landtagswahl.

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Alexander Schweitzer ist seit gut anderthalb Jahren Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz – und der SPD-Politiker will es bleiben. (Foto: picture alliance / Bonn.digital)

Der in Landau in der Pfalz geborene 52-Jährige sitzt seit 2006 im Landtag. Zwischen 2011 und 2013 war er Generalsekretär der Landes-SPD, von 2014 bis 2021 führte er deren Landtagsfraktion. Seit vergangenem Juni ist er stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender. Er gilt als bodenständig und will die derzeit regierende Ampelkoalition fortsetzen.

Gordon Schnieder von der CDU

Der Oppositionsführer soll die CDU nach 35 Jahren wieder in Regierungsverantwortung bringen. Der 50-Jährige stammt aus einer politischen und katholisch geprägten Familie. Bereits sein Vater war Lokalpolitiker der CDU. Zusammen mit drei Geschwistern wuchs er im Landkreis Vulkaneifel auf. Sein älterer Bruder ist Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder von der CDU.

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Gordon Schnieders CDU liegt in den Umfragen knapp vor der SPD. (Foto: picture alliance / Chris Emil Janßen)

Anfang der 1990er Jahre trat Gordon Schnieder in die CDU ein. 2014 wurde er Bürgermeister der Ortsgemeinde in Birresborn, in der er noch heute mit seiner Frau und seinen drei Kindern lebt. Landtagsabgeordneter ist er seit 2016. 2023 wurde er zunächst Fraktionschef der CDU im Parlament, ein Jahr später übernahm er zusätzlich den Landesvorsitz.

Jan Bollinger von der AfD

Der in Koblenz geborene 48-Jährige steht seit 2022 an der Spitze seines Landesverbands. Ein Jahr später wurde er auch Fraktionsvorsitzender. Der Diplombetriebswirt arbeitete unter anderem als Unternehmensberater und Verwaltungsleiter in der Jugendhilfe.

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Jan Bollinger ist Spitzenkandidat der AfD. (Foto: picture alliance/dpa)

2021 wurde er in einem Gutachten des Bundesverfassungsschutzes erwähnt. Bollinger gilt innerhalb der AfD als gut vernetzt. Er tritt weniger moderat auf als sein Vorgänger Michael Frisch.

Katrin Eder von den Grünen

Eders politische Karriere begann in ihrer Geburtsstadt Mainz. Zwischen 2011 und 2021 war sie Umwelt- und Verkehrsdezernentin der Landeshauptstadt. Mehrere Großprojekte wie der Ausbau des Straßenbahnnetzes nach Lerchenberg fielen in ihre Amtszeit.

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Katrin Eder (Bündnis90/Die Grünen) kandidiert für die Grünen – noch ist sie Ministerin im Ampel-Kabinett. (Foto: picture alliance/dpa)

2021 holte sie die damalige Landesumweltministerin Anne Spiegel von den Grünen als Staatssekretärin in ihr Ministerium. Nach Spiegels Wechsel in die Bundespolitik Ende 2021 wurde sie ihre Nachfolgerin als Umweltministerin. Die 49-Jährige hat zwei Söhne.

Joachim Streit von den Freien Wählern

2021 gelang den Freien Wählern erstmals der Sprung in den rheinland-pfälzischen Landtag. Ihr Spitzenkandidat war auch damals Streit. Der 60-jährige Jurist war zuvor zwölf Jahre lang Bürgermeister in Bitburg und anschließend Landrat des Eifelkreises Bitburg-Prüm. 2024 folgte der Wechsel als EU-Abgeordneter nach Brüssel. Nun soll wieder der Wechsel nach Mainz folgen.

Wenige Monate nach seinem Weggang aus Mainz zerlegte sich die Fraktion im Herbst 2024. Das Machtgerangel endete damit, dass zwei Abgeordnete aus der Fraktion austraten. Diese zerfiel, die vier übrigen Abgeordneten bildeten danach eine Gruppe im Landtag.

Rebecca Ruppert von den Linken

Der 36-Jährigen aus Rheinhessen könnte mit der Linken erstmals der Sprung in den Landtag gelingen. Ruppert ist erst seit April 2020 in der Politik aktiv. Seit 2024 ist sie Landesvorsitzende ihrer Partei. Davor arbeitete sie im Präsidium des Landesausschusses und in den Landesarbeitsgemeinschaften Betrieb und Gewerkschaft.

Anders als die anderen Spitzenkandidaten ist sie keine Berufspolitikerin. Nach der Schule arbeitete sie zunächst in einem Altenheim, heute ist sie IT-Beraterin.

Daniela Schmitt von der FDP

Die Landeswirtschaftsministerin muss um ihr Mandat kämpfen. Laut Umfragen droht der FDP ein Scheitern an der Fünfprozenthürde. Vor ihrer politischen Karriere war die 53-Jährige Bankbetriebswirtin.

Zwischen 2016 und 2021 war sie Wirtschaftsstaatssekretärin. 2021 stieg sie an die Spitze des Ministeriums auf. Schon 2021 war Schmitt Spitzenkandidatin ihrer Partei, damals schafften es die Liberalen knapp über die Fünfprozenthürde.

Quelle: ntv.de, mpa/AFP

Source: n-tv.de