Trumps Zick-Zack-Kurs im Iran-Krieg

Donald Trump steigt aus der Air Force One aus.

Stand: 21.03.2026 • 08:26 Uhr

US-Präsident Trump erwägt ein „Herunterfahren“ des Iran-Krieges und versucht so, seine Landsleute zu beruhigen. Auch Sanktionen gegen Iran wurden gelockert, um die Märkte zu stabilisieren – zugleich melden Medien eine Verstärkung der Truppen.

„Wir stehen kurz davor, unsere Ziele zu erreichen, und erwägen nun, unsere umfangreichen militärischen Bemühungen zurückzufahren“ – so Donald Trump in einem Post bei Truth Social. Kurz zuvor hatte der Präsident zu Reportern gesagt, die USA und Israel hätten einen Sieg errungen. Er sprach kurz vor dem Abflug nach Florida ins Wochenende, mit dem wartenden Hubschrauber im Hintergrund.

„Ich glaube, wir haben gewonnen“, sagte Trump. „Wir haben ihre Marine und ihre Luftwaffe ausgeschaltet, wir haben ihre Flugabwehr ausgeschaltet, wir haben alles ausgeschaltet, wir können uns frei bewegen. Aus militärischer Sicht sind sie am Ende.“

Verstärkung am Persischen Golf

Indem er ein „Herunterfahren“ des Krieges ankündigte, versucht der Präsident, seine Landsleute zu beruhigen, denn sie stöhnen wegen der steigenden Benzinpreise. Gleichzeitig aber hat die US-Armee Medienberichten zufolge eine weitere Verstärkung an den Persischen Golf beordert. Dabei handelt es sich um drei amphibische Angriffsschiffe und rund 2.500 Marines.

Marines sind so etwas wie Elitesoldaten und vielfältig einsetzbar. Aus ihrer Entsendung allein lässt sich nicht schließen, was genau Trump vorhat. Unter Berufung auf seine Quellen berichtet Barak Ravid vom Magazin Axios jedoch, das Weiße Haus erwäge ernsthaft einen Einsatz von Bodentruppen:

Was die Trump-Administration will, sind zwei Dinge: Erstens, eine Besetzung der Insel Charg, um die Kontrolle über das iranische Öl zu übernehmen. Und zweitens, die Insel als Druckmittel in künftigen Verhandlungen mit dem Iran einzusetzen – Verhandlungen über die Straße von Hormus und über die Beziehungen zwischen dem Iran, der Region und der Welt.

Schimpfen über NATO-Verbündete

Erneut beschwerte sich Trump gestern über die NATO-Verbündeten. Sie seien Feiglinge und hätten nicht den Mut, in der Straße von Hormus einzugreifen. Und weiter: Es wäre schön, wenn sich die Länder, welche die Meerenge nutzten, engagieren würden. Schließlich bekäme China 90 Prozent seiner Energie auf diesem Weg und Japan 95 Prozent, so Trump.

Eigentlich hält die Trump-Administration China für den gefährlichsten Widersacher auf dem Globus. Dass der Präsident die Chinesen nun immer wieder einlädt, ihr Militär in die Straße von Hormus zu schicken, ist bemerkenswert.

Gelockerte Iran-Sanktionen

Doch 90 Minuten, nachdem er mehr Unterstützung verlangt hatte, schien Trump seine Haltung wieder zu ändern. Auf Truth Social schrieb er da, die USA sähen sich nicht in der Hauptverantwortung, die Straße von Hormus zu schützen. Lediglich auf Anfrage würden sie anderen dabei zu Hilfe kommen.

Unterdessen haben die USA Sanktionen gegen den Kriegsgegner Iran vorübergehend gelockert. Das Land darf jetzt das Erdöl verkaufen, das sich bereits im Transit befindet, auf Schiffen. Die US-Regierung erhofft sich davon eine Entspannung auf den Märkten.

Auch Russland profitiert

Dem Sender Fox Business hatte Finanzminister Scott Bessent vorgestern gesagt, mit dieser Maßnahme schade man Iran letztlich. „Im Grunde genommen werden wir die iranischen Ölfässer gegen die Iraner einsetzen, um den Preis in den nächsten zehn bis 14 Tagen niedrig zu halten, während wir diese Militäraktion fortsetzen“, behauptete er.

Laut Bessent handelt es sich um 140 Millionen Fass. Das ist knapp der weltweite Bedarf für eineinhalb Tage. Vermutlich hätte Iran dieses Erdöl auch so verkauft. Denn sein wichtigster Kunde ist China. Und Tanker auf dem Weg dorthin dürfen die Straße von Hormus passieren. Allerdings können nun auch Kunden im Westen iranisches Öl kaufen.

Iran erklärte hingegen, derzeit habe man keine Vorräte auf See. Vor wenigen Tagen hatten die USA bereits Ölsanktionen gegen Russland vorübergehend aufgehoben. Dem Land dürfte es dadurch möglich sein, Einnahmeeinbußen durch internationale Strafmaßnahmen zu einem erheblichen Teil wieder auszugleichen.

Source: tagesschau.de