Nach Vorwürfen: Produktionsfirma „Pyjama Pictures“ bricht mit Christian Ulmen

Die Produktionsfirma „Pyjama Pictures“, die Christian Ulmen mit aus der Taufe gehoben hat, bricht mit dem Schauspieler, nachdem seine ehemalige Frau, Collien Fernandes, schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben hat.

Man sei „zutiefst schockiert und entsetzt über die Vorwürfe gegen Christian Ulmen“, teilte die Firma auf Instagram mit. Von den „beschriebenen Ereignissen“ habe man bis jetzt „keine Kenntnis“ gehabt. Das Thema habe „eine Dimension, die den prominenten Einzelfall – und im Übrigen die Film- und Fernsehbranche – weit übersteigt“. Die „ganze Loyalität und Empathie“ gelte Collien Fernandes und „allen Opfern von sexuellem, physischem sowie emotionalem Missbrauch“. Auch wenn die Unschuldsvermutung gelte, sei man, um die Firma zu schützen, mit Christian Ulmen im Gespräch, „seine Gesellschafteranteile zurückzugeben“. Seit Mai 2023 sei er nicht mehr in der Geschäftsführung. Darüber hinaus seien keine weiteren Projekte mit ihm als Showrunner in Planung, schreiben die Geschäftsführer von Pyjama Pictures, Carsten Kelber und Frank Buchs.

Pyjama Pictures mit Sitz in Berlin und Hamburg war 2020 von Christian Ulmen, Carsten Kelber und Pro Sieben gegründet worden. Die Firma produziert für private und öffentlich-rechtliche Sender, betreut Ulmens Projekte wie die vierte und fünfte Staffel der Serie „jerks“ sowie die Serie „Die Discounter“ (Amazon) und „Ein Hof zum Verlieben“ (Sat.1).

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Ulmens Serie „jerks“ hat die zu Pro Sieben Sat.1 gehörende Plattform Joyn inzwischen aus dem Angebot genommen. Die „Shop Apotheke“ hat die mit Ulmen und Collien Fernandes für die Firma produzierten Werbespots suspendiert. Der Mitteldeutsche Rundfunk berät zurzeit, ob eine anstehende Wiederholung eines „Tatorts“ aus Weimar, in dem Ulmen einen Kommissar spielt, im April ins Programm kommen soll.

Collien Fernandes hat ihrem Ex-Mann „virtuelle Vergewaltigung“ vorgeworfen. Sie hat bei einem Gericht auf Mallorca Strafanzeige gegen ihn gestellt. Er sei dafür verantwortlich, dass von ihr gefälschte Nacktfotos und Sexvideos in Umlauf kamen, die „privat anmuten und so wirken sollten, als habe ich mich selbst nackt fotografiert und heimlich beim Sex gefilmt“. Diese Aufnahmen habe Ulmen „Hunderten von Männern“ geschickt. Er habe Ex-Mails und Fake-Profile angelegt, mittels einer mit KI verfremdeten Stimme Telefonsex gehabt, Sextreffen angeregt, in ihrem Namen Onlineaffären gehabt und eine ausgedachte Gruppenvergewaltigung beschrieben.

Ulmens Anwalt spricht, auch auf Anfrage der F.A.Z., von „unwahren Tatsachen“ und kündigte rechtliche Schritte gegen Berichterstattungen an. Für Christian Ulmen, der sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert hat, gilt die Unschuldsvermutung.

Source: faz.net