Osterurlaub in Kriegszeiten: Kanaren statt Dubai

Eine Reise in die Wärme ist für viele Urlauber Wunschziel in den Osterferien und im Frühjahr. Sehr beliebt war dabei bisher der Flug nach Dubai – denn die Emirate sind nicht so weit weg und jetzt schon schön warm. Doch der Irankrieg macht sie derzeit zu gefährlich, auch sie wurden schon von Iran angegriffen. Auch die benachbarten beliebten Reiseziele Jordanien und Oman erscheinen vielen da zu brisant.

Aber selbst weiter entfernte Regionen in Asien sind durch den Krieg betroffen, etwa Indien, die Malediven oder Thailand. Dort gibt es zwar keine Kriegshandlungen, aber viele Flüge sind ausgefallen, weil die Golffluglinien Emirates, Etihad und Qatar Airways wegen des Krieges kaum Flüge durchführen können. Sie sind für den Verkehr von Europa nach Asien eine der Hauptairlines. Andere Gesellschaften wie etwa die Lufthansa haben zwar die Zahl ihrer Flüge nach Asien erhöht, aber das kompensiert nicht die Ausfälle. Die Folge: Die Flugpreise sind deutlich gestiegen – zu hoch für viele, die noch nicht gebucht haben.

Flugpreise in Europa steigen um sechs Prozent

Im Rest der Welt fallen zwar so gut wie keine Flüge aus, aber die stark steigenden Flugbenzinpreise infolge des Krieges verteuern die Tickets. Das Flugvergleichsportal Kajak hat für Flüge innerhalb Europas in den nächsten vier Monaten einen Preisanstieg von sechs Prozent festgestellt. Verglichen wurden in der Analyse für die F.A.S. die Preise vom 9. bis 15. März mit denen vier Wochen vorher. Die Preise sind auch um zwei Prozent im Vergleich zur Vorwoche gestiegen, was aber saisonüblich sei.

Ein deutlicherer Preisanstieg in den kommenden Wochen ist aber auch für Europa denkbar. Fluggesellschaften, die sich nicht ausreichend mit Absicherungsgeschäften vor steigenden Kerosinpreisen schützen, kommen unter Druck. So kündigte zum Beispiel die skandinavische SAS mit Verweis auf den „scharfen und plötzlichen Anstieg“ der Treibstoffpreise an, im April 1000 Flüge zu streichen, nach einigen Hundert Ausfällen im März. Treibstoff ist nach den Personalkosten der zweitgrößte Ausgabenposten der Fluggesellschaften und macht ein Fünftel bis ein Viertel der Betriebskosten aus. Die Lufthansa sichert ungefähr 80 Prozent des Spritbedarfs über die Börse ab.

Osterurlaub für 1000 Euro

Urlauber, die nun für Ostern ein anderes Reiseziel suchen, weil der Nahe Osten oder Asien ausfallen, können in der Nähe Ersatz finden. Für Paare gibt es noch eine Woche Pauschalurlaub für 1000 Euro. Die Preise sind teilweise sogar im Vergleich zu Februar gefallen. Das zeigt eine Auswertung des Reiseportals Holiday Check für die F.A.S. auf Basis von mehreren Millionen Angeboten von mehr als 68 Veranstaltern für Reisen mit mindestens einer Verpflegung am Tag. Günstig sind derzeit Ziele am Mittelmeer. Die Costa Brava kostet im Durchschnitt 940 Euro für eine Woche, die Türkische Riviera 1120 und die griechische Insel Kos 1190 Euro. Zum Baden dürfte es dort für viele noch zu kalt sein. Aber die Costa Brava lockt zum Beispiel mit der Nähe zu Barcelona und Girona und Küstenwanderungen auf dem Camí de Ronda.

Wer es wärmer braucht, kann Djerba im südlichen Tunesien ansteuern und zahlt dafür durchschnittlich 1260 Euro. Andere Warmwasserziele sind deutlich teurer. Hurghada und Marsa Alam in Ägypten kosten rund 1800 Euro, die Kanaren bis zu 2600 Euro, wobei Fuerteventura noch am günstigsten ist.

Karibik statt Malediven, Afrika statt Sri Lanka

Die Reiseplattform Vivido hat Alternativen auf Basis des Zwecks der Reise gesucht. Wer ursprünglich weißen Sandstrand und Palmen auf den Malediven gesucht hatte, könnte jetzt in der Karibik fündig werden. Für die französischen Antillen bestünden gute Umsteigeverbindungen über Frankreich. „Wir sehen hier bessere Verfügbarkeiten und moderatere Preise“, sagt Vivido-Chef Tobias Boese. Eine Katamaran-Luxuskreuzfahrt zu den Grenadinen gebe es zum Beispiel für 2700 Euro pro Person für neun Tage mit Vollpension und Flug.

Wer eine Safari auf Sri Lanka machen wollte, kann das in Afrika realisieren. Dreizehn Tage Südafrika mit Mietwagen, Safari, Vollpension und Flug gibt es ab 2760 Euro pro Person, acht Tage Namibia ab 2140 Euro pro Person. Thailand-Freunde, die Stadt (Bangkok) mit Strand (Phuket) verbinden wollten, könnten nach Miami ausweichen. Dort gibt es Flair in der Stadt, Natur in den Everglades und Strand vor der Haustür. Acht Tage kosten mit Mietwagen aber ohne Verpflegung mindestens 1570 Euro pro Person. Und Schnorchler können auch auf Sardinien und den griechischen Inseln Mykonos und Santorini gute Spots finden.

Source: faz.net