USA setzen Sanktionen z. Hd. iranisches Öl gen Schiffen aus

Vor dem Hintergrund gestiegener Ölpreise will Trump die globalen Märkte beruhigen. Das US-Finanzministerium lockert nun Sanktionen. Der Iran will derweil einem Medienbericht zufolge japanische Schiffe die Straße von Hormus passieren lassen. Mehr im Liveticker.

Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.

Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:

03:45 Uhr – United Airlines kürzt Flugplan wegen hoher Spritpreise

Die US-Fluggesellschaft United Airlines kürzt nach dem drastischen Anstieg der Spritpreise durch den Iran-Krieg ihren Flugplan. Insgesamt würden rund fünf Prozent der für dieses Jahr geplanten Kapazitäten zeitweise stillgelegt, kündigte Firmenchef Scott Kirby an. United stelle sich aktuell darauf ein, dass der Erdölpreis auf 175 Dollar (151 Euro) pro Barrel steigen und nicht vor Ende 2027 unter die Marke von 100 Dollar (86 Euro) pro Barrel sinken werde. Zugleich sei möglich, dass es nicht so schlimm kommen werde, schränkte Kirby ein.

03:15 Uhr – Iran will laut Medienbericht japanische Schiffe durch Straße von Hormus lassen

Der Iran ist einem Medienbericht zufolge bereit, Schiffe mit Bezug ⁠zu Japan durch die Straße von Hormus fahren zu lassen. Die Regierung in Teheran führt bereits Gespräche mit Tokio über eine mögliche Öffnung der Meerenge, berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den iranischen Außenminister Abbas Aragtschi.

Der Iran hält ⁠die für die ​weltweite Ölversorgung wichtige ‌Route wegen des Krieges der USA und Israels gegen das Land seit drei Wochen weitgehend geschlossen. Japan bezieht rund 95 Prozent seines Öls aus dem Nahen Osten. Etwa 90 Prozent der Lieferungen für das Land werden durch die Straße von Hormus transportiert.

02:15 Uhr – Iran greift laut Medienbericht US-britischen Militärstützpunkt an

Der Iran hat US-Medienberichten zufolge einen von Großbritannien und den USA gemeinsam genutzten Militärstützpunkt auf den Chagos-Inseln im Indischen Ozean angegriffen. Die Islamische Republik attackierte den Stützpunkt auf der Insel Diego Garcia mit ballistischen Raketen, wie unter anderem das „Wall Street Journal“ und der Sender CNN unter Berufung auf ranghohe US-Beamte berichteten. Demnach feuerte der Iran zwei Geschosse mit mittlerer Reichweite auf die Basis ab, doch keines der beiden habe die Anlage getroffen. Eine offizielle Bestätigung seitens der britischen oder der US-Regierung gab es zunächst nicht.

Angesichts der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hatte US-Präsident Donald Trump schon vor Kriegsbeginn darauf gepocht, dass Großbritannien doch nicht wie geplant die Chagos-Inseln an Mauritius zurückgibt. Die USA könnten auf die Insel Diego Garcia angewiesen sein, um einen möglichen Angriff des iranischen Militärs abzuwehren, hatte Trump Mitte Februar auf seiner Plattform Truth Social mitgeteilt. Laut dem britischen Premierminister Keir Starmer ist der Stützpunkt einer der wichtigsten Beiträge des Vereinigten Königreichs zur Sicherheitspartnerschaft mit den USA.

01:40 Uhr – Saudi-Arabien fängt 22 Drohnen ab

Das saudiarabische Verteidigungsministerium erklärt im Onlinedienst X, dass knapp zwei Dutzend Drohnen im Osten des Landes abgefangen worden seien.

01:36 Uhr – Israelisches Militär meldet neue Raketenangriffe

Der Iran hat nach israelischen Angaben Israel erneut mit Raketen angegriffen. Die Abwehrsysteme seien im Einsatz, „um die Bedrohung abzufangen“, erklärte das israelische Militär am Samstag im Onlinedienst Telegram.

01:31 Uhr – Israel greift Hisbollah-Stellungen in Beirut an

Das israelische Militär ⁠greift ​eigenen ⁠Angaben zufolge Stellungen der ‌Hisbollah in ⁠der ‌libanesischen ​Hauptstadt Beirut ⁠an.

00:27 Uhr – USA lockern Sanktionen auf iranisches Öl auf Schiffen

Die USA haben vorübergehend Sanktionen auf iranisches Öl gelockert, das sich derzeit auf Schiffen befindet. Das US-Finanzministerium teilte mit, Verkauf und Lieferung seien bis zum 19. April erlaubt. Mit der Aufhebung von Sanktionen auf Erdöl versuchen die USA, die steigenden Preise für den Rohstoff unter Kontrolle zu bekommen.

US-Finanzminister Scott Bessent teilte auf X mit, dass ⁠durch die Ausnahmeregelung rund 140 Millionen Barrel Öl auf die Weltmärkte gelangen (1 Barrel = 159 Liter). Dabei betonte er, dass iranisches Öl weiterhin vom Persischen Golf nach Indien und China exportiert werde. China und Indien sind die wichtigsten Abnehmer des Rohstoffs aus dem Iran.

Jüngst hatten die USA bereits mitgeteilt, dass russisches Öl, das sich bereits auf Schiffen befinde, vorerst wieder straflos verkauft werden dürfe. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten.

Freitag, 20. März

22:45 Uhr – Trump: USA erwägen Militäreinsatz „zurückzufahren“

Donald Trump erwägt, die Militärangriffe auf den Iran „zurückzufahren“. Die USA stünden kurz davor, die eigenen Ziele in dem Krieg zu erreichen, schrieb der Republikaner auf seiner Plattform „Truth Social“.

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22:16 Uhr – Bisher 232 US-Soldaten verletzt

Seit Beginn der Angriffe sind 232 US-Soldaten verletzt worden. 207 von ihnen seien bereits wieder im Dienst, sagte Tim Hawkins, ein Sprecher des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom), der Nachrichtenagentur AP. Zuletzt hatte Centcom am Montag rund 200 verletzte Soldaten gemeldet. Es sind also 30 dazugekommen. Die Zahl der Schwerverletzten blieb aber gleich bei 10. 13 US-Soldaten kamen seit Kriegsbeginn ums Leben.

21:05 Uhr – Trump lehnt Feuerpause ab

Donald Trump lehnt eine Feuerpause ab. „Wir können einen Dialog führen, aber ich will keine Waffenruhe“, sagt Trump vor Journalisten. „Wissen Sie, man vereinbart keine Waffenruhe, wenn man die andere Seite gerade vernichtet.“

19:30 Uhr – Iran lehnt Verhandlungen über Straße von Hormus ab

Der Iran ist einem Medienbericht zufolge nicht zu Verhandlungen über eine Öffnung der Straße von Hormus bereit, solange er angegriffen wird. Die Meldung der Agentur Bloomberg bezieht sich auf die faktisch blockierte Wasserstraße, über die ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Erdgastransports läuft.

19:17 Uhr – Großbritannien erlaubt USA Nutzung von Basen

Die britische Regierung erlaubt den USA die Nutzung ihrer Militärbasen für Angriffe auf iranische Raketenstellungen, welche die Schifffahrt in der Straße von Hormus bedrohen. Dies wird nach Beratungen des britischen Kabinetts über die Lage dort bekanntgegeben. Das Abkommen zur kollektiven Selbstverteidigung der Region umfasse US-Einsätze zur Zerstörung ​derartiger Raketenstellungen, teilt das Büro von Premierminister Keir Starmer mit.

18:14 Uhr – Bundeswehrsoldaten kehren aus dem Irak zurück

Im Zuge des Nato-Abzugs aus dem Irak sind auch Bundeswehrsoldaten des Einsatzes „Nato Mission Iraq“ (NMI) nach Hause geholt worden. Sie seien gestern wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt, erklärte das Verteidigungsministerium. Minister Boris Pistorius zeigt sich erleichtert. „Wir haben mit mehreren A400M Personal und Material unter sehr riskanten Bedingungen aus Bagdad ausgeflogen“, erklärt er. „Darunter selbstverständlich auch das anderer Partnernationen.“ Im Nordirak und in Jordanien nehmen knapp 200 deutsche Soldaten weiter an den Einsätzen „Counter Daesh“ und „Capacity Building Iraq“ teil.

18:06 Uhr – Lage am europäischen Gasmarkt beruhigt sich etwas

Der Preis für europäisches Erdgas gibt nach den Turbulenzen am Vortag etwas nach. An der Börse in Amsterdam sank der Preis für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat am Nachmittag um 3 Prozent auf 59,04 Euro je Megawattstunde (MWh). Am Donnerstag war der Gaspreis noch zeitweise bis auf 71,45 Euro gestiegen.

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16:40 Uhr – Nato zieht Mission aus dem Irak ab

Die Nato zieht eine Mission zur Ausbildung von Soldaten und Sicherheitskräften aus dem Irak ab. Die Nato Mission Irak (NMI) habe „ihr gesamtes Personal sicher aus dem Nahen Osten nach Europa verlegt“, erklärte das Nato-Oberkommando der Alliierten Streitkräfte in Europa (Shape) am Freitag. Die Mission werde nun vom Einsatzhauptquartier in Neapel aus weitergeführt.

16:32 Uhr – USA schicken weitere Kriegsschiffe und 2500 Soldaten in die Region

Das US-Militär schickt drei weitere Kriegsschiffe und Tausende Marinesoldaten in die Golfregion. Ein Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur AP, die „USS Boxer“ und zwei weitere amphibische Angriffsschiffe sowie rund 2.500 Soldaten sollten von ihrem Heimathafen San Diego aus ins Kriegsgebiet verlegt werden.

16:28 Uhr – Neuer Führer tritt weiter nicht öffentlich auf

Der erste öffentliche Auftritt des neuen iranischen Revolutionsführers, Modschtaba Chamenei, lässt weiter auf sich warten. Zum persischen Neujahrsfest wurde im Staatsfernsehen nur eine schriftliche Erklärung Chameneis verlesen. Er würdigte die Standhaftigkeit seiner Landsleute.

15:01 Uhr – Trump beschimpft Nato-Partner als „Feiglinge“

US-Präsident Trump greift die Nato-Verbündeten wegen ihrer mangelnden Unterstützung im Krieg der USA und Israels gegen den Iran scharf an. „Ohne die USA ist die Nato ein Papiertiger!“, schreibt Trump in einem Beitrag in den sozialen Medien. Er bezeichnet die langjährigen Verbündeten als „Feiglinge“ und fügt hinzu: „Wir werden uns daran erinnern!“

14:48 Uhr – Iran droht weltweit mit Attentaten auf zivile Ziele

Der Iran droht damit, weltweit Freizeit- und Touristenziele ins Visier zu nehmen. Ein ranghoher Militärsprecher sagte, dass „Parks, Erholungsgebiete und Touristenziele“ weltweit für die Feinde Teherans nicht sicher seien.

Der neue oberste Führer des Landes, Ajatollah Modschtaba Chamenei, veröffentlichte ebenfalls eine seltene Erklärung und erklärte, den Feinden des Iran müsse ihre „Sicherheit“ genommen werden. So drohte die iranische Armee Militärangehörigen der USA und Israels ebenfalls mit Angriffen im Urlaub und bei Freizeitaktivitäten. „Wir haben ihre feigen Beamten, Kommandeure, Piloten und niederträchtigen Soldaten im Blick“, sagte der Sprecher der iranischen Armee, Abolfasl Schekartschi, dem iranischen Staatsfernsehen zufolge. „Von nun an werden für sie auch die Promenaden, die Urlaubsresorts sowie die Tourismus- und Unterhaltungszentren weltweit nicht mehr sicher sein“, fügte Schekartschi mit Blick auf die Armeeangehörigen der USA und Israels hinzu.

13:33 Uhr – Rund 100 Festnahmen in Abu Dhabi wegen Verbreitens von Falsch-Informationen

Die Polizei in den Vereinigten Arabischen Emiraten hat nach eigenen Angaben mehr als hundert Menschen festgenommen, weil sie Videoaufnahmen gemacht und „irreführende Informationen“ über den Iran-Krieg in sozialen Netzwerken verbreitet haben sollen. Die 109 Festgenommenen hätten verschiedene Nationalitäten, hieß es in einer Erklärung der Polizei von Abu Dhabi auf X. Sie hätten „Orte und Vorfälle gefilmt und falsche Informationen über Social-Media-Plattformen verbreitet“.

„Solche Aktionen können die öffentliche Meinung aufstacheln und zur Verbreitung von Gerüchten beitragen“, hieß es in der Erklärung der Polizei. Ähnliche Maßnahmen gab es auch in anderen Golfstaaten.

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12:52 Uhr – USA und Israel attackieren 16 Frachtschiffe in iranischen Häfen

Laut iranischen Angaben haben die USA und Israel mindestens 16 iranische Frachtschiffe in iranischen Häfen am Persischen Golf attackiert. Die Schiffe seien dabei „völlig ausgebrannt“, hieß es unter Berufung auf Behörden in einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim. Angriffe gab es laut einem Vertreter der Behörden der Provinz Hormusgan in den Städten Bandar Lengeh und Bandar Kong, die beide an der strategisch wichtigen Straße von Hormus liegen.

11:15 Uhr – „Axios“: USA erwägen Blockade oder Besetzung der Insel Charg

Die US-Regierung erwägt einem Bericht des US-Onlineportals „Axios „zufolge, die für den Ölexport wichtige iranische Insel Charg zu blockieren oder zu besetzen. So ​solle Druck auf die Führung in Teheran ausgeübt werden, damit sie die für die Schifffahrt und vor allem Ölexporte der Golf-Staaten wichtige Straße von Hormus wieder öffnet.

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10:10 Uhr – „WSJ“: USA eröffnen Schlacht um Straße von Hormus

Die USA und ihre Verbündeten intensivieren laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ den Kampf zur Wiederöffnung der Straße von Hormus. Dabei setzen sie tief fliegende Kampfflugzeuge ein, die iranische Marineschiffe angreifen, sowie Apache-Kampfhubschrauber, um iranische Drohnen abzuschießen, wie US-Militärvertreter der US-Zeitung mitteilten.

Generalstabschef Dan Caine machte die Operation auf einer Pressekonferenz im Pentagon öffentlich. Er erklärte, dass schwer bewaffnete A-10-Kampfflugzeuge – auch „Warthog“ genannt – sowie Apache-Kampfhubschrauber Einsätze über der Meerenge oder vor der Südküste Irans fliegen. „Die A-10 Warthog ist jetzt an der Südflanke im Einsatz und greift schnelle Angriffsboote in der Straße von Hormus an“, sagte er vor Reportern im Pentagon. Er fügte hinzu, dass die Apaches „sich dem Kampf an der Südflanke angeschlossen haben“.

Zudem erklärte er, einige Verbündete – ohne sie namentlich zu nennen – setzten Apaches ein, um sogenannte Einweg-Angriffsdrohnen zu bekämpfen. Diese zählen zu den effektivsten Waffen, die Iran eingesetzt hat, um benachbarte arabische Staaten und deren Energieinfrastruktur im Persischen Golf anzugreifen. Das Nahost-Kommando Centcom veröffentlichte auf X ein Video eines Angriffs auf ein iranisches Ziel:

dpa/AFP/AP/Reuters/ll/saha/sebe/jmr

Source: welt.de