Deutscher Buchhandlungspreis: Wolfram Weimer vs. Leipzig

Zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse 2026 sind Protestaktionen gegen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer angekündigt. Auslöser ist seine Entscheidung, drei linke Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis auszuschließen. Begründet hatte er das mit „verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen“, doch welche das sind, habe ihm der Verfassungsschutz auch nicht gesagt. Die Entscheidung stieß in der Branche auf Kritik, woraufhin Wolfram Weimer die Verleihung des Preises absagte. Das Aktionsbündnis Leipzig nimmt Platz ruft zur Demonstration Gegen Zensur & Autoritarismus auf, weil der Kulturstaatsminister heute die Messe eröffnet. Seine Vorfreude sei auf einer Skala von Eins bis Zehn bei einer Fünf, sagte Weimer. Inhaltlich steht die Buchmesse in diesem Jahr unter dem Motto Donau – Unter Strom und zwischen Welten. Im Mittelpunkt: Literatur und kulturelle Themen aus Regionen entlang der Donau, begleitet von Lesungen und Diskussionen. Raoul Löbbert ist Redakteur im Kulturressort. Im Podcast analysiert er Wolfram Weimers Umgang mit der Kritik und ordnet ein, was die Proteste für den Auftakt der Buchmesse bedeuten.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat in einer Regierungserklärung kurz vor dem EU-Gipfel die Europäische Union dazu aufgerufen, ihre Interessen geschlossen und selbstbewusst zu vertreten. Nur als vereinte Gemeinschaft verfüge die EU über das nötige Machtpotenzial in einer Welt, in der Großmächte offen Machtpolitik betreiben. Friedrich Merz hob zudem die Bedeutung von Wirtschaftsreformen für die Wettbewerbsfähigkeit Europas hervor. Dazu zählten die Stärkung des Binnenmarkts, die Schaffung einer Kapitalmarktunion, ein integrierter Energiebinnenmarkt sowie der Abbau überflüssiger Bürokratie. Außerdem äußerte er sich zur Ukraine und zum Irankrieg und stellte klar, dass es derzeit kein überzeugendes Konzept für die Militäroperationen gebe und die USA Deutschland nicht in die Planungen einbezogen hätten. ZEIT-Korrespondent Fabian Reinbold ordnet die Rede des Bundeskanzlers ein.

Außerdem im Update: Israel hat nach eigenen Angaben den iranischen Geheimdienstminister Esmail Chatib bei einem Luftangriff getötet. Das teilte Israels Verteidigungsminister Israel Katz mit. Aus dem Iran gab es bisher keine Bestätigung. Esmail Chatib galt als zentraler Akteur im iranischen Sicherheitsapparat und war seit fünf Jahren Minister für Nachrichtendienste.

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Moderation und Produktion: Fabian Scheler

Redaktion: Philip-Johann Moser

Mitarbeit: Celine Yasemin Rolle

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