Landgericht Verden: Klette-Prozess wegen Sprengstoffverdachts unterbrochen

Ein Sprengstoffhund hat während des 60. Verhandlungstermins im Prozess gegen Ex-RAF-Terroristin Klette an den Schließfächern der Zuschauer angeschlagen. Was passiert ist, bleibt zunächst mysteriös.
Im Prozess gegen die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette ist die Verhandlung am Landgericht im niedersächsischen Verden am Mittwoch kurz nach Beginn unterbrochen worden, nachdem ein Sprengstoffhund bei Schließfächern der Zuschauer angeschlagen hatte. Ein verdächtiger Gegenstand wurde untersucht. Am Mittag konnte dann Entwarnung gegeben werden, der Verhandlungstag wurde am frühen Nachmittag fortgesetzt.
Nach Angaben einer dpa-Reporterin vor Ort hatte ein Sprengstoffhund der Polizei bei den Schließfächern der Zuschauer angeschlagen. Daraufhin wurde ein Schließfach, in das ein Journalist Gegenstände gelegt hatte, ausgeräumt. Alle Sachen wurden von der Polizei kontrolliert. Da in den Gerichtssaal zum Beispiel keine elektronischen Geräte mitgenommen werden dürfen, gibt es vor dem Saal Schließfächer.
Transponder gefunden
Nachdem die Polizei die Sachen des Journalisten kontrolliert hatte, gab sie ihm die Gegenstände zurück. Darunter war allerdings ein Transponder, der dem Mann nicht gehörte. Ein Transponder ist ein kleines Plastikteil mit Sender, es wird etwa zum Öffnen von Türen verwendet, mit ihm kann aber auch auf größere Entfernung ein Signal übertragen werden.
Keiner der Polizeibeamten habe sich erklären können, woher der Transponder gekommen sei und wem er gehöre, sagte der betroffene Journalist. Die Polizei bestätigte diese Angaben. „Wem dieser Gegenstand gehört oder wie er in das Schließfach gelangte, ist derzeit noch unklar“, teilte eine Sprecherin mit.
Der Gegenstand wurde von Spezialkräften auf einer Wiese untersucht, am Mittag gab es dann Entwarnung. Eine Sprecherin der Polizeiinspektion Verden sagte, an dem Transponder sei nichts Verdächtiges gefunden worden, auch kein Sprengstoff. An der Untersuchung waren Entschärfer des Landeskriminalamtes beteiligt.
Daniela Klette soll mit den ehemaligen RAF-Terroristen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub mehrere Geldtransporter und Supermärkte überfallen haben, um ihr Leben im Untergrund zu finanzieren. Sie steht deswegen seit rund einem Jahr vor Gericht.
dpa
Source: stern.de