US-Imperialismus: Kuba kündigt Widerstand gegen Trumps Übernahmedrohung an
Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel hat die jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump entschieden zurückgewiesen. „Jeder äußere Aggressor wird auf unerschütterlichen Widerstand stoßen“, schrieb Díaz-Canel auf X.
Trump hatte zuvor erneut angedroht, Kuba zu „übernehmen“. „Mein ganzes Leben lang höre ich schon von den Vereinigten Staaten und Kuba. Wann werden die Vereinigten Staaten es tun?“, sagte Trump am Montag. Er rechne damit, die „Ehre zu haben, Kuba zu übernehmen.“ Ob er es „befreie“ oder „übernehme“, er könne mit dem Inselstaat „alles machen, was ich will“, sagte Trump.
Unterdessen konnten die kubanischen Behörden einen mehr als 24-stündigen landesweiten Stromausfall beenden. Das Stromnetz sei im gesamten Staatsgebiet wieder in Betrieb genommen worden. Die Ursache des Ausfalls nannte die Regierung nicht. Kubas Energiesystem leidet seit Monaten unter akutem Treibstoffmangel: Trump ließ alle Öllieferungen an die Insel blockieren und hat Staaten Sanktionen angedroht, die das Land mit Öl versorgen könnten. Insbesondere von venezolanischen Öllieferungen war Kuba abhängig. Hinzu kommt eine veraltete Infrastruktur, die die Stromversorgung zusätzlich anfällig macht.
Gleichzeitig wies US-Außenminister Marco Rubio einen Bericht der New York Times zurück, wonach die US-Regierung in laufenden Gesprächen auf die Absetzung von Díaz-Canel dringe. Der Artikel sei „falsch“ und stütze sich auf „Scharlatane und Lügner, die vorgeben, Bescheid zu wissen“. Die New York Times hatte ihren Bericht auf vier unabhängige, mit den Verhandlungen vertraute Personen gestützt, darunter einen US-Beamten. Demnach hat die US-Regierung kubanischen Vertretern signalisiert, eine Entmachtung Díaz-Canels zu wünschen; die kommunistische Regierung solle aber im Amt bleiben können.
Ähnliches Vorgehen in Venezuela
Ähnlich war die US-Regierung Anfang des Jahres in Venezuela vorgegangen: Dort ließ Trump Machthaber Nicolás Maduro völkerrechtswidrig durch eine US-Eliteeinheit in Caracas entführen und außer Landes bringen. Die bisherige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez übernahm daraufhin das Amt der geschäftsführenden Präsidentin und signalisierte Kooperationsbereitschaft mit den USA.
Kuba
hatte bereits in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass es Gespräche
mit den USA aufgenommen habe, um die Krise zu entschärfen. Der Austausch sei durch „internationale Akteure“ begünstigt worden, hieß es.