Iran bestätigt Tod von mächtigem Sicherheitschef Laridschani

Seit Beginn des Krieges galt er als „De-facto-Führer des iranischen Regimes“. Nun bestätigt Teheran: Sicherheitschef Ali Laridschani wurde von der israelischen Armee getötet. Auch ein weiterer hochrangiger Kommandeur ist tot. Mehr im Liveticker.

Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.

Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:

00:01 Uhr – VAE-Botschafter ruft Iran zu sofortigem Stopp der Angriffe auf

Nach den Luftangriffen aus dem Iran setzen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) auf Deeskalation, pochen aber zugleich auf ihr Recht auf Selbstverteidigung. Mit den USA werde man weiter als Partner zusammenarbeiten, um eine weitere Eskalation in der Region zu verhindern, sagte der VAE-Botschafter in Deutschland, Ahmed Alattar, dem „Handelsblatt“. „Gleichzeitig behalten wir uns das volle Recht auf Selbstverteidigung nach internationalem Recht vor.“

Der Iran beschießt die Golfstaaten seit Beginn des Kriegs. Am stärksten sind die Emirate unter Beschuss. Irans neues Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei hatte die Golfstaaten aufgefordert, US-Stützpunkte zu schließen, sonst würden die Angriffe fortgesetzt.

Dienstag, 17. März

22:05 Uhr – Iranische Medien bestätigen Tod von Sicherheitschef Laridschani

Der Iran hat den Tod des Spitzenfunktionärs, Ali Laridschani, bestätigt. Die den Revolutionsgarden nahe stehende Nachrichtenagentur Fars teilte mit, dass der Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates zum „Märyrer“ geworden sei. Auf dem ehemaligen Twitteraccount des ranghöchsten Sicherheitsbeamten hieß es, „ein Diener Gottes ist als Märtyrer zu seinem Herrn gelangt.“

Laridschani und der ebenfalls bei einem israelischen Luftangriff am Montag getötete Kommandeur der paramilitärischen Basidsch-Miliz, Brigadegeneral Gholamresa Soleimani, sollen nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim an diesem Mittwoch beigesetzt werden.

Laridschani hatte noch vor seinem Tod angekündigt, den Widerstand gegen die USA und Israel fortsetzen zu wollen. Der 67-Jährige war zuletzt zu einer zentralen Figur im iranischen Machtapparat aufgestiegen. Laridschani galt als wichtige Stimme, die den Iran auch nach außen vertrat. Seine Tötung dürfte es für die USA erschweren, eine Verhandlungslösung für ein mögliches Ende des Krieges zu finden.

19:58 Uhr – Iran bestätigt Tod von Basidsch-Kommandeur Soleimani – Israels Luftwaffe greift iranische Elite-Milizen

Iran bestätigt den Tod des Kommandeurs der paramilitärischen Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani. Gholamresa Soleimani sei „einer terroristischen Attacke des amerikanisch-zionistischen Feindes“ zum Opfer gefallen, hieß es auf der offiziellen Website der Revolutionsgarden.

Israels Armee bombardiert nach der von ihr zuerst verkündeten Tötung des Kommandeurs der iranischen Basidsch-Einheiten weiter Ziele dieser Miliz in Teheran. Die israelische Luftwaffe habe in den vergangenen Stunden Mitglieder dieser paramilitärischen Elite-Einheiten angegriffen, die an mehr als zehn verschiedenen Positionen in der iranischen Hauptstadt aktiv gewesen seien, teilte das israelische Militär mit. Zu möglichen Opfern machte die Armee zunächst keine Angaben.

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19:44 Uhr – Großdemonstrationen im Iran auf Aufruf der Behörden

Nach einem Demonstrationsaufruf der Behörden sind im Iran mitten im Krieg laut Berichten des Staatsfernsehens große Menschenmengen zusammengekommen. In mehreren Städten fanden demnach Kundgebungen statt. Das Fernsehen zeigte unter anderem eine riesige Menschenmenge in der Hauptstadt Teheran, die iranische Fahnen schwenkte.

18:49 Uhr – Erneut Raketen- und Drohnenangriff auf US-Botschaft in Bagdad

In der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Abend nach Angaben von AFP-Korrespondenten erneut mehrere laute Explosionen zu hören gewesen. Es habe einen Raketen- und Drohnenangriff auf die US-Botschaft gegeben, hieß es aus Sicherheitskreisen. Ein Augenzeuge berichtete, dass er von seinem Balkon aus ein Feuer auf dem Gelände der Botschaft gesehen habe.

18:39 Uhr – Israels Präsident sieht Tötung Laridschanis als Chance für Proteste

Israels Staatspräsident Izchak Herzog hat die von Israel verkündete Tötung des einflussreichen iranischen Generalsekretärs des Sicherheitsrats, Ali Laridschani, als „sehr wichtigen Schritt“ gelobt. Dies eröffne den Menschen im Iran den Freiraum für Proteste, sagte Herzog laut Angaben seines Büros.

Israel hat bereits mehrfach das Ziel eines Machtwechsels in Teheran genannt und die Bevölkerung zum Sturz der politischen Führung aufgerufen. Experten sehen diese Aufforderung unter den derzeitigen Bedingungen kritisch.

18:16 Uhr – Wadephul glaubt nicht an Regime-Wechsel

Bundesaußenminister Johann Wadephul rechnet nicht mit einem Regime-Wechsel im Iran. „Ich glaube nicht, dass das passiert“, sagte der CDU-Politiker bei einer Medienveranstaltung in Berlin. US-Außenminister Marco Rubio habe ihm gesagt, Ziel der anhaltenden Angriffe auf den Iran sei die Zerstörung der Atom- und Raketenprogramme, um die Gefährdung Israels auszuschalten. Ein kontrollierter Regime-Wechsel sei ohnehin nicht realistisch, und Chaos im Iran sei nicht im Interesse Europas.

16:50 Uhr – Drei libanesische Soldaten bei israelischem Luftangriff getötet

Bei einem israelischen Luftangriff im Südlibanon sind nach Angaben der libanesischen Armee in der Stadt Nabatijeh drei Soldaten ums Leben gekommen. Sie seien mit einem Auto und einem Motorrad unterwegs gewesen, teilt das Militär auf X mit. Zwei weitere Soldaten seien verletzt worden. Die israelische Armee erklärt, der Vorfall werde geprüft. Man gehe gegen die Hisbollah vor und nicht gegen die libanesischen Streitkräfte.

16:32 Uhr – Trump findet Absage von Nato-Verbündeten „ziemlich schockierend“

Donald Trump kritisiert die Nato-Verbündeten für ihre Weigerung, sich am Krieg gegen den Iran zu beteiligen. Die Haltung der Verbündeten sei „ziemlich schockierend“, sagte Trump im Oval Office in Washington. „Ich denke, die Nato macht einen sehr dummen Fehler“, fügte er hinzu. Die meisten Partner hätten ihm mitgeteilt, dass sie nicht in den Konflikt verwickelt werden wollten, teilt Trump auf der Plattform Truth Social mit.

Dies überrasche ihn nicht, da er die Allianz schon immer als „Einbahnstraße“ betrachtet habe. Er betonte, die USA hätten Milliarden Dollar zur Verteidigung der Nato-Verbündeten ausgegeben. „Wir brauchen oder wünschen die Hilfe der Nato-Länder nicht mehr“, schrieb Trump. „Wir haben sie nie gebraucht!“, fügte er in Großbuchstaben hinzu. Dies gelte auch für Verbündete wie Japan, Australien und Südkorea. Die USA habe die ​iranische Marine, Luftwaffe und Führungsebene bereits ausgeschaltet.

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15:51 Uhr – Frankreich beteiligt sich nicht an Öffnung der Straße von Hormus

Frankreich wird sich Präsident Emmanuel Macron zufolge in der aktuellen Lage keinesfalls an militärischen Einsätzen zur Öffnung der Straße von Hormus beteiligen. „Wir sind keine Konfliktpartei“, sagt Macron zu Beginn einer Kabinettssitzung. Paris arbeite jedoch weiter an der Vorbereitung einer Koalition, die nach dem Ende der Feindseligkeiten die Freiheit der Schifffahrt gewährleisten soll.

14:56 Uhr – Chef der US-Terrorabwehr tritt aus Protest gegen Iran-Krieg zurück

Der Leiter des US-Terrorabwehrzentrums, Joseph Kent, tritt aus Protest gegen den Krieg im Iran zurück. Der Iran habe keine unmittelbare Bedrohung für die USA dargestellt, schreibt Kent in einem auf der Plattform X veröffentlichten Brief an Präsident Donald Trump. „Es ist offensichtlich, dass wir diesen Krieg aufgrund des Drucks Israels und seiner mächtigen amerikanischen Lobby begonnen haben“, so Kent weiter.

13:59 Uhr – Chef der iranischen Basidsch-Truppen soll in Zelt getötet worden sein

Der Kommandeur der iranischen Basidsch-Milizen ist nach Angaben aus israelischen Militärkreisen bei einem Luftangriff auf ein Zelt getötet worden. Dort habe die Führung der Freiwilligenmiliz, die im Iran immer wieder für die Niederschlagung von Protesten eingesetzt wurde, ein behelfsmäßiges Kommandozentrum eingerichtet, weil sie ihre regulären Stützpunkte als nicht mehr sicher erachtet habe, sagte ein Militärvertreter der Nachrichtenagentur AP. Neben Milizenchef Gholamresa Soleimani seien bei dem Angriff in der Nacht auch weitere Basidsch-Kommandeure getötet worden.

11:22 Uhr – Schriftliche Notiz von Laridschani veröffentlicht

Auf dem X-Account des Sicherheitsratschefs Ali Laridschani ist eine handschriftliche Notiz veröffentlicht worden. Darin gedenkt er der bei einem US-Angriff getöteten Seeleute, die im Laufe des heutigen Dienstags ​beigesetzt werden sollen. Von wann die Notiz stammt, ist nicht klar. Iranische Staatsmedien berichten über die Mitteilung. Keine Angaben machen sie zu der Aussage des israelischen Verteidigungsministers, Laridschani sei bei einem Angriff getötet worden.

10:28 Uhr – Israel meldet Tötung von iranischem Sicherheitsratchef Laridschani

Der einflussreiche iranische Funktionär Ali Laridschani ist nach israelischen Angaben bei einem Luftangriff in Teheran getötet worden. Wie der israelische Verteidigungsminister Israel Katz nach Angaben seines Büros erklärte, kam der Generalsekretär des Sicherheitsrats bei einem gezielten Angriff in der Nacht ums Leben.

10:00 Uhr – Israel meldet Tötung des Chefs der iranischen Basidsch-Truppe

Israel hat nach eigenen Angaben den Kommandeur der iranischen Basidsch-Milizen getötet, die für die Niederschlagung von Protesten eingesetzt worden sind. Gholamresa Soleimani sei bei einem Angriff am Montag getötet worden, teilte das Militär mit. Der Iran bestätigt das bislang nicht.

Die Freiwilligen-Einheit gehört zur iranischen Revolutionsgarde. „Die Basidsch-Truppen sind Teil des bewaffneten Apparats des iranischen Terrorregimes“, erklärte das israelische Militär. „Während der innenpolitischen Proteste im Iran, insbesondere in jüngster Zeit, als die Demonstrationen an Intensität zunahmen, führten die Basidsch-Truppen unter Soleimanis Kommando die wichtigsten Unterdrückungsmaßnahmen an und gingen dabei mit brutaler Gewalt, massenhaften Verhaftungen und Gewaltanwendung gegen zivile Demonstranten vor.“

07:15 Uhr – Feuer auf US-Flugzeugträger „Gerald R. Ford“ – Löscharbeiten dauerten mehr als 30 Stunden

Auf dem US-Flugzeugträger „Gerald R. Ford“ ist in der vergangenen Woche ein Feuer ausgebrochen. Nach Angaben von Matrosen und Militärvertretern dauerte es mehr als 30 Stunden, bis der Brand gelöscht werden konnte, wie die „New York Times“ jetzt berichtet. Das Feuer brach laut zwei Beamten in der Entlüftungsöffnung eines Trockners in der Wäscherei des Schiffes aus und breitete sich rasch aus.

Durch das Feuer haben mehr als 600 Besatzungsmitglieder ihre Betten verloren und schlafen seitdem auf dem Boden und auf Tischen, sagten Militärvertreter der Zeitung. Zwei Matrosen wurden „nicht lebensbedrohlich“ verletzt, Dutzende Soldaten erlitten Rauchvergiftungen.

Das Schiff ist zurzeit im Nahen Osten stationiert, um die Militäroperation gegen den Iran zu unterstützen. Die „Gerald R. Ford“ befindet sich nach einer Operation in der Karibik mittlerweile im zehnten Monat ihres Einsatzes. Wenn sie Mitte April noch auf See ist, wird sie den Rekord für den längsten Einsatz eines Flugzeugträgers seit dem Vietnamkrieg brechen. Dieser Rekord von 294 Tagen wurde 2020 von der „U.S.S. Abraham Lincoln“ aufgestellt.

05:45 Uhr – Katar wehrt Raketenangriff ab

Das Militär in Katar hat einen mutmaßlich iranischen Raketenangriff abgewehrt. Das teilte das Verteidigungsministerium in Doha auf der Plattform X mit, ohne sich ausdrücklich zur Herkunft der Geschosse zu äußern. Trümmerteile einer abgewehrten Rakete lösten in einem Industriegebiet einen Brand aus, wie das Innenministerium mitteilte. Die Feuerwehr sei vor Ort. Weitere Einzelheiten zu dem Angriff – etwa zur Zahl der abgewehrten Raketen – wurden zunächst nicht genannt.

05:32 Uhr – USA wollen Revolutionsgarden als Terrorgruppe einstufen lassen

Die US-Regierung hat ihre Diplomaten weltweit angewiesen, bei verbündeten Staaten auf die ​Einstufung der iranischen Revolutionsgarden und der libanesischen Hisbollah als Terrororganisationen zu ⁠dringen. In einer internen Anweisung des US-Außenministeriums begründet Außenminister Marco Rubio die Mitteilung mit einem erhöhten Angriffsrisiko durch den Iran und seine Verbündeten. Die US-Diplomaten sollen die Botschaft bis ⁠spätestens ​20. März ‌auf „höchstmöglicher Ebene“ überbringen und sich dabei mit israelischen Kollegen abstimmen.

05:38 Uhr – Werden weiterkämpfen, „bis der Feind seine Aggression bereut“

Der Iran stellt sich nach Angaben von Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf auf einen längeren Konflikt ein. In einem Interview mit der arabischen Zeitung „al-Arabi al-Dschadid“ erklärte er, das Land habe auf Grundlage der Erfahrungen aus früheren Kriegen entsprechende Vorkehrungen getroffen.

Der Iran verfüge über ausreichende Vorräte an Raketen und Drohnen, sagte Ghalibaf. Da diese Technologien im eigenen Land entwickelt worden seien, könne man sie schneller und deutlich kostengünstiger herstellen als der Gegner seine Abfangsysteme.

Ein möglicher Waffenstillstand müsse aus seiner Sicht sicherstellen, dass die Kämpfe nicht erneut aufflammen. Der Iran werde den Krieg fortsetzen, „bis der Feind seine Aggression bereut“ und verlässliche politische sowie sicherheitspolitische Rahmenbedingungen geschaffen seien.

05:04 Uhr – Huthi-Miliz hält sich bislang aus Krieg heraus – wie lange noch?

Der Iran-Krieg weitet sich über den Nahen Osten aus, aber die mit Teheran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen sind bislang an der Seitenlinie geblieben. Beobachter beschäftigt die Frage, wann und unter welchen Umständen sich die Miliz an der Seite des Irans in den Konflikt einschalten könnte.

04:02 Uhr – Israelische Armee startet Angriffswelle auf Teheran und Beirut

Die israelische Luftwaffe fliegt nach eigenen Angaben große neue Angriffswellen auf Ziele im Iran und im Libanon. In der Hauptstadt Teheran werde Infrastruktur des iranischen „Terrorregimes“ attackiert. Gleichzeitig gebe es Angriffe auf Einrichtungen der vom Iran unterstützten Terrororganisation Hisbollah in der libanesischen Hauptstadt Beirut, erklärte das Militär auf der Plattform X. Weitere Einzelheiten nannte die israelische Armee zunächst nicht.

In Israel wiederum ertönten wegen iranischer Angriffe mindestens zweimal Sirenen. Nach jeweils kurzer Zeit wurde der Raketenalarm wieder aufgehoben und Entwarnung gegeben.

dpa/AFP/AP/Reuters/sebe/doli/jmr/krö/säd/ceb/jra

Source: welt.de