Abhängig von jener Reisestrecke: Koalition senkt Ticketsteuer wohl uff Niveau vor Anhebung
Abhängig von der ReisestreckeKoalition senkt Ticketsteuer wohl auf Niveau vor Anhebung
17.03.2026, 17:21 Uhr
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Die Koalition will Fliegen billiger machen. Nun liegt ein erstes Papier vor. Demnach könnte die Entlastung mindestens 2,50 Euro betragen. Allerdings ist offen, ob die Airlines die Ersparnis weiterreichen. Die Steuerausfälle summieren sich jedenfalls auf dreistellige Millionenbeträge im Jahr.
Die Bundesregierung will zur Jahresmitte wie geplant die Luftverkehrsteuer senken. Zum 1. Juli soll die Ticketsteuer so reduziert werden, dass das Steueraufkommen wieder auf das Niveau vor der Erhöhung vom Mai 2024 fällt, wie aus einem Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums hervorgeht. Damit löst die Koalition von Union und SPD ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag ein, auf das sich die Fraktionsspitzen bereits Ende 2025 verständigt hatten. Die Details waren aber bis zuletzt umstritten.
Der Entwurf sieht vor, die je Fluggast erhobene Luftverkehrsteuer je nach Zielort deutlich zu senken: Bei Kurzstrecken beziehungsweise Inlandsflügen soll der Satz von 15,53 Euro auf 13,03 Euro sinken, bei Mittelstrecken von 39,34 Euro auf 33,01 Euro und bei Langstreckenflügen von 70,83 Euro auf 59,43 Euro. Die Entlastung beträgt demnach je nach Distanzklasse zwischen 2,50 Euro und 11,40 Euro je Passagier.
Die Kosten für den Bund summieren sich bis 2030 auf insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro. Für 2026 rechnet das Finanzministerium mit Steuermindereinnahmen von 185 Millionen Euro. In den Jahren 2027 bis 2030 steigen die Mindereinnahmen demnach schrittweise von 340 Millionen auf 355 Millionen Euro.
Die auf den Passagier umlegbare Luftverkehrsteuer ist neben den Flughafenentgelten und Gebühren ein Teil der staatlichen Standortkosten an deutschen Flughäfen. Ob die Flüge für Passagiere am Ende tatsächlich günstiger werden, hängt davon ab, ob Airlines wie die Lufthansa oder Ryanair und Easyjet die gesunkenen Kosten weiterreichen. Die Luftfahrt-Lobby hatte die Pläne der Bundesregierung als Schritt in die richtige Richtung bezeichnet, fordert aber deutlich mehr Maßnahmen, um die Standortkosten in Deutschland zu senken.
„Die geplante Absenkung der Luftverkehrsteuer ist ein wichtiges politisches Signal“, sagte Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel vom Flughafenverband ADV. Nach der deutlichen Erhöhung der Steuer 2024 sei der Luftverkehrsstandort Deutschland im europäischen Wettbewerb zusätzlich belastet worden. „Um eine Sicherung der Konnektivität zu erzielen, müssen zeitnah auch die im Koalitionsausschuss beschlossene Dämpfung der Flugsicherungskosten und die angekündigten Prozess- und Effizienzverbesserungen bei den Luftsicherheitskontrollen erfolgen.“
Aktuell treibt der durch den Irankrieg steigende Ölpreis die Kosten für viele Airlines. Zudem sorgt der Nahost-Konflikt wegen Luftraumsperrungen für Beeinträchtigungen.
Source: n-tv.de