Pakistanischer Luftschlag: Tote c/o Angriff aufwärts Drogenklinik in Kabul

Bei einem pakistanischen Luftangriff auf die afghanische Hauptstadt Kabul sind nach afghanischen Angaben am Dienstag 400 Personen getötet und 250 weitere verletzt worden. Die meisten der Opfer waren demnach Patienten einer Entzugsklinik für Drogensüchtige. Das pakistanische Militär widersprach der Darstellung und teilte mit, Ziel des Angriffs sei ein Munitionslager gewesen. Die UN-Mission in Afghanistan (UNAMA) bestätigte jedoch, dass die Omid-Entzugsklinik am Morgen durch einen Angriff der pakistanischen Luftwaffe getroffen worden sei.

Die UN sprachen zunächst von Dutzenden Toten und Verletzten. Weiter hieß es in der Mitteilung, Zivilisten zahlten den Preis für die seit Ende Februar andauernde militärische Konfrontation zwischen Pakistan und Afghanistan. In afghanischen Medien wurden Bilder von Rettungsmaßnahmen und der Zerstörung in der Klinik gezeigt.

Manche Patienten hätten in Kürze entlassen werden sollen

Ein dort beschäftigter Arzt, Maiwand Hoshmand, bestätigte der F.A.Z. die Angaben und schickte eigene Fotos von ausgebrannten Gebäuden und Trümmern. Die F.A.Z. hatte im vergangenen Jahr über die Suchtklinik berichtet und Hoshmand interviewt. Manche der getöteten Patienten hätten in den nächsten Tagen entlassen werden sollen, um das Zuckerfest bei ihren Familien zu feiern, sagte Hoshmand am Telefon. Einige Patienten würden noch vermisst und unter den Trümmern vermutet. „Die Zahl der Opfer könnte noch steigen. Es ist eine furchtbare Situation“, sagte der Arzt.

Aufnahme des Fernsehsenders Tolo News
Aufnahme des Fernsehsenders Tolo NewsReuters

Die Klinik ist auf dem Gelände eines früheren amerikanischen Militärstützpunktes untergebracht, weshalb sie im Volksmund „Camp Phoenix“ genannt wird. Die Einrichtung bietet Platz für 1000 Suchtkranke, die dort gegen ihren Willen für drei Monate auf kalten Entzug gesetzt werden. Hoshmand zufolge gibt es in der unmittelbaren Umgebung keine militärischen Anlagen, die einen Zieldatenfehler der pakistanischen Luftwaffe erklären könnten. Der internationale Flughafen sei etwa einen halben Kilometer entfernt.

Ein Sprecher der in Afghanistan regierenden Taliban drohte mit Vergeltung. Es war der dritte pakistanische Luftangriff auf die afghanische Hauptstadt seit Ende Februar. Hintergrund des Konflikts sind Anschuldigungen Pakistans, wonach die Taliban in Afghanistan der Terrorgruppe TTP Rückzugsräume gewährten. Ibraheem Bahiss von der Denkfabrik International Crisis Group sagte, „ohne einen Waffenstillstand könnte die Lage weiter eskalieren, und Zivilisten dürften dabei die Hauptlast tragen.“

Source: faz.net