Rätsel um verschleppte Studenten: Gericht: Mexikos Armee muss Geheimdokumente rausrücken

Rätsel um verschleppte StudentenGericht: Mexikos Armee muss Geheimdokumente rausrücken

17.03.2026, 12:23 Uhr

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In Mexiko kommt es immer wieder zu Demonstrationen für die 43 verschwundenen Studenten. (Foto: picture alliance / Marco Ugarte/AP/dpa)

Im September 2014 verschwinden in Südmexiko 43 Lehramtsstudenten spurlos. In den Fall sollen korrupte Militärangehörige verwickelt sein. Nun weist ein Gericht die Armee an, bislang bestrittene Geheimdienstunterlagen herauszugeben.

Mehr als zehn Jahre nach dem Verschwinden von 43 Lehramtsstudenten in Mexiko könnte Bewegung in den Fall kommen. Ein Gericht hat das Verteidigungsministerium angewiesen, bislang zurückgehaltene Geheimdienstunterlagen herauszugeben. Nach dem Beschluss muss die Armee 853 Seiten Dokumente bereitstellen, deren Existenz sie bisher bestritten hatte. Das berichtet das Menschenrechtszentrum Prodh.

Die Studierenden des linken Lehrerseminars Ayotzinapa waren in der Nacht zum 27. September 2014 in der südlichen Stadt Iguala verschwunden. Ermittlungen zufolge verschleppten korrupte Polizisten die jungen Männer und übergaben sie dem Drogenkartell Guerreros Unidos. Auch Angehörige des Militärs sollen in den Fall verwickelt gewesen sein.

Trotz zahlreicher Festnahmen ist das Schicksal der Studenten bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Die Hintergründe der Tat sind weiterhin unklar. Bisher konnten nur Knochenteile von drei der Vermissten identifiziert werden. Eine Wahrheitskommission stufte das Geschehen 2022 als Staatsverbrechen ein und erklärte die Studierenden für tot.

Menschenrechtler hoffen auf relevante Informationen

Das Centro Prodh, das die Familien der Studenten juristisch vertritt, geht davon aus, dass die nun angeordneten Dokumente wichtige Hinweise enthalten könnten. „Der Beschluss stellt klar, dass Lücken in den Dokumenten nicht bedeuten, dass sie nicht existieren, sondern darauf hinweisen, dass die Informationen beim Militär vorliegen und herausgegeben werden müssen“, hieß es in einer Mitteilung der Organisation.

Unklar ist bislang, wie das Militär auf das Urteil reagieren wird, da es das Vorhandensein der Unterlagen bisher bestritten hatte. Präsidentin Claudia Sheinbaum äußerte sich zunächst nicht ausführlich zu der Entscheidung. „Mir war dieser Beschluss bislang nicht bekannt. Wir werden ihn prüfen und informieren“, sagte sie. Sheinbaum kündigte an, sich noch vor Ende des Monats erneut mit den Angehörigen der verschwundenen Studenten zu treffen.

Quelle: ntv.de, lpe/dpa

Source: n-tv.de