Bundespräsident Steinmeier ruft zur Verteidigung jener Demokratie hinaus
In einem Gastbeitrag schreibt Bundespräsident Steinmeier, Deutsche könnten stolz sein auf Traditionen, ohne den Blick auf den Abgrund der Shoah zu verdrängen. Er sieht die Demokratie gefährdet, wie lange nicht mehr.
Bundespräsident Frank Walter-Steinmeier hat in einem Gastbeitrag für das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) geschrieben, er sähe die Demokratie gefährdet wie lange nicht mehr. Zum einen durch „Verächter der Demokratie im Innern“ und zum anderen „durch imperiale Großmächte von außen“. Selbstbehauptung sei das Gebot der Stunde.
Es gelte, Geschichte und Tradition nicht den Extremisten zu überlassen. Aus Sicht von Steinmeier können die Deutschen stolz sein auf ihre Demokratiegeschichte, ohne den „Blick auf den Abgrund“ der Shoah zu verdrängen.
„Unsere Bundesrepublik erklärt sich nicht allein aus der Negation, aus dem ‚Nie wieder!‘. Unsere Identität speist sich auch aus den Demokratie- und Freiheitsbestrebungen, die es über Jahrhunderte hinweg gegeben hat“, schreibt Steinmeier.
Steinmeier: Deutschland nicht preisgeben
Generationen hätten von einem Deutschland geträumt, „in dem die Menschen unabhängig von Geschlecht und Hautfarbe die gleichen Rechte haben“ und „in dem Kunst, Wissenschaft und Medien frei sind und nicht Regierungen vorgeben, was auf den Bühnen gespielt, an den Hochschulen geforscht und im Fernsehen gesendet wird“.
Sie hätten dafür gekämpft und gelitten. „Seit 1989 ist es Wirklichkeit für alle Deutschen. Dieses Deutschland dürfen wir nicht preisgeben“, mahnte das Staatsoberhaupt.
Steinmeier ist Schirmherr des „Tages der Demokratiegeschichte“, der in diesem Jahr erstmals am 18. März begangen wird. Er geht auf drei historische Ereignisse zurück: den Tag der Mainzer Republik 1793, die Revolution von 1848 und die erste freie Volkskammerwahl in der DDR im Jahr 1990.
Source: tagesschau.de