Migration: Chile beginnt mit Bau von Grenzanlagen
Die Behörden in Chile haben mit der von dem neuen ultrarechten Präsidenten José Antonio Kast angestrebten Errichtung von Grenzbefestigungen an den Grenzen zu Peru und Bolivien begonnen. „Heute beginnen wir, die illegale Migration zu stoppen“, sagte Kast bei der Grundsteinlegung nahe einem Grenzübergang zu Peru im Norden Chiles. Mit Gräben, Zäunen und Mauern soll die irreguläre Einwanderung in das südamerikanische Land verhindert werden.
Unklar ist bislang, aus welcher Infrastruktur genau die Grenzbefestigungen bestehen sollen. Für den Grenzübergang zu Peru und Teile der Grenze zu Bolivien sind drei Meter tiefe Gräben geplant. Laut dem chilenischen Innenminister Claudio Alvarado sollen sich zudem physische Barrieren bis zu 500 Kilometer an der Grenze entlang erstrecken. Kasts Plan sieht außerdem die Entsendung zusätzlicher Streitkräfte an die Grenzen vor.
Kast will härtere Einwanderungspolitik
In Chile leben schätzungsweise 330.000 Migranten ohne gültige Aufenthaltserlaubnis. Die irreguläre Einwanderung in Chile ist in den vergangenen Jahren zwar deutlich zurückgegangen, trotzdem halten viele Chilenen sie für eines der drängendsten Probleme des Landes.
Im Wahlkampf hatte Kast damit geworben, die Kriminalität zu bekämpfen, alle Migranten ohne gültige Papiere abzuschieben und die chilenische Wirtschaft anzukurbeln. Der neue chilenische Präsident ist in den meisten sozialpolitischen Themen deutlich weiter rechts als die Mehrheit der Chilenen. Der deutschstämmige Sohn eines Wehrmachtssoldaten und Vater von neun Kindern hatte die Stichwahl um die chilenische Präsidentschaft im Dezember 2025 für sich entschieden.