Alles für jedes die Katz?: Viele Arbeitslose halten Gang zum Jobcenter für jedes nutzlos

Alles für die Katz?Viele Arbeitslose halten Gang zum Jobcenter für nutzlos

17.03.2026, 08:15 Uhr

Besucher-gehen-in-den-Eingang-zum-Jobcenter-Friedrichshain-Kreuzberg-ueber-dem-ein-Banner-mit-der-Aufschrift-Die-Berliner-Jobcenter-haengt
Die Bertelsmann-Stiftung fordert mehr Coaching, Qualifikation und konkrete Stellenangebote aus. (Foto: picture alliance/dpa)

Eine Umfrage unter Arbeitslosen zeigt: Die Mehrheit hält die Mitarbeiter von Jobcentern für kompetent. Doch so nett das ist – bei der konkreten Vermittlung hapert es. Viele sehen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt nicht verbessert.

Fast jedem zweiten Langzeitarbeitslosen bringt ein Gang zum Jobcenter nichts. Das ist das Ergebnis einer Befragung von Arbeitslosen im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. Zwar geben laut der Studie viele der Langzeitarbeitslosen den für sie zuständigen Mitarbeitern gute Noten: Mehr als zwei Drittel der Befragten sind mit der Arbeit ihres Jobcenters zufrieden, knapp drei Viertel halten die Mitarbeiter für kompetent. Doch am Ende sagen 47 Prozent, dass ihnen Termine im Jobcenter nichts bringen und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt nicht verbessert wurden.

„Beratung und Vermittlung sind Kernaufgabe der Jobcenter. Vermittlungshemmnisse müssen abgebaut werden. Doch gerade bei Personen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt kommen diese Aufgaben häufig zu kurz“, sagt Tobias Ortmann, Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann-Stiftung.

Laut der Studie haben 46 Prozent der Bürgergeldempfänger mehrere Vermittlungshemmnisse, wie etwa Krankheiten oder fehlende Qualifikationen. Die Studienautoren fordern deshalb, das bisherige Konzept zu ändern. Hier spricht sich die Bertelsmann-Stiftung für mehr Coaching, Qualifikation und konkrete Stellenangebote aus. Das führe zu einem deutlich positiveren Urteil bei der Bewertung der Jobcenter.

Zufriedenheit kein Gradmesser für Erfolg

Allerdings sei die Zufriedenheit allein kein Gradmesser. Bei den Langzeitarbeitslosen ohne Vermittlungshemmnissen müsse stärker eine eigenständige Jobaufnahme gefordert werden. Zwar leide darunter die Zufriedenheit bei der Betreuung. Dennoch müsse, so die Autoren, die Vermittlung in Arbeit bei dieser Gruppe intensiviert werden. Die dann frei werdenden Kapazitäten der Jobcenter-Mitarbeiter könnten dann in die Betreuung der Arbeitslosen mit Vermittlungshemmnissen gesteckt werden, argumentieren die Autoren.

Befragt wurden vom 15. April bis 18. Juni 2025 über 1000 Arbeitslose im Alter zwischen 25 und 50 Jahren, die seit mindestens einem Jahr Bürgergeld beziehen. Anfang März hat der Bundestag beschlossen, dass ab dem 1. Juli aus dem Bürgergeld für rund 5,5 Millionen Bezieher eine neue Grundsicherung mit strengeren Regeln wird. Wer nicht mitwirkt, soll empfindliche Kürzungen bei den Sozialleistungen hinnehmen müssen.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa

Source: n-tv.de