Iran will weiterkämpfen, „solange bis jener Feind seine Aggression bereut“
Der Iran sieht sich nach Angaben seines Parlamentssprechers auf einen langen Krieg vorbereitet. Die israelische Armee startet eine neue Angriffswelle auf Ziele in Teheran und Beirut. Und: Die US-Botschaft in Bagdad wird erneut unter Beschuss genommen. Mehr im Liveticker.
Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.
Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:
05:45 Uhr – Katar wehrt Raketenangriff ab
Das Militär in Katar hat einen mutmaßlich iranischen Raketenangriff abgewehrt. Das teilte das Verteidigungsministerium in Doha auf der Plattform X mit, ohne sich ausdrücklich zur Herkunft der Geschosse zu äußern. Trümmerteile einer abgewehrten Rakete lösten in einem Industriegebiet einen Brand aus, wie das Innenministerium mitteilte. Die Feuerwehr sei vor Ort. Weitere Einzelheiten zu dem Angriff – etwa zur Zahl der abgewehrten Raketen – wurden zunächst nicht genannt.
05:38 Uhr – Werden weiterkämpfen, „bis der Feind seine Aggression bereut“
Der Iran stellt sich nach Angaben von Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf auf einen längeren Konflikt ein. In einem Interview mit der arabischen Zeitung „al-Arabi al-Dschadid“ erklärte er, das Land habe auf Grundlage der Erfahrungen aus früheren Kriegen entsprechende Vorkehrungen getroffen.
Der Iran verfüge über ausreichende Vorräte an Raketen und Drohnen, sagte Ghalibaf. Da diese Technologien im eigenen Land entwickelt worden seien, könne man sie schneller und deutlich kostengünstiger herstellen als der Gegner seine Abfangsysteme.
Ein möglicher Waffenstillstand müsse aus seiner Sicht sicherstellen, dass die Kämpfe nicht erneut aufflammen. Der Iran werde den Krieg fortsetzen, „bis der Feind seine Aggression bereut“ und verlässliche politische sowie sicherheitspolitische Rahmenbedingungen geschaffen seien.
05:04 Uhr – Huthi-Miliz hält sich bislang aus Krieg heraus – wie lange noch?
Der Iran-Krieg weitet sich über den Nahen Osten aus, aber die mit Teheran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen sind bislang an der Seitenlinie geblieben. Beobachter beschäftigt die Frage, wann und unter welchen Umständen sich die Miliz an der Seite des Irans in den Konflikt einschalten könnte.
04:02 Uhr – Israelische Armee startet Angriffswelle auf Teheran und Beirut
Die israelische Luftwaffe fliegt nach eigenen Angaben große neue Angriffswellen auf Ziele im Iran und im Libanon. In der Hauptstadt Teheran werde Infrastruktur des iranischen „Terrorregimes“ attackiert. Gleichzeitig gebe es Angriffe auf Einrichtungen der vom Iran unterstützten Terrororganisation Hisbollah in der libanesischen Hauptstadt Beirut, erklärte das Militär auf der Plattform X. Weitere Einzelheiten nannte die israelische Armee zunächst nicht.
In Israel wiederum ertönten wegen iranischer Angriffe mindestens zweimal Sirenen. Nach jeweils kurzer Zeit wurde der Raketenalarm wieder aufgehoben und Entwarnung gegeben.
02:58 Uhr – Südkorea: Bislang keine Anfrage für Truppenentsendung in Straße von Hormus
Südkorea hat nach eigenen Angaben bislang keine formelle Anfrage zur Entsendung von Truppen oder Marineschiffen in die Straße von Hormus erhalten. Dies teilt das Verteidigungsministerium in Seoul mit.
02:18 Uhr – Vereinigte Arabische Emirate schließen Luftraum
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihren Luftraum geschlossen. Die Generalbehörde für zivile Luftfahrt teilte mit, die Entscheidung sei „eine außergewöhnliche Vorsichtsmaßnahme, um die Sicherheit von Flügen und Flugbesatzungen zu gewährleisten und das Hoheitsgebiet der Vereinigten Arabischen Emirate zu schützen“. Die Dauer der Schließung war zunächst unklar. Das Militär erklärte, man reagiere auf „eingehende Raketen- und Drohnenbedrohungen aus dem Iran“.
Die Maßnahme erfolgte nach einem iranischen Drohnenangriff am Montag, bei dem ein Treibstofftank am Dubai International Airport in Brand gesetzt wurde – dem weltweit verkehrsreichsten Flughafen für internationale Flüge.
01:57 Uhr – Bitcoin legt zu, Gold fällt unter 5000 Dollar
Während Gold weiter nachgibt, ziehen Bitcoin und andere Kryptowährungen deutlich an. Bitcoin stieg zeitweise um bis zu 3,7 % auf 74.416 Dollar und lag am Montag noch rund 2,4 % im Plus bei 73.462 Dollar. Auch Ether, Solana und XRP verzeichneten kräftige Gewinne.
Der Kryptomarkt zeigt sich damit bislang widerstandsfähiger gegenüber dem Iran-Konflikt als klassische Anlagen: Gold ist im März um etwa 5 % gefallen und notiert aktuell bei rund 4997 Dollar je Unze.
Montag, 16. März
23:55 Uhr – Hisbollah meldet Angriffe auf israelische Truppen im Südlibanon
Kämpfer der proiranischen Hisbollah-Miliz haben eigenen Angaben zufolge israelische Truppen in dem Dorf Chiam im Südlibanon angegriffen. Die Ansammlung israelischer Soldaten sei „mit einem Raketenhagel“ ins Visier genommen worden, erklärte die Hisbollah am Montagabend. Zuletzt hatte die Miliz wiederholt Angriffe auf israelische Truppen in Chiam gemeldet, dem ersten Ort, in den die israelische Armee nach Beginn des Krieges vorgerückt war.
Nach dem Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar hatte die vom Iran finanzierte Hisbollah den Norden Israels unter Beschuss genommen. Seither nimmt die israelische Armee Ziele im Libanon ins Visier, insbesondere in Gebieten, die als Hisbollah-Hochburgen gelten. Dazu zählen der Süden des Landes, die südlichen Vororte der Hauptstadt Beirut und die ostlibanesische Bekaa-Ebene.
23:45 Uhr – Raketenangriff auf US-Botschaft in Bagdad abgewehrt, Hoteldach in Brand geraten
Die US-Botschaft in der irakischen Hauptstadt Bagdad ist nach Angaben aus Sicherheitskreisen erneut Ziel eines Raketenangriffs geworden. Die Luftabwehr habe vier Raketen abgewehrt, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte.
Ein Hotel, das wie die Botschaft in der streng gesicherten „Grünen Zone“ liegt, wurde nach Angaben des irakischen Innenministeriums von einer Drohne getroffen. Augenzeugen berichteten von einem Feuer auf dem Dach des Luxushotels, in dem regelmäßig internationale Treffen stattfinden. Dem Innenministerium zufolge gab es keine Verletzten und es entstand auch kein größerer Sachschaden.
In der „Grünen Zone“ befinden sich neben der US-Botschaft weitere diplomatische Vertretungen sowie Einrichtungen der irakischen Regierung und internationale Institutionen.
23:05 Uhr – Israels Präsident nennt Iran-Krieg „Wendepunkt“ für den Nahen Osten
Der israelische Präsident Isaac Herzog hat den Iran-Krieg als „historischen Wendepunkt“ für den gesamten Nahen Osten bezeichnet. „Es kommt ein Moment, in dem nach endlosen Kriegen, Blutvergießen und Terror während deutlich mehr als einer Generation die aus Teheran kommende Grundursache blockiert und beseitigt wird“, sagte Herzog in einem Interview der Nachrichtenagentur AFP. Die Richtung, in die sich die gesamte Region entwickele, werde sich dadurch ändern.
In dem Interview appellierte Herzog auch an die Europäer, Israel in seinem Kampf gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon zur Seite zu stehen. Die israelische Armee hatte zuvor einen „gezielten Bodeneinsatz“ gegen Stellungen Hisbollah-Miliz im Südlibanon bekanntgegeben. „Europa sollte jegliche Anstrengung (…) unterstützen, die Hisbollah jetzt auszumerzen“, sagte Herzog. „Sie sollten verstehen, dass man manchmal einen Krieg gewinnen muss, wenn man etwas erreichen will.“
23:03 Uhr – Trump verschiebt Gipfeltreffen mit Xi
Donald Trump verschiebt kurzfristig sein für Ende März geplantes Gipfeltreffen mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping. Er habe um einen Aufschub von rund einem Monat gebeten, da er wegen des Iran-Krieges in den USA bleiben müsse, sagte Trump, der auch Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist in Washington.
Eigentlich war der Besuch vom 31. März bis zum 2. April geplant. Finanzminister Scott Bessent hatte bereits gesagt, eine mögliche Verschiebung habe nichts mit der Haltung Pekings zur Straße von Hormus zu tun. Trump hat China gedrängt, bei der Öffnung der für die weltweite Ölversorgung wichtigen Meerenge zu helfen, die der Iran weitgehend blockiert. Am Sonntag hatte Trump durchblicken lassen, dass er den Gipfel andernfalls verschieben könnte.
22:28 Uhr – Iran droht USA mit Vergeltung
Der Sprecher der iranischen Streitkräfte, Abolfasl Schekartschi, droht den USA für den Fall weiterer Angriffe auf die Ölinsel Charg mit Vergeltung. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim sagt er, dass der Iran sämtliche Öl‑ und Gasanlagen von Staaten zerstören werde, die an möglichen Angriffen beteiligt seien.
20:27 Uhr – Abu Dhabi: Feuer auf Ölfeld nach Drohnenangriff
Auf dem Öl- und Erdgasfeld Schah in Abu Dhabi ist nach offiziellen Angaben ein Feuer ausgebrochen. Ursache sei ein Drohnenangriff, teilt das Medienamt des Emirats mit. Berichte über Verletzte liegen zunächst nicht vor. Das Feld gehört zu den weltweit größten seiner Art und liegt 180 Kilometer südwestlich von Abu Dhabi.
19:55 Uhr – Militär: 200 US-Soldaten seit Beginn des Kriegs verletzt
Die Zahl der seit dem Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran verletzten US-Soldaten ist weiter gestiegen. Tim Hawkins, Sprecher des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos (Centcom), sagte der Nachrichtenagentur AP, bislang seien etwa 200 Angehörige des US-Militärs verletzt worden. Jedoch seien mehr als 180 von ihnen bereits in den Dienst zurückgekehrt. Zehn Militärangehörige würden als schwer verletzt eingestuft.
Centcom hat nicht aufgeführt, wann oder wo die Soldaten verletzt wurden. Angaben zur Art ihrer Verletzungen hat das Regionalkommando ebenfalls nicht gemacht. Seit der Krieg begann, sind nach offiziellen Angaben mindestens 13 US-Soldaten gefallen.
18:45 Uhr – Libanon: Mehr als eine Million Menschen durch Krieg vertrieben
Im Libanon sind Behördenangaben zufolge seit dem Wiederaufflammen des Konflikts zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz mehr als eine Million Menschen vertrieben worden. Insgesamt 1.049.329 Menschen hätten sich auf der Onlineplattform des Sozialministeriums als vertrieben gemeldet, erklärten die libanesischen Behörden. Rund 132.700 der Menschen seien in 600 Notunterkünften untergebracht.
17:50 Uhr – EU-Außenbeauftragte: Keine Ausweitung von Marinemission auf Hormus
Die EU-Außenminister haben nach Angaben der Außenbeauftragten Kaja Kallas derzeit kein Interesse an einer Ausweitung des Mandats der Marinemission „Aspides“ auf die Straße von Hormus. Es gebe zwar den klaren Wunsch, den Einsatz zu stärken, sagt Kallas nach einem Treffen in Brüssel. Für eine Änderung des Mandats fehle jedoch momentan die Bereitschaft. Bislang konzentriert sich die Mission vor allem auf das Rote Meer.
17:36 Uhr – Merz bezeichnet israelische Bodenoffensive im Libanon als „Fehler“
Bundeskanzler Merz hat vor den Folgen einer israelischen Bodenoffensive im Libanon gewarnt. Eine solche Offensive würde die „hoch angespannte humanitäre Lage und das dramatische Fluchtgeschehen weiter verschärfen“, sagte Merz in Berlin. „Deshalb fordern wir unsere israelischen Freunde eindringlich auf: Schlagt diesen Weg nicht ein. Es wäre ein Fehler.“
17:22 Uhr – Merz: Deutschland beteiligt sich nicht an der Sicherung der Straße von Hormus
Kanzler Friedrich Merz unterstreicht, dass sich Deutschland nicht an der Sicherung der Straße von Hormus beteiligen wird. „Die Vereinigten Staaten von Amerika und Israel haben uns vor diesem Krieg auch nicht konsultiert. Zu Iran hat es eine gemeinsame Entscheidung über das Ob nie gegeben“, sagt Merz. „Deshalb stellt sich auch nicht die Frage, wie sich Deutschland hier militärisch einbringt. Wir werden es nicht tun“, so der Kanzler.
16:57 Uhr – Jerusalem: Teile von iranischer Rakete stürzen nahe Grabeskirche zu Boden
Teile einer abgefangenen iranischen Rakete sind auf das Dach des griechisch-orthodoxen Patriarchats in Jerusalem gestürzt. Dieses liegt nur wenige Meter von der Grabeskirche entfernt, die an der Stelle errichtet wurde, an der Jesus nach christlicher Überlieferung begraben wurde und auferstanden ist. Berichte über Verletzte lagen nicht vor.
dpa/AFP/AP/Reuters/sebe/doli/jmr/krö/säd/ceb/jra
Source: welt.de