Nach Schießerei: Nahmen Justizmitarbeiter in Baden-Württemberg Geld?

Die Staatsanwaltschaft Heilbronn hat Anklage gegen einen Wachtmeister und eine Bedienstete der Staatsanwaltschaft Stuttgart erhoben. Den Beschuldigten wird die Verletzung von Dienstgeheimnissen sowie Bestechlichkeit vorgeworfen. Dem Wachtmeister wird zudem Verwahrungsbruch und versuchte Strafvereitelung im Amt vorgeworfen.
Ausgangspunkt war eine Schießerei am 12. Mai 2025 in der rund 25 Autokilometer von Stuttgart entfernten Kleinstadt Tamm. Dabei wurde ein 23 Jahre alter Mann verletzt – ihm musste der Unterschenkel amputiert werden. Gegen zwei mutmaßliche Täter, einen 26 Jahre alten und 27 Jahre alten Mann, hatte die Staatsanwaltschaft Stuttgart dann wegen der Anstiftung zum Mordversuch ermittelt.
Revierkampf konkurrierender Sicherheitsfirmen
Hintergrund des Konflikts soll ein gewaltsamer Revierkampf von konkurrierenden Sicherheitsfirmen sein. Die beiden Tatverdächtigen waren im Oktober 2025 festgenommen worden. Zwei Männer aus dem Umfeld der Tatverdächtigen, die auch wegen Bestechung und wegen der Anstiftung zur Verletzung von Dienstgeheimnissen angeklagt sind, sollen die Justizmitarbeiter dazu gebracht haben, aus der internen Datenbank „web.sta“ ermittlungsrelevante Informationen abzurufen und weiterzugeben.
Dafür sollen die Justizmitarbeiter Schmuck und Bargeld erhalten haben. Einige Informationen sollen so an die kriminellen Auftraggeber gelangt sein. Außerdem nahm der Wachtmeister Verfahrensakten mit nach Hause, bevor diese von der Staatsanwaltschaft bearbeitet werden konnten.
Der Wachtmeister wird deshalb auch wegen Strafvereitelung angeklagt. Mit den Konflikten multiethnischer Jugendgangs im Raum Stuttgart hat die Schießerei in Tamm nichts zu tun.
Source: faz.net