Israelische Truppen verschieben im Südlibanon vor

Israelische Soldaten an der Grenze zum Libanon

Stand: 16.03.2026 • 14:15 Uhr

Israel rückt mit Soldaten tiefer in den Südlibanon ein, weil dort weitere Hisbollah-Stellungen vermutet werden. Auch die Angriffe auf Iran gehen weiter. Bei Gegenangriffen auf Israel soll erneut Streumunition verwendet worden sein.

Israelische Militäreinheiten sind nach Angaben der Armee in den vergangenen Tagen in den Süden des Libanon eingedrungen. Bei den „begrenzten und gezielten Bodeneinsätzen“ im Nachbarland seien „aktive Hisbollah-Mitglieder sowie die Infrastruktur der Miliz“ die Ziele der Soldaten gewesen. Israel sprach von „Verteidigungsmaßnahmen“ um die Bevölkerung im Norden Israels zu schützen.

Die Armee sei dabei in Gebieten im Einsatz, in denen sie zuvor nicht gewesen sei, sagte ein Militärsprecher. Um welche Orte es sich genau handle, teilte er nicht mit. Es sei noch offen, ob diese Gebiete von der Armee gehalten werden sollen.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben der Konfliktparteien oder von Beobachtern zum Kriegsgeschehen können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Hisbollah bestätigt Bodeneinsätze Israels

Israels Armee teilte weiter mit, dass sie vor dem Einmarsch der Soldaten Angriffe mit Artillerie und aus der Luft ausgeführt habe, „um Bedrohungen im Einsatzgebiet zu minimieren“. Die Zeitung Times of Israel sprach von einer „Erweiterung der Pufferzone“ im Südlibanon.

Die Zeitung hatte bereits am Wochenende berichtet, dass israelische Bodentruppen bei Kämpfen im Südlibanon Dutzende Milizionäre getötet hätten. Die Hisbollah bestätigte Bodeneinsätze in der Gegend um Chijam, die in der Nähe der Grenze zu Israel liegt.

Nach Darstellung des Nachrichtenportals Axios will Israel das gesamte Gebiet südlich des Litani-Flusses einnehmen. Der Fluss ist etwa 30 Kilometer von Israels Grenze entfernt.

Entwaffnungen bislang nicht durchgesetzt

Trotz der der israelischen Offensive gibt es offenbar Signale für diplomatische Bemühungen zur Beendigung der Kämpfe. Zwei Vertreter der israelischen Regierung stellten Gespräche über einen dauerhaften Waffenstillstand in den kommenden Tagen in Aussicht, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Ziel sei eine Entwaffnung der Hisbollah. Libanesische Regierungsvertreter sagten Reuters jedoch, bislang keine Bestätigung für ein solches Treffen erhalten zu haben.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte dem Nachbarland kürzlich mit der Einnahme von Gebieten gedroht, sollte die Regierung nicht in der Lage sein, die Hisbollah von weiteren Angriffen abzuhalten und die Miliz zu entwaffnen. Die Hisbollah sollte eigentlich gemäß einer Waffenruhenvereinbarung entwaffnet werden.

Deutschland und Frankreich fordern Deeskalation

Bundesaußenminister Johann Wadephul nannte die Situation der Zivilbevölkerung im Libanon „dramatisch“. Es gebe in dem Land mittlerweile fast 800.000 Binnenvertriebene. „So klar es ist, dass sich Israel gegen den Raketenbeschuss durch die Hisbollah verteidigen muss, so wichtig ist es gleichzeitig, die Zivilbevölkerung zu schonen“, sagte er in Brüssel. Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte zu der Bodenoffensive, dass die Bundesregierung Israel auffordere „diesen Weg nicht einzuschlagen“.

Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zuletzt aufgefordert, von einer Bodenoffensive im Libanon abzusehen. Er forderte beide Seiten auf, zum Waffenruheabkommen zurückkehren. Angesichts der Lage vor Ort will die EU etwa 100 Millionen Euro für humanitäre Hilfe im Libanon bereitstellen.

Neue Angriffswelle auf Iran

Israel stellt sich unterdessen auch auf eine Fortsetzung des Krieges gegen Iran für mindestens drei weitere Wochen ein. Die Armee verfüge nach eigenen Angaben über detaillierte Einsatzpläne für die kommenden drei Wochen sowie über weitere Pläne, die darüber hinausreichen. Am Morgen war erneut eine „großangelegten Angriffswelle“ verkündet worden, diesmal auf die Städte Teheran, Schiras und Tabris.

Bei einem Luftangriff in Teheran ist iranischen Angaben zufolge ein Verwaltungsgebäude der städtischen Stromwerke im Stadtteil Schohada bombardiert worden, berichtete das staatliche TV-Netzwerk SNN. Es soll Tote gegeben haben.

Frau in Israel verletzt

In Israel wurde am Morgen eine Frau bei einem iranischen Raketenangriff leicht verletzt. Sie sei in einem Schutzraum gewesen, teilte der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mit. Berichten zufolge gab es mehrere weitere Einschläge von Raketenteilen im Zentrum des Landes. Demnach soll Iran erneut die international weitgehend geächtete Streumunition eingesetzt haben.

Source: tagesschau.de