Erstmals Wolf in Hamburg von Auto getötet

Zum ersten Mal ist in Hamburg ein Wolf durch einen Verkehrsunfall getötet worden. In der Nacht von Freitag auf Sonnabend kollidierte auf der Autobahn 25 in Höhe der Auffahrt Curslack ein Auto mit dem Tier. Der Autofahrer blieb unverletzt. Die Umweltbehörde bestätigte, dass es sich um den ersten Fall eines im Hamburger Stadtgebiet durch einen Verkehrsunfall verendeten Wolfes handelt. Der rund 28 Kilogramm schwere Jungrüde starb unmittelbar am Unfallort.

Wolfsbetreuer des gemeinsamen Wolfsmanagements von Schleswig-Holstein und Hamburg bargen den Kadaver noch in derselben Nacht. In den kommenden Tagen soll der Tierkörper routinemäßig an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin überführt werden. Dort wird jeder dritte verendete Wolf genauer untersucht. Die Herkunft des Tieres soll unter anderem durch genetische Proben bestimmt werden.

Auch wenn es der erste registrierte Fall in Hamburg war: Der Verkehr ist bundesweit die häufigste Todesursache für Wölfe. Seit ihrer Rückkehr Anfang der 2000er-Jahre wurden deutschlandweit 1031 tödliche Verkehrsunfälle mit Wölfen gemeldet. Seit 2020 sterben nach Angaben der Behörde jährlich zwischen 100 und 150 Tiere an den Folgen einer Kollision mit motorisierten Fahrzeugen. Trotz Wildschutzzäunen und Wildtierbrücken bleibt das Straßennetz ein Risiko. Die Hamburger Umweltbehörde bittet Autofahrer, Kollisionen mit Wildtieren umgehend der Polizei zu melden.

In Hamburg werden seit 2013 immer wieder vereinzelt Wölfe gesichtet. 2026 gab es bereits einen Nachweis durch eine Fotofalle im Duvenstedter Brook – rund 30 Kilometer nördlich der Stelle, an der nun der Unfall passierte. Insgesamt wurden seit 2013 einundzwanzig eindeutige Wolfsnachweise registriert. Wölfe sind scheue Tiere, die normalerweise keine Gefahr für Menschen darstellen. Bei einer Begegnung empfiehlt die Hamburger Umweltbehörde Abstand zu halten, nicht wegzulaufen und sich durch lautes Sprechen oder Klatschen bemerkbar zu machen.

Source: welt.de