Iran-Gesamtschau: Trump droht Nato-Staaten, EU will sich zu Straße von Hormus gemeinsam nachdenken
US-Präsident Donald Trump drängt im Irankrieg die Nato-Verbündeten mit
drastischen Worten zur Unterstützung bei der Sicherung von Öltransporten
in der wichtigen Straße von Hormus. Die Nato werde vor einer „sehr schlechten“ Zukunft stehen, sollte sie den USA dabei nicht helfen, sagte Trump in einem Interview mit der Financial Times.
Sollte es „keine Reaktion geben oder sollte die Reaktion negativ
ausfallen, wird dies, denke ich, sehr schlecht für die Zukunft der Nato
sein“, wurde Trump zitiert.
Staaten reagieren verhalten
Auch andere Länder drängte er dazu, sich einer Koalition anzuschließen, um die Wasserstraße abzusichern. Australien gab bekannt, dass es keine Marine zur Unterstützung in die Straße von Hormus senden wird. Zuletzt hatte auch Japans Regierung gesagt, sie werde keine Schiffe schicken.
Die EU-Außenminister wollen am heutigen Montag über die Lage in der
Straße von Hormus beraten. Die Premiers von Großbritannien und Kanada,
Keir Starmer und Mark Carney, wollen heute ebenfalls über die Wasserstraße sprechen.
Frankreich und Indien verhandeln mit Iran
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat an seinen iranischen Kollegen Massud Peseschkian auf X appelliert, die „inakzeptablen Angriffe“ gegen Länder der Region „unverzüglich einzustellen“. Zuvor hatte Macron mit Peseschkian telefoniert. Auch Indien verhandelt scheinbar mit dem Iran. „Ich bin derzeit im Gespräch mit ihnen, und meine Gespräche
haben bereits einige Ergebnisse gebracht“, sagte der indische Außenminister Subrahmanyam Jaishankar gegenüber
der Financial Times. Die Gespräche dauerten an.
Ölpreise steigen an Asiens Börsen weiter
In Asien sind die Ölpreise mit deutlichen Aufschlägen in die neue
Handelswoche gestartet. Rohöl der Nordseesorte Brent verteuerte sich
im frühen asiatischen Handel um 2,76 Dollar oder 2,7 Prozent auf 105,90 Dollar
je Fass. Am Freitag hatte der Kontrakt bereits 2,68 Dollar zugelegt.
Der Preis für US-Leichtöl der Sorte WTI kletterte um 2,29 Dollar oder
2,3 Prozent auf 101,00 Dollar. In der vorangegangenen Sitzung hatte
WTI fast drei Dollar gewonnen.
Weitere Angriffe in der Region
Israels Armee hat nach eigenen Angaben erneut Ziele der proiranischen
Hisbollah-Miliz in südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt
Beirut angegriffen. Die Angriffe zielten auf „Terrorinfrastruktur der
Hisbollah in Beirut“ ab, schrieb die israelische Armee in
Onlinediensten.
In der Nähe des internationalen Flughafens von Dubai ist nach einem
Vorfall mit einer Drohne nach Behördenangaben ein Feuer ausgebrochen.
Ein Treibstofftank sei betroffen, schrieb das Medienbüro der Stadt auf
X.
Aus der iranischen Hauptstadt Teheran wird eine neue Welle von Angriffen gemeldet. Das Onlineportal Hammihan berichtet, dass im Stadtzentrum nahe der Revolutionsstraße die Flugabwehr im Einsatz sei. Auch auf Social-Media-Accounts, die das Kriegsgeschehen aus dem Ausland verfolgen, werden „Geräusche von vier relativ starken Explosionen“ in mehreren Stadtteilen der Millionenmetropole beschrieben.
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