„One Battle After Another“ und „Frankenstein“ liegen gleichauf
Wir, Marie-Luise Goldmann und Jan Küveler, geleiteten Sie durch die lange Nacht. Um Mitternacht mitteleuropäischer Zeit hat die Veranstaltung im Dolby Theatre in Los Angeles begonnen. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences ehrt dieses Jahr zum 98. Mal den besten Film, Schauspieler und Schauspielerinnen, das beste Drehbuch, die besten Kostüme und den ganzen Rest, den man braucht, um einen Film zu drehen. Neu dabei ist zum ersten Mal auch die Kategorie Casting.
Alle Ereignisse rund um die Oscar-Verleihung im Liveticker:
02:35 Uhr – Beste Filmmusik
Der Oscar für die beste Filmmusik geht an Ludwig Göransson für „Sinners“. Nominiert waren außerdem Jerskin Fendrix für „Bugonia“, Alexandre Desplat für „Frankenstein“, Max Richter für „Hamnet“ und Jonny Greenwood für „One Battle After Another“. Für Göransson ist es bereits der dritte Oscar. Zuvor gewann er für „Black Panther“ und „Oppenheimer“. Der Sieg ist, ehrlich gesagt, hochverdient. „Sinners“ ist ein fantastischer Film, der stark über seine Musik funktioniert – der Soundtrack trägt viele der besten Momente.
02:23 Uhr – Bester Kurzfilm-Doku
Auch der beste Dokumentar-Kurzfilm „All die leeren Zimmer“ von Joshua Seftel ist auf Netflix zu sehen. Er behandelt ein Thema, das abseits der großen Kriege politisch ist. Sieben Jahre lang dokumentierte der Journalist Steve Hartman die Schlafzimmer von vier Kindern, die bei Amokläufen an ihren Schulen erschossen wurden. Auch die Mutter der neunjährigen Jackie betritt die Bühne und mahnt: „Wir glauben, dass es ein anderes Amerika gäbe, wenn die Welt die leeren Schlafzimmer der Kinder sehen würde.“
02:22 Uhr – Bester Dokumentarfilm
Jimmy Kimmel präsentiert den Oscar für den besten Dokumentarfilm. Gewonnen hat „Mr. Nobody Against Putin“ von David Borenstein und Pavel Talankin, der zeigt, wie russische Schulen zunehmend von staatlicher Kriegspropaganda durchdrungen werden. Die Regisseure sagen in ihrer Rede, sie hätten bei den Dreharbeiten vor allem gelernt, wie Länder Schritt für Schritt dem Autoritarismus verfallen – eine Bemerkung, die im Saal wohl als Anspielung auf das gegenwärtige Amerika verstanden wird.
Für einen Lacher sorgt zuvor Kimmel: Er macht sich mehrfach indirekt über Donald Trump lustig, ohne ihn beim Namen zu nennen. Vermutlich sei Trump sehr verärgert über diese Kategorie, sagt er, schließlich sei „Melania“ nicht einmal nominiert gewesen.
02:10 Uhr – Bemerkungen anlässlich einiger Kameraschwenks
Leonardo DiCaprio hat mit seinem Schnauzer schon vorgelegt – ein Look, der irgendwo zwischen Clark Gable und italienischem Nachtclubbesitzer pendelt und für ihn erstaunlich gut aufgeht. Bei Jacob Elordi dagegen sitzt ein Vokuhila auf dem Kopf, der aussieht, als hätte er sich im falschen Jahrzehnt verirrt. Ist das noch Sado-Maso? #WutheringHeights
01:59 Uhr – In Memoriam
Auch die Oscars kommen natürlich nicht ohne ihren Moment des Abschieds aus. Gedacht wird unter anderem Rob Reiner und seiner Frau Michelle sowie Diane Keaton, Robert Duvall und Val Kilmer. Besonders schön: Barbra Streisand erinnert an ihren alten Filmpartner Robert Redford und singt „The Way We Were“ – nicht ganz tonrein, aber dafür umso rührender.
01:39 Uhr – Bestes Originaldrehbuch
Der Oscar für das beste Originaldrehbuch geht an „Sinners“ von Ryan Coogler. Nominiert waren außerdem „Blue Moon“ (Robert Kaplow), „It Was Just an Accident“ (Jafar Panahi, Nader Saïvar, Shadmehr Rastin, Mehdi Mahmoudian), „Marty Supreme“ (Ronald Bronstein und Josh Safdie) sowie „Sentimental Value“ (Eskil Vogt und Joachim Trier). Eine außergewöhnlich starke Kategorie, in der praktisch jeder der Filme als würdiger Sieger hätte gelten können.
Mit „One Battle After Another“, das zuvor bereits den Oscar für das adaptierte Drehbuch gewann, und Sean Penns Auszeichnung als bester Nebendarsteller, zeigen sich damit die beiden großen Favoriten des Abends früh in den wichtigen Kategorien.
„Sinners“ ist übrigens in der Konkurrenz zugleich der mit Abstand erfolgreichste Film an der Kinokasse: Er spielte weltweit rund 370 Millionen Dollar ein, davon etwa 280 Millionen in Nordamerika, bei einem Budget von etwa 90 bis 100 Millionen. Damit ist er der fünfterfolgreichste Horrorfilm aller Zeiten – und zugleich der erfolgreichste Originalfilm der 2020er-Jahre, also ein Hit ganz ohne Franchise, Sequel oder bekannte Vorlage.
01:35 Uhr – Bestes adaptiertes Drehbuch
In der Kategorie „Bestes Adaptiertes Drehbuch“ konkurrieren die Verschwörungs-Alien-Satire „Bugonia“, das barocke Monster-Sci-Fi-Melodram „Frankenstein“, das kitschige Historien-Liebesdrama „Hamnet“, der paranoide Action-Spaß „One Battle After Another“ und das melancholische Amerika-Epos „Train Dreams“.
Filmlegende Paul Thomas Anderson, der sich für „One Battle After Another“ von Thomas Pinchons Roman „Vineland“ von 1990 inspirieren ließ, nimmt hiermit seinen allerersten Oscar entgegen. Ein Moment, der in die Filmgeschichte eingeht. „Ich fühle mich unglaublich geehrt, diesen historischen Moment zu erleben“, sagt Anderson in seiner Dankesrede.
01:25 Uhr – Bester Nebendarsteller
Kieran Culkin stellt die Nominierten vor: Benicio del Toro für „One Battle After Another“, Jacob Elordi für „Frankenstein“, Delroy Lindo für „Sinners“, Sean Penn für „One Battle After Another“ und Stellan Skarsgård für „Sentimental Value“. Penns Rolle als Colonel Steven J. Lockjaw gehört zu den seltsamsten und zugleich furchteinflößendsten Auftritten des vergangenen Jahres – inklusive einer Frisur, die fast ein eigener Nebendarsteller ist, eine Art Hitlerbärtchen auf dem Kopf.
Der Oscar geht tatsächlich an Sean Penn für „One Battle After Another“. Und wie schon bei mehreren Stationen dieser Preissaison ist Penn auch heute nicht im Saal. Was hat der Mann bloß? Es ist übrigens sein dritter Oscar nach seinen Hauptdarsteller-Auszeichnungen für „Mystic River“ und „Milk“.
01:19 Uhr – Bester Live-Action-Kurzfilm
Wer keine Lust hat, dreistündige Filme im Kino durchzustehen, hat jetzt die Chance, die Gewinner der besten Live-Action-Kurzfilme bequem von der Couch aus anzusehen. „The Singers“ (18 Minuten) ist auf Netflix zu sehen und „Two People Exchanging Saliva“ (36 Minuten) auf YouTube.
01:06 Uhr – Bester Casting-Oscar geht an „One Battle After Another“
Seit 25 Jahren wird zum ersten Mal eine neue Kategorie ausgezeichnet: Der Oscar für das beste Casting würdigt eine weibliche Kunstform in einer männlich dominierten Branche. Vier der fünf Nominierten sind Frauen. In Zeiten von KI-generierter Schönheit sowie Botox und Fitness geschuldeter ästhetischer Gleichförmigkeit wird außerdem die Fähigkeit, ein Ensemble aus Charaktergesichtern mit Wiedererkennungswert zusammenzustellen, immer wichtiger.
Die erste Casting-Gewinnerin aller Zeiten wird gleich von fünf Schauspielern gemeinsam geehrt – eine Verbeugung vor der Ensembleleistung, für die Caster zuständig sind. Cassandra Kulukundis nimmt die Trophäe für „One Battle After Another“ entgegen. Die amerikanische Casting-Direktorin ist für die Schauspielerauswahl der meisten P.-T.-Anderson-Filme verantwortlich.
Auch eine weitere Kategorien-Neuerung wird schon lange diskutiert. 2028 soll zum ersten Mal ein Oscar an das beste Stunt-Design verliehen werden.
00:53 Uhr – Die Timothée-Chalamet-Po-Trommel
Moderator Conan O’Brian erwähnt eine nicht zu vergessende Musik-Performance: die Timothée-Chalamet-Po-Trommel. Dabei schlagen zwei Tischtennisschläger rhythmisch auf einen künstlichen Po ein – eine Hommage an die Szene in „Marty Supreme“, in der Chalamet als Marty seine Tischtenniskarriere in Schwung bringt, indem er sich von seinem Geldgeber den Hintern versohlen lässt. Davon, was man für den Erfolg alles hinnehmen muss an Demütigungen, handelt dieses Film nämlich ebenso sehr wie von den Demütigungen, die man dabei anderen zumuten muss. Die Filmkritik schoss sich schnell auf letzteres ein – Marty sei zu unsympathisch –, womit sie der Komplexität des Charakters aber unrecht tat.
00:52 Uhr – Bestes Kostümdesign
Der Oscar für das beste Kostümdesign geht an „Frankenstein“. Für den größten Lacher sorgt allerdings Conan O’Brien schon bei der Einführung der Kategorie: Er habe, sagt der Moderator, zu verschiedenen Zeiten seines Lebens exakt die Frisuren der beiden Präsentatorinnen getragen – Anna Wintour und Anne Hathaway.
00:46 Uhr – Sinners auf der Bühne
Spektakulär: Die Crew von „Sinners“ rekreiert auf der Oscar-Bühne das grandiose Blues-Konzert aus dem Film. In dem Juke Joint der von Michael B. Jordan gespielten Brüder treffen Figuren aus mehreren Jahrhunderten Musikgeschichte aufeinander – mit Ballerinas, DJs, Schamaninnen und E-Gitarristen. Ein erster echter Höhepunkt der Show.
00:41 Uhr – Kampf ums Genre
Ausnahmsweise ist der Kampf um die meisten Trophäen des Abends dieses Jahr auch ein Kampf ums Genre. In kaum einem Jahr zuvor wurden solch unterschiedliche Genres nominiert wie in diesem: Historien-Romanze („Hamnet“), Familiendrama („Sentimental Value“), Horror („Sinners“, „Weapons“), Sportler-Biografie („Marty Supreme“, „F1“) und Action („One Battle After Another“).
Bis jetzt steht es 1:0 für den Horror. Allein die 16 Nominierungen für den Vampir-Slasher „Sinners“ sind jetzt schon eine Sensation – und eine Anerkennung eines bislang von den Oscars eher stiefmütterlich behandelten Genres. Selbst Jordan Peeles großartiger Horrorfilm über Rassismus „Get Out“ gewann 2018 lediglich in der Kategorie bestes Originaldrehbuch (bei vier Nominierungen).
00:30 Uhr – Geduld der Partner
Der wohl schönste Moment einer Dankesrede bisher kommt von einem der beiden Gewinner des Animations-Kurzfilms „The Girl Who Cried Pearls“. Es brauche viel Geduld, sagt er, fünf Jahre damit zu verbringen, einen Puppenfilm zu drehen. Die eigentliche Auszeichnung aber gebühre den Menschen, die die Geduld aufbringen, mit jemandem zusammenzuleben, der fünf Jahre lang einen Puppenfilm macht.
00:27 Uhr – Bester Animationsfilm
Der nächste Oscar geht an „K-Pop Demon Hunters“. Der Film setzt sich gegen „Elio“, „Zootopia 2“, „Demon Slayer: Infinity Castle“ und „Little Amélie or the Character of Rain“ durch. Ein früher Sieg für eine wilde Mischung aus Pop, Anime-Action und Dämonenjagd.
00:25 Uhr – Beste Nebendarstellerin: Amy Madigan in „Weapons“
Nicht ganz so offensichtlich wie die Wahl der besten Hauptdarstellerin war die der besten Nebendarstellerin. Zoë Saldaña, die 2025 für ihre Rolle im Mafia-Trans-Musical „Emilia Perez“ ausgezeichnet wurde, überreicht die Trophäe an Amy Madigan. Damit würdigt die Academy einen sonst ohne Nominierungen auskommenden Ausnahmefilm, nämlich den grandiosen Cozy-Horror „Weapons“ über das mysteriöse Verschwinden einer ganzen Schulklasse. Madigan spielt die böse Hexe, die die Schüler entführt und wochenlange Albträume beschert. Mit zitternden Knien und sichtlich überwältigt betritt sie die Bühne und dankt lachend Familie und Hunden.
Dass Teyana Taylor leer ausging, mag an der Kritik liegen, mit der ihre Rolle in „One Battle After Another“ in den vergangenen Tagen bedacht wurde: sie reproduziere das Klischee der übersexualisierten schwarzen Frau, die vor allem dazu diene, die Entwicklung der männlichen Charaktere voranzutreiben.
Und vielleicht auch ein frühes Omen: Die beiden meistnominierten, „Sinners“ und „One Battle After Another“ guckten beim ersten Versuch schon mal in die Röhre.
00:15 Uhr – Erster Seitenhieb des Abends
Conan O’Brien begrüßt zunächst die Zuschauer in Spanien und Argentinien auf Spanisch – und fügt dann trocken hinzu: natürlich auch die in Los Angeles, ebenfalls auf Spanisch. Ein kleiner, kaum verkleideter Seitenhieb auf die amerikanische Einwanderungsdebatte, der im Saal hörbar zündet.
00:14 Uhr – Neue Kategorie: Casting
Conan O’Brien begrüßt auch die neue Oscar-Kategorie für Casting. Für ihn persönlich, witzelt der Moderator, sei das allerdings eher ein „Traumtöter“. Schließlich erinnere einen ein Preis für Casting nur daran, wie viele Rollen man selbst nicht bekommen hat.
00:13 Uhr – Witze über schlichte Hollywood-Logik
Conan O’Brien arbeitet sich durch die Nominiertenfilme des Abends. Über „F1“ mit Brad Pitt sagt er trocken, es sei die Geschichte eines Rennfahrers, der endlich gewinnt, nachdem er sich entschließt, einfach schneller zu fahren. Ein Witz über die schlichte Dramaturgie mancher Blockbuster – und einer der ersten Lacher des Abends.
00:08 Uhr – Der letzte menschliche Oscar-Moderator
Los geht’s – und zwar gleich mit einer ziemlich absurden Einlage. Conan O’Brien taucht in weißer Schminke und Frauenkleid auf und hetzt durch eine rasche Montage der großen Favoritenfilme des Abends. Hinter ihm her eine Bande Kinder, die ihn quer durch verschiedene Filmwelten jagt. Ein Auftakt, der klarmacht: Diese Oscar-Nacht nimmt sich zumindest in den ersten Minuten nicht allzu ernst.
Auf der Bühne, inzwischen wieder ohne Make-up, legt Conan O’Brien gleich nach: Er sei, sagt er, wohl der letzte menschliche Moderator der Oscars. Ein kleiner Seitenhieb auf die KI-Debatten, die derzeit auch in Hollywood überall mitschwingen.
00:05 Uhr – Deutsche Nominierte
Auf dem Roten Teppich erzählt Jimmy Kimmel dem die Stars mit Fragen löchernden deutschen Moderator Steven Gätjen, dass er Deutscher sei, das höre man ja schon an seinem Namen: „Kimmel“, was von „Kümmel“ komme. Sieht man von dem amerikanischen Moderator mit deutschen Wurzeln einmal ab, ist Deutschland in diesem Oscar-Jahrgang weniger stark vertreten als in den Vorjahren, als „Das Lehrerzimmer“ und „Die Saat des Heiligen Feigenbaums“ als beste fremdsprachige Filme ins Rennen gingen und Sandra Hüller als beste Schauspielerin nominiert wurde.
Das poetische deutsche Familienepos „In die Sonne schauen“ schaffte es dieses Jahr nicht auf die Shortlist. Dafür ist aber der aus dem Schwarzwald stammende Michael Ralla für die besten Spezialeffekte für den Vampir-Horrorfilm „Sinners“ nominiert. Und das neunmal nominierte norwegische Familiendrama „Sentimental Value“ ist immerhin eine deutsche Koproduktion, an der Jonas Dornbach und Janine Jackowski von Komplizen Film mitwirkten.
00:02 Uhr – Wie viel Haltung zeigt Hollywood?
Die Berlinale und ihre politischen Kontroversen sind noch nicht lange her. Auch in Los Angeles wird deshalb mit Spannung beobachtet, ob es bei den Oscars zu Protesten oder deutlichen Stellungnahmen zum Gaza-Krieg kommen könnte. Der Chef der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, Bill Kramer, hat die Nominierten und Gewinner kürzlich vorsorglich um „respektvolle“ Auftritte auf der Bühne gebeten. Mal sehen, was das im Ernstfall bedeutet.
Schon im vergangenen Jahr war Beobachtern aufgefallen, wie zurückhaltend die politischen Töne bei der Oscar-Gala waren – selbst gegenüber Donald Trump, der damals gerade ins Weiße Haus zurückgekehrt war. Conan O’Brien ist generell eher der familienfreundlich-handzahme Typ, und insofern ist seine abermalige Verpflichtung sicher kein Zufall. Aber auch andere Preisverleihungen der Saison, von den Golden Globes bis zu den Actor Awards, blieben weitgehend frei von offenen politischen Statements. Manche führen das auf eine gewisse Vorsicht der Studios zurück, andere auf den wachsenden Spott über politisierende Prominente – Ricky Gervais, I’m looking at you.
Der deutsch-österreichische Schriftsteller Daniel Kehlmann hat daraus gerade eine größere These gemacht und in der „New York Times“ veröffentlicht: Gerade weil Schauspieler und Regisseure weltweit bekannte Figuren sind, hätten ihre Worte Gewicht – auch in Ländern, in denen politische Rede längst eingeschränkt ist. Wenn sie aus Angst vor Gegenreaktionen schweigen, so sein Argument, senden sie damit ebenfalls ein Signal. Die eigentliche Frage dieser Oscar-Nacht lautet also nicht nur, wer gewinnt – sondern auch, wer etwas zu sagen hat.
Sonntag, 15. März
23:50 Uhr – Die neue „Gesehen-haben“-Pflicht
Eine neue Academy-Regelung verlangt, dass Mitglieder vor ihrer Stimmabgabe in einer Kategorie versichern, alle nominierten Filme gesehen zu haben. Obwohl dies weitgehend auf Vertrauensbasis funktioniert, wurden technische Ergänzungen am Stimmzettel eingeführt, die den Prozess für manche Mitglieder kompliziert haben. Das hat die Vorhersagen erschwert: Wenn ein Film wie „Train Dreams“ – kleines Epos, kaum im Massenmarkt – nun tatsächlich von jedem gesehen werden muss, bevor jemand abstimmt, verändert sich die Dynamik. Wie genau die Hausaufgaben allerdings überprüft werden, weiß keiner so genau.
22:40 Uhr – Die Oscar-Nominierungen im Überblick – und erste Prognosen
Die Spannung ist groß: Wen zeichnet die Academy dieses Jahr aus? Den unumstrittenen Publikumsliebling? Oder doch den Film, der die Gemüter spaltet? Zum ersten Mal seit 25 Jahren wird eine brandneue Oscar-Kategorie eingeführt: Erstmals gibt es den Oscar für das beste Casting – die erste neue Wettbewerbskategorie seit Best Animated Feature im Jahr 2001.
Vier der fünf Nominierten haben in einem Panel kürzlich offen darüber gesprochen, wie lange ihre Arbeit übersehen worden sei. Cassandra Kulukundis, nominiert für „One Battle After Another“, sagte, die Leute verstünden einfach nicht, was Casting Directors täten. Vielleicht wird dieses Rätsel ja heute Nacht gelüftet. Hier übrigens die Nominierten (und ihre Chancen) im Schnelldurchlauf:
Source: welt.de