SPD-General qua „Flipperkugel“: Kühnert blickt mit Unbehagen zurück gen sein Amt

SPD-General als „Flipperkugel“Kühnert blickt mit Unbehagen zurück auf sein Amt

16.03.2026, 00:11 Uhr

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Kevin Kühnert ist zurück auf der öffentlichen Bühne. (Foto: picture alliance/dpa)

Noch vor dem vorzeitigen Ende der Ampelregierung verkündet SPD-Generalsekretär Kühnert überraschend seinen Rücktritt. Nun verrät der 36-Jährige, wie sehr er mit seinem Amt haderte. Zum Schluss habe er sogar seinen Biss verloren.

Kevin Kühnert, ehemaliger Generalsekretär der SPD, hat vor seinem Rücktritt mit seinem Amt gehadert. „Der Horror waren immer die Gremien-Montage“, sagte Kühnert dem „Spiegel“. In den Sitzungswochen des Bundestags habe sich sein Kalender wie von selbst gefüllt. Abends habe er sich gefragt: „Was habe ich heute eigentlich bewirkt?“

Der Kommunikationsdruck habe ihm zugesetzt. Ein Generalsekretär sei per se Generalist, sagte Kühnert: „In guten Zeiten heißt das, er hat das Recht, sich zu allem einzulassen. Die Kehrseite der Medaille ist, dass man zu allem etwas sagen muss.“ Das Amt des Generalsekretärs hatte Kühnert während der Ampelregierung unter dem Sozialdemokraten Olaf Scholz rund drei Jahre lang inne. „Die Ampeljahre, in denen ich dieses Amt hatte, sind bilderbuchartig dafür gewesen, wie man dann zur Flipperkugel der Entwicklung wird.“ Er habe gehört, dass er nicht mehr bissig genug sei, „und das stimmte ja auch“, sagte der heute 36-Jährige. Im Herbst 2024 verkündete Kühnert überraschend seinen Rücktritt.

„Habe mich bedroht gefühlt“

Als Begründung für seinen Abschied aus der Politik hatte Kühnert zuerst gesundheitliche Gründe genannt. Der „Zeit“ berichtete er davon, dass er sich häufiger bedroht gefühlt habe. In der Sendung „Markus Lanz“ bedauerte er, dass er als Politiker zuletzt Wirkmacht, politischen „impact“, vermisst habe. Ob er sich nach seinem Rücktritt professionelle Hilfe gesucht habe, dazu wollte Kühnert sich gegenüber dem Magazin nicht äußern. Er sagte: „Ich habe mir selbst eine zweimonatige Überweisung in die Berge ausgestellt.“ Als er nach einer Alpenüberquerung sein Leben prüfte, habe er festgestellt: Er wolle wieder, wie damals bei den Jusos, Menschen für etwas begeistern.

Nach längerer Auszeit ist Kühnert in verschiedenen Rollen zurück. Er schreibt eine Kolumne für den „Rolling Stone“, wurde in die Rentenkommission des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) berufen, ist Gastgeber des Berliner Talk-Formats „Missverstehen Sie mich richtig“ und arbeitet als Lobbyist für die Bürgerbewegung „Finanzwende“, die sich für ein gerechtes Steuer- und Finanzsystem einsetzt. Die Rückkehr in ein politisches Amt will Kühnert nicht ausschließen.

Quelle: ntv.de, mau

Source: n-tv.de