„Blood & Sinners“ und mehr: Hier könnten Oscar-Rekorde gebrochen werden

Fallen bei der 98. Oscarverleihung einige Rekorde? Gleich mehrere historische Siege liegen im Bereich des Möglichen.
Es gibt Oscar-Jahrgänge mit einem deutlichen Favoriten oder keinem Titel, der zuvor besonders heraussticht. Im Jahr 2026 dominieren hingegen „Blood & Sinners“ und „One Battle After Another“. Beide Filme könnten einen Oscar-Fabelrekord aufstellen. Doch noch viele andere Rekorde sind bei der anstehenden 98. Oscarverleihung möglich.
Fällt der Rekord von „Titanic“ und „Herr der Ringe“?
„Blood & Sinners“ von Regisseur Ryan Coogler (39) stellte schon mit 16 Nominierungen einen Rekord auf. So viele erhielt kein Film zuvor. Jetzt liegt der wohl beeindruckendste Oscar-Rekord von allen im Bereich des Möglichen: der der meisten Siege überhaupt. Bislang liegen hier „Ben-Hur“, „Titanic“ und „Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ mit je elf gewonnenen Academy Awards vorne.
Auch Paul Thomas Andersons (55) „One Battle After Another“ geht mit bärenstarken 13 Nominierungen in die Oscarverleihung – und könnte somit auch den Rekord von „Titanic“ und Co. brechen. Im Unterschied zu „Blood & Sinners“ kann das Werk mit Leonardo DiCaprio (51) letztlich nur zwölf Academy Awards gewinnen, da in der Kategorie „Bester Nebendarsteller“ sowohl Sean Penn (65) als auch Benicio del Toro (59) nominiert sind – und naturgemäß nur einer von beiden den Oscar mit nach Hause nehmen kann. Bei „Blood & Sinners“ ist das nicht der Fall. Hier sind theoretisch 16 Siege möglich.
Ryan Coogler und Chloé Zhao könnten Geschichte schreiben
In der Kategorie „Beste Regie“ könnte die Nacht für gleich zwei historische Momente sorgen. „Blood & Sinners“-Regisseur Ryan Coogler wäre mit einem Sieg der erste Schwarze Filmemacher, dem die Academy jemals diesen Preis verliehen hat. Oscarpreisträgerin Chloé Zhao, die 2020 bereits für „Nomadland“ ausgezeichnet wurde, könnte für „Hamnet“ ihren zweiten Regie-Oscar gewinnen. Bisher hat keine Frau zweimal in dieser Kategorie gewonnen.
Werden Sean Penn und Emma Stone unsterblich?
Sean Penn ist für sein Spiel in „One Battle After Another“ als bester Nebendarsteller nominiert und könnte der vierte männliche Schauspieler werden, der drei Oscars gewinnt. Vor ihm schafften das lediglich Daniel Day-Lewis (68), Jack Nicholson (88) und der heute eher vergessene Walter Brennan (1894-1974).
Emma Stone, nominiert für „Bugonia“, könnte die dritte Schauspielerin werden, die dreimal in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ gewinnt. Das gelang zuvor überhaupt nur Katharine Hepburn (vier Siege) und Frances McDormand (drei Siege).
Jessie Buckley („Hamnet“, 36) wäre die erste Irin, die einen Oscar als beste Hauptdarstellerin mit nach Hause nimmt, Renate Reinsve („Sentimental Value“, 38) die erste Norwegerin. Gewinnt indes Wagner Moura (49) für „The Secret Agent“, wäre es der erste Oscar für einen brasilianischen Darsteller überhaupt. Wunmi Mosaku (39) ist für „Blood & Sinners“ nominiert und könnte die erste Nigerianerin werden, die überhaupt einen Oscar in irgendeiner der vielen Kategorien gewinnt. „Blood & Sinners“-Star Michael B. Jordan (39) könnte der erste Schauspieler sein, der für die Darstellung von Zwillingen als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wird.
Endlich ein Sieg für Diane Warren?
Die US-amerikanische Musikerin Diane Warren (69) gilt als größter Oscar-Pechvogel. Sie war bislang unfassbar anmutende 17 Mal für einen Academy Award nominiert, konnte aber noch nie gewinnen. Im Jahr 2022 erhielt sie jedoch einen Ehrenoscar für ihr Lebenswerk. Jetzt tritt sie mit dem Song „Dear Me“ ein weiteres Mal an.
Auch „Sentimental Value“ könnte Geschichte schreiben
Ein besonderes Augenmerk gilt dem norwegischen Film „Sentimental Value“ von Joachim Trier (52). Mit neun Nominierungen könnte er den Rekord für die meisten Oscar-Siege eines nicht-englischsprachigen Films brechen – aktuell liegt die Marke hier bei vier Siegen, unter anderem aufgestellt vom deutschen Antikriegsfilm „Im Westen nichts Neues“.
Neben der weiter oben erwähnten Hauptdarstellerin Reinsve ist auch Schauspiellegende Stellan Skarsgård (74) für „Sentimental Value“ als bester Nebendarsteller nominiert. Er könnte als erster männlicher, schwedischer und skandinavischer Darsteller einen Schauspiel-Oscar gewinnen. Auch eine der Darstellerinnen des Films, Inga Ibsdotter Lilleaas (36), könnte als erste Norwegerin in einer Nebendarstellerinnen-Kategorie triumphieren.
Auch der bewegende brasilianische Titel „The Secret Agent“ könnte bei vier Oscarnominierungen den Rekord von „Im Westen nichts Neues“ und Co. zumindest einstellen. „Sentimental Value“ oder „The Secret Agent“ könnten als erst zweiter nicht-englischsprachiger Film den Oscar für den besten Film gewinnen. Das gelang zuvor nur „Parasite“.
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Source: stern.de