Liveblog Irankrieg: Direkte Kämpfe mit jener Hizbullah in Südlibanon

In der Nacht zum Sonntag flog Israel auch wieder Luftangriffe. Wie die staatliche libanesische Nachrichtenagentur ANI berichtete, wurde dabei unter anderem eine Wohnung in einem Haus in einem Vorort von Sidon getroffen, der größten Stadt im Südlibanon. Getötet wurde dabei ein Hamas-Vertreter, wie aus der mit der Hizbullah verbündeten Palästinenserorganisation verlautete. Bei einem Angriff auf das weiter südlich gelegene Dorf Katrani gab es nach libanesischen Angaben drei Tote.

Die israelische Armee teilte mit, sie habe mehrere Abschussvorrichtungen für Raketen beschossen, „von denen aus Hizbullah-Terroristen unmittelbar Raketen auf Israel abschießen wollten“. Die Hizbullah erklärte ihrerseits am Sonntag, sie habe „hochentwickelte Raketen“ auf den israelischen Luftwaffenstützpunkt Palmachim südlich von Tel Aviv abgefeuert sowie Ziele im Norden Israels und israelische Soldaten in grenznahen Gebieten im Libanon beschossen.

Am Samstag waren bei einem Luftangriff auf ein Gesundheitszentrum im Südlibanon nach Angaben des Gesundheitsministeriums zwölf Ärzte, Sanitäter und Krankenschwestern getötet worden. Insgesamt wurden seit dem 2. März demnach schon mehr als 820 Menschen bei israelischen Luftangriffen im Libanon getötet, darunter 31 Beschäftigte des libanesischen Gesundheitswesens. 

Offiziell gilt seit November 2024 zwischen Israel und der Hizbullah eine Waffenruhe. Israel wirft der Miliz jedoch vor, sich wieder zu bewaffnen, und macht die von der libanesischen Regierung zugesagte vollständige Entwaffnung der Miliz zur Bedingung für ein Ende seiner Angriffe im Süden des Libanon.

Die Hizbullah und die Hamas gehören wie die Huthis im Jemen zu der vom Iran angeführten „Achse des Widerstands“, deren erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels ist. Hizbullah-Chef Naim Kassem sagte am Freitag in einer Fernsehansprache, die Hizbullah sei auf eine „lange Konfrontation“ mit Israel eingestellt.

UN-Generalsekretär António Guterres sagte am Samstag bei einem Besuch im Libanon, es gebe für den Konflikt „keine militärische Lösung“, erforderlich seien Diplomatie und Dialog. Wie aus libanesischen Regierungskreisen verlautete, bereitet Beirut sich bereits auf mögliche Gespräche mit Israel vor. Israel erteilte den Plänen allerdings eine Absage. Auf die Frage, ob Israel Gespräche mit dem Libanon führen werde, sagte Außenminister Gideon Saar am Sonntag: „Nein.“ 

Source: faz.net