Restaurants, Kleidung, Urlaub – wo die Deutschen sparen wollen
Fast jeder Dritte hat derzeit weniger im Geldbeutel als vor einem Jahr, zeigt eine Umfrage. Die hohen Energiepreise belasten dabei vor allem Geringverdiener. Daher will die große Mehrheit der Deutschen ihre Ausgaben kürzen.
Die Inflation ist zurückgegangen, doch die Konsumzurückhaltung bleibt und dürfte durch die jüngsten Ölpreisanstiege noch verstärkt werden. Denn viele Haushalte haben real weniger Geld zur Verfügung als noch vor fünf Jahren und reagieren entsprechend vorsichtig. Das zeigt das Liquiditätsbarometer der TeamBank, für das 3100 Erwachsene befragt wurden und das WELT AM SONNTAG exklusiv vorliegt.
Demnach ist bei 30 Prozent der Befragten das frei verfügbare Einkommen in den vergangenen zwölf Monaten zurückgegangen. Besonders belastend sind für 59 Prozent die gestiegenen Lebensmittelpreise, das sind sogar sieben Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Geringverdiener spüren zudem höhere Energie- und Heizkosten besonders stark. Sieben von zehn Deutschen wollen daher ihre Ausgaben senken.
„Die finanzielle Resilienz vieler Menschen ist spürbar geschwächt“, sagt TeamBank-Chef Christian Polenz. „Wir beobachten, dass Konsumentscheidungen heute mit deutlich mehr Zurückhaltung getroffen werden als früher – ein Trend, der zeigt, wie sehr das Vertrauen in die eigene finanzielle Stabilität unter Druck geraten ist.“
Die Umfrage zeigt auch, wo die Menschen ihre Ausgaben kürzen wollen. Wenn monatlich 100 Euro eingespart werden müssten, würden vor allem Restaurantbesuche, Kleidung und Urlaubsreisen zurückgefahren. Ganz verzichten wollen viele dennoch nicht: Die Mehrheit plant weiterhin Ausgaben für Restaurantbesuche oder Urlaubsreisen ein, vor allem Jüngere sparen gezielt für Anschaffungen und Freizeitaktivitäten.
Dieser Artikel wurde für das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und „Business Insider Deutschland“ erstellt.
Frank Stocker ist Wirtschafts- und Finanzkorrespondent in Frankfurt. Er berichtet über Geldanlage, Finanzmärkte, Konjunktur und Zinspolitik. Zudem hat er Bücher zur Inflation von 1923 und zur Geschichte der D-Mark veröffentlicht.
Source: welt.de