Massive Angriffe gen „Kronjuwel des Iran“ – USA zerstören militärische Anlagen gen Öl-Exportinsel

US-Streitkräfte haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump alle militärischen Anlagen auf der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Kharg „vollständig ausradiert“. Der Iran reagiert prompt und droht den USA. Und: Der Ölpreis liegt weiter über 100 Dollar je Barrel. Mehr im Liveticker.

Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.

Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:

04:33 Uhr – Trump: Marine-Eskorte in Straße von Hormus beginnt „bald“

US-Kriegsschiffe sollen nach Aussagen von Trump in Kürze Tanker durch die Straße von Hormus begleiten. Die Eskorte der US-Marine werde „bald“ beginnen, sagte der US-Präsident zu Journalisten. Die iranischen Revolutionsgarden blockieren im Zuge des Krieges mit den USA und Israel die für den weltweiten Öltransport wichtige Meerenge. Der Schiffsverkehr ist nahezu zum Erliegen gekommen.

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04:15 Uhr – „Keine Gnade für unseren Feind“, sagt Hegseth

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigt ein gnadenloses Vorgehen an. „Wir ​werden weiter Druck machen, weiter vorrücken, weiter angreifen“, sagt Hegseth vor Journalisten in Washington. „Kein Pardon, keine Gnade für unseren Feind.“ Der Befehl, „kein Pardon“ zu geben, also das Leben eines sich ergebenden ⁠Gegners nicht zu schonen oder damit zu drohen, ist nach dem humanitären Völkerrecht verboten.

04:09 Uhr – Ölpreis weiter über 100 Dollar je Barrel

Trotz der gelockerten Sanktionen für russisches Erdöl bleiben die Ölpreise auf dem höchsten Niveau seit Jahren. Die Maßnahme der USA löste bei europäischen Partnern Kritik hervor – und sorgte am Ölmarkt für keine Entspannung. Im Gegenzug ließen Äußerungen aus den USA und dem Iran die Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende schwinden.

Am frühen Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Mai rund 103 US-Dollar und damit etwas mehr als am Vortag. Zum Vergleich: Vor Kriegsbeginn lag der Preis noch bei rund 73 Dollar. Die Marke von 100 Dollar pro Barrel hatten die Ölpreise zuletzt im Sommer 2022 geknackt.

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03:55 Uhr – USA schicken weiteres Kriegsschiff

Die USA entsenden Insidern zufolge Tausende zusätzliche Soldaten in ​den Nahen Osten. Nach Angaben zweier US-Beamter, die ungenannt bleiben wollen, verlegt das US-Verteidigungsministerium das Amphibien-Angriffsschiff „Tripoli“ samt der dazugehörigen Marine-Einheit in die Region. Dazu gehörten 2500 Marineinfanteristen ⁠sowie weitere Matrosen. Die „Tripoli“, die sich derzeit im asiatisch-pazifischen Raum befindet, kann auch Kampfflugzeuge transportieren.

03:39 Uhr – Ein Toter bei Raketenangriff in Bagdad

Bei einem Raketenangriff auf ein proiranisches Ziel in Iraks Hauptstadt Bagdad ist Sicherheitskreisen zufolge ein Mensch getötet worden. Bei dem Angriff wurde ein von der proiranischen Kataeb Hisbollah genutztes Haus getroffen, wie die Nachrichtenagentur AFP am Samstag aus irakischen Sicherheitskreisen erfuhr. Eine „Schlüsselfigur“ der vom Iran unterstützten paramilitärischen Gruppe wurde demnach bei dem Angriff getötet, zwei weitere Mitglieder der Gruppe wurden verletzt.

02:45 Uhr – Iran warnt USA vor Angriff auf Öl-Infrastruktur

Die iranischen Streitkräfte haben nach der Bombardierung der Insel Kharg durch die US-Armee Washington vor einem Angriff auf den Öl- und Energiesektor gewarnt. Ein Sprecher sagte nach Angaben des regierungstreuen Senders Press TV, dass bei einem Angriff auf Irans Öl-, Wirtschafts- oder Energieinfrastruktur „alle entsprechenden US-Einrichtungen in der Region zerstört werden“. Die USA haben nach Angaben von Präsident Donald Trump alle militärischen Anlagen auf der Insel zerstört.

02:34 Uhr – USA ziehen Teil von Botschaftspersonal aus dem Oman ab

Die USA ziehen einen Teil ihres Botschaftspersonals aus dem Oman ab. Nicht zwingend benötigte Mitarbeiter und ihre Angehörigen müssten das Sultanat wegen der kriegsbedingten Risiken verlassen, erklärte das US-Außenministerium. Das Ministerium aktualisierte zudem seine Reisewarnung angesichts der „Sicherheitsrisiken“.

01:09 Uhr – Mindestens zwölf Tote bei israelischem Luftangriff im Südlibanon

Bei einem israelischen Luftangriff auf ein Gesundheitszentrum in Burdsch Kalawija im Südlibanon sind nach Behördenangaben mindestens zwölf Mitarbeiter getötet worden, wie das libanesische Gesundheitsministerium erklärte. Bei den Toten handele es sich um „zwölf Ärzte, Sanitäter und Krankenschwestern“. Ein weiterer Gesundheitsmitarbeiter wurde demnach verletzt. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht zu dem Angriff.

Dem Gesundheitsministerium zufolge handelte es sich um „den zweiten Angriff auf den Gesundheitssektor binnen weniger Stunden“. Zuvor hatte es demnach bereits einen Angriff in Sawaneh gegeben. Dabei sollen zwei Sanitäter der proiranischen Hisbollah und der mit ihr verbündeten Amal-Gruppierung getötet worden sein.

Auch die libanesische Hauptstadt Beirut wird immer wieder Ziel von Luftangriffen.

01:03 Uhr – Stadtteile von Doha evakuiert

Die Behörden in Katar evakuieren Augenzeugen zufolge Teile der Hauptstadt Doha. Betroffen sind unter ⁠anderem das Msheireb-Viertel, in dem sich Regierungsgebäude und ein Büro von Google befinden, sowie die sogenannte Education City mit Ablegern von sechs US-Universitäten. Das katarische Innenministerium hatte zuvor mitgeteilt, eine Reihe bestimmter Gebiete würde als „vorübergehende Vorsichtsmaßnahme“ evakuiert, ohne Details zu nennen.

00:33 Uhr – Trump: US-Angriffe auf militärische Ziele auf iranischer Öl-Exportinsel Kharg

Die US-Armee hat nach den Worten von Präsident Trump die iranische Öl-Insel Kharg mit massiven Angriffen überzogen. Das Central Command habe „einen der heftigsten Luftangriffe in der Geschichte des Nahen Ostens ausgeführt“, erklärte Trump auf der Online-Plattform Truth Social. Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando habe „jedes militärische Ziel auf dem Kronjuwel des Iran, der Insel Kharg, vollständig ausradiert“.

Die Insel Kharg liegt im Persischen Golf. Über das dort befindliche Öl-Terminal wird fast der gesamte iranische Rohölexport abgewickelt. Trump erklärte, er habe sich „dafür entschieden, die Ölinfrastruktur auf der Insel nicht zu zerstören“. „Sollte jedoch der Iran oder irgendjemand anderes etwas unternehmen, um die freie und sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus zu stören, werde ich dies sofort überdenken.“

00:02 Uhr – Explosionen in Doha

In Katars Hauptstadt Doha sind Explosionen zu hören. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtet, dass Abfangjäger über dem Stadtzentrum von Doha zwei Geschosse abgewehrt hätten.

Freitag, 13. März

23:45 Uhr – Iran startet neuen Raketenangriff auf Israel

Der Iran hat eine weitere Angriffswelle mit ballistischen Raketen auf Israel gestartet. Nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom wurde nach ersten Erkenntnissen niemand verletzt. Die Polizei erhielt nach eigenen Angaben Hinweise auf Trümmerteile, die im Süden Israels gelandet seien.

23:00 Uhr – Selenskyj trifft erneut iranischen Schah-Sohn

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj traf erneut den iranischen Schah-Sohn und Oppositionsvertreter Reza Pahlavi. Selenskyj schrieb nach dem Treffen im Onlinedienst X, die Ukraine wünsche sich „einen freien Iran“, der „nicht mit Russland kooperieren wird“. Es sei wichtig, dass die Führung der Islamischen Republik „keinen Nutzen“ aus dem Iran-Krieg ziehe und das iranische Volk sein Schicksal selbst bestimmen könne.

22:30 Uhr – Bericht: Trump lehnt Putins Uran-Vorschlag für Iran ab

US-Präsident Donald Trump hat einem Medienbericht zufolge einen Vorschlag des russischen Präsidenten Wladimir Putin abgelehnt, angereichertes Uran aus dem Iran nach Russland zu transferieren. Dies sei Teil eines Plans gewesen, den Krieg der USA und Israels gegen den Iran zu beenden, berichtet das Nachrichtenportal „Axios“ unter Berufung auf Insider. Putin habe die Idee in einem Telefonat in dieser Woche ins Spiel gebracht. Eine Stellungnahme der genannten Staaten liegt zunächst nicht vor.

21:13 Uhr – Hisbollah-Chef: „Aufgeben ist keine Option“

Hisbollah-Chef Naim Kassim hat anlässlich der Eskalation zwischen Israel und der Schiitenmiliz erneut die anhaltende Kampfbereitschaft seiner Organisation bekräftigt. „Das Wort „Kapitulation“ steht nicht in unserem Wörterbuch“, sagte er in einer Fernsehansprache. „Wir werden uns in dieser Schlacht um die Existenz verteidigen, egal, wie viele Opfer das erfordert.“

Die Hisbollah ist eng mit der Führung des Irans verbündet. Seit der Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei zu Beginn des jüngsten Nahost-Kriegs vor zwei Wochen schießt sie Raketen auf Israel ab. Der jüdische Staat hat wiederum seine Angriffe auf Ziele der Schiitenmiliz im Libanon intensiviert. Laut der WHO sind seitdem auf der libanesischen Seite 634 Todesopfer und mehr als 1.586 Verletzte gemeldet worden.

19:57 Uhr – Trump will Krieg beenden, „wenn ich es in meinen Knochen spüre“

US-Präsident Donald Trump und Vertreter seiner Regierung haben immer wieder unterschiedliche Angaben darüber gemacht, wie lange der Krieg gegen den Iran dauern könnte. In einem Interview des Senders Fox News Radio sagte er auf die Frage, wann der Krieg vorbei sein würde: „Wenn ich es spüre – wenn ich es in meinen Knochen spüre.“

19:29 Uhr – Mann wegen mutmaßlicher Bereitstellung von Starlink-Internet im Iran festgenommen

Im Iran ist einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Isna zufolge ein Mann festgenommen worden, weil er Menschen Internetzugänge über das Satelliten-Netzwerk Starlink verkauft haben soll. Der 37-Jährige habe „ein Netzwerk in mehreren iranischen Provinzen“ aufgebaut, um „Zugänge zum unbeschränkten Internet über Starlink zu verkaufen“, berichtete Isna unter Berufung auf die Polizei in der südiranischen Provinz Fars. Der Zeitpunkt der Festnahme wurde zunächst nicht bekanntgegeben.

19:23 Uhr – USA setzen Kopfgeld auf Modschtaba Chamenei aus

Die USA haben eine hohe Belohnung zur Ergreifung des neuen iranischen Obersten Führers Modschtaba Chamenei ausgesetzt. Das US-Außenministerium teilte mit, es würden zehn Millionen Dollar (rund 8,7 Millionen Euro) für Hinweise über den Aufenthaltsort Chameneis oder anderer hochrangiger Verantwortlicher gezahlt.

Gesucht werden demnach unter anderen der iranische Sicherheitschef Ali Laridschani und Innenminister Eskandar Momeni sowie ferner Anführer der iranischen Revolutionsgarden. Modschtaba Chamenei ist der Sohn von Ayatollah Ali Chamenei, der zu Kriegsbeginn am 28. Februar bei einem israelischen Luftangriff getötet wurde. Er wurde am Sonntag zum Nachfolger seines Vaters ernannt.

18:00 Uhr – Iran widerspricht Trump: Marine intakt

Der Iran hat Darstellungen von US-Präsident Donald Trump über den Zustand der iranischen Marine und Luftstreitkräfte scharf zurückgewiesen. „Die USA behaupten, die iranische Marine sei zerstört (…) Dann sei die Frage erlaubt, warum die Straße von Hormus immer noch geschlossen ist und kein Tanker sie durchqueren kann“, sagte Mohammed Akbarsadeh, stellvertretender Kommandeur der Marine der Revolutionsgarden laut der Nachrichtenagentur IRNA.

Trump hatte zuvor auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, die iranische Marine sei verschwunden, die Luftwaffe existiere nicht mehr, Raketen, Drohnen und alles andere werde vernichtet. „Erneut die Frage: wieso treffen Irans Raketen und Drohnen dann in regelmäßigen Abständen ihre vorgesehenen Ziele“, hielt Akbarsadeh entgegen. Der iranische Machtapparat hat sich bislang als widerstandsfähig erwiesen und schlägt immer wieder zurück, was den USA und ihren Verbündeten sowie der Weltwirtschaft zunehmend zusetzt.

17:10 Uhr – „Iran-Krieg nutzt niemandem und schadet vielen“, sagt Merz

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat ein schnelles Ende des Iran-Krieges gefordert und auf wirtschaftliche Schäden auch für Deutschland durch den Konflikt verwiesen. „Wir hoffen, dass wir Wege finden, diesen Krieg so schnell wie möglich zu beenden, weil er niemandem nutzt und vielen schadet, ökonomisch auch uns“, sagte Merz am Freitag während eines Besuchs in Norwegen bei einer Pressekonferenz mit dem norwegischen Regierungschef Jonas Gahr Störe und dem kanadischen Premierminister Mark Carney.

„Wir unternehmen alle Anstrengungen, um diesen Krieg im Iran und mit dem Iran zu beenden. Alle diplomatischen Kanäle werden genutzt“, sagte Merz auf die Frage einer Journalistin, ob er es unterstützen würde, wenn die Europäer oder die Deutschen mit den Iranern in direkten Kontakt treten würden, damit die vom iranischen Militär de facto gesperrte Straße von Hormus wieder geöffnet wird.

Merz äußerte auch Kritik am Vorgehen Israels und der USA. Zwar teile die Bundesregierung „wichtige Ziele der Vereinigten Staaten und Israels“. Mit jedem Kriegstag stellten sich allerdings „mehr Fragen, als Antworten gegeben werden“, sagte er. „Vor allem wird immer deutlicher: Es braucht einen überzeugenden Plan, es braucht eine Strategie, wie dieser Krieg zu einem Ende geführt werden soll.“

„Derweil sehen wir eine gefährliche Eskalation“, fuhr Merz fort. „Der Iran greift wahllos Staaten in der Region an, darunter enge Partner und Verbündete auch unseres Landes.“ Die Straße von Hormus sei „praktisch unpassierbar“ geworden. „Wir verurteilen das auf das Schärfste“, sagte der Bundeskanzler.

„Wir haben kein Interesse an einem endlosen Krieg. Ein Zerfall der territorialen Integrität, der Staatlichkeit oder der wirtschaftlichen Lebensfähigkeit des Iran hätte schwerwiegende Folgen auch für uns“, sagte Merz. „Deswegen brauchen wir jetzt eine Perspektive für eine Friedensordnung.“

dpa/AFP/AP/Reuters/sebe/doli/jmr

Source: welt.de