BMW hält sich besser wie die Autokonkurrenz
marktbericht
Auch BMW hat die Krise der deutschen Autobranche im vergangenen Jahr gespürt. Die Münchener hielten sich aber besser als die Konkurrenz. 2026 könnte für die Branche ein Übergangsjahr sein.
Manchmal bedarf es eines zweiten Blicks, um Geschäftszahlen genauer zu bewerten. So auch heute bei den Jahreszahlen des Münchener Autobauers BMW. Dessen Ergebnisausweis für das abgelaufene Jahr 2025 liest sich auf den ersten Blick ähnlich wie das, was auch schon andere Konkurrenten berichtet hatten – und ist doch anders.
So hat BMW im vergangenen Jahr erneut den schwachen Markt in China zu spüren bekommen und wird zudem im Ausblick vorsichtiger. Auch die US-Zölle schlugen deutlich ins Kontor; Gegenwind, mit denen die gesamte Branche schon länger zu kämpfen hat. BMW kommt aber trotzdem vergleichsweise besser weg als die Konkurrenz.
Geringerer Gewinnrückgang
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel 2025 um 11,5 Prozent auf 10,19 Milliarden Euro. Der Nettogewinn gab um drei Prozent auf 7,5 Milliarden Euro nach. Das ist besser als das, was die Konkurrenz zuletzt berichtet hatte. Zum Vergleich: Die beiden deutschen Konkurrenten Mercedes und Volkswagen haben ihre Ergebnisse vergangenes Jahr jeweils fast halbiert.
In der Autosparte lag die operative Ergebnismarge (bezogen auf das Ebit) bei 5,3 Prozent, ein Rückgang um einen Prozentpunkt. BMW bezifferte den negativen Effekt der US-Zölle dabei auf 1,25 Prozentpunkte.
Strategisch gut aufgestellt
Ein klarer Pluspunkt der Münchner zeigt sich darin, dass sie dank eines eigenen großen Werks in den USA von den dortigen Zöllen zumindest teilweise verschont werden. Knapp 413.000 Autos wurden dort vergangenes Jahr gebaut, mehr als die Hälfte davon blieb in den USA. Das bedeutet, dass BMW weniger als die Hälfte der in den USA verkauften Autos importieren musste.
Zudem profitiert das Unternehmen davon, dass es ihre Werke so gestaltet hat, dass auf einem Band Elektroautos, Hybride und Verbrenner entstehen können. Die Antriebsstränge werden also diversifiziert, so dass man auf unterschiedliche Anforderungen in den jeweiligen Regionen reagieren kann – eine Tendenz, die in der ganzen Branche verfolgt werde, sagte Analyst Pal Skirta vom Bankhaus Metzler im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion. Das hilft, Unsicherheiten beim Hochlauf der Elektromobilität abzufedern.
Deutsche Schlüsselbranche in schwerem Fahrwasser
Gleichwohl bleibt die Situation für die deutsche Schlüsselbranche schwierig. Die Branche sei derzeit in einer „permanenten Restrukturierung“, die wohl auch noch bis zum Ende des Jahrzehnts andauern werde, saget Frank Schwope, Branchenexperte und Lehrbeauftragte an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Köln. Vorübergehend seien die Gewinne auskömmlich, aber die Autobauer müssten wieder profitabler werden. Zwei bis drei Prozent Gewinnmarge wie bei VW seien auf Dauer schlicht zu wenig.
Eine wichtige Rolle bei der zukünftigen Aufstellung wird die Kosteneffizienz sein. Alle große Hersteller haben umfangreiche Sparprogramme verabschiedet und die Kosten gesenkt – auch BMW. Aber auch, wie stets bei Autobauern, die Hoffnung auf neue Modelle. BMW setzt dabei besonders auf die „Neue Klasse“. Diese neue Fahrzeugplattform soll die nächste Generation elektrischer BMW-Modelle prägen.
Übergangsjahr 2026
2026 dürfte dabei ein Übergangsjahr werden, so Experte Skirta. Erst 2027 kämen die neuen Modell dann in den Märkten an. Das BMW-Margenziel von vier bis sechs Prozent für 2026 zeige dies – denn auch 2025 lag es in der gleichen Größenordnung.
Immerhin, 2026 könnte für die Branche etwas besser laufen, denn vor allem hohe Restrukturierungskosten hätten 2025 die Bilanzen verhagelt, vor allem bei Porsche und damit auch bei der Konzernmutter VW, so Experte Schwope.
DAX stabilisiert sich
Der DAX hat sich derweil am Nachmittag stabilisiert und ist sogar leicht ins Plus gedreht. Nach schwachem Start und einem Tagestief bei 23.487 Punkten steht der deutsche Leitindex aktuell leicht unter seinem Vortagesschluss von 23.640 Punkten. Auch BMW-Aktien grenzen anfänglich größere Verluste deutlich ein.
Source: tagesschau.de