Krieg in Nahost: Iran attackiert Energiesektor am Golf

Ein Tankschiff, das in irakischen Gewässern liegen soll, steht in Flammen

Stand: 12.03.2026 • 09:06 Uhr

Iran setzt seine Angriffe auf die Energie-Infrastruktur in der Golfregion fort. In mehreren Nachbarländern herrschte Drohnen- und Raketenalarm. Ziel der Attacken sind vor allem Tanklager, Schiffe und Ölfelder.

Die iranischen Streitkräfte haben erneut die Energiewirtschaft in der Golfregion ins Visier genommen. In Bahrain wurden nach Angaben örtlicher Behörden Treibstofflager nahe dem internationalen Flughafen angegriffen. Unklar ist bisher, ob es sich bei den betroffenen Treibstofflagern um die Kerosindepots des Flughafens am Rande der Hauptstadt Manama oder eine andere Einrichtung handelt. Laut der Nachrichtenagentur Reuters stieg in der Nähe des Flughafens eine Rauchsäule auf.

Die Bewohner des Inselstaats im Persischen Golf wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu begeben. Die Menschen in den Vierteln in der Nähe des Flughafens sollten zu Hause bleiben und die Fenster geschlossen halten, teilte das Innenministerium mit.

Angriffe im Irak, Saudi-Arabien und den Emiraten

Bei Angriffen auf zwei Öltanker vor der Küste des Irak wurde irakischen Behörden zufolge mindestens ein Besatzungsmitglied getötet. 38 Besatzungsmitglieder wurden demnach gerettet, die Suche nach Vermissten dauert an. Das irakische Erdölministerium erklärte, es sei „zutiefst besorgt“ über Vorfälle mit Öltankern im Golf. „Die Sicherheit der Schifffahrt in internationalen Seewegen und Energielieferrouten muss frei von regionalen Konflikten bleiben.“ Die Hafenverwaltung stellte den Betrieb der Ölterminals des Landes bis auf weiteres ein.

Saudi-Arabiens Verteidigungsministerium meldete am Morgen den Abschuss einer Drohne, die sich auf Kurs zum Ölfeld Shaybah befunden habe. Dies sei bereits der dritte derartige Vorfall am Donnerstag. Bereits in der Nacht wurden laut Regierungsangaben im Osten des Landes 18 Drohnen abgefangen und zerstört.

Drohnen- und Raketenangriffe wurden auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten gemeldet. In Dubai stürzte in der Nacht eine Drohne auf ein Wohngebäude. Ein Brand wurde unter Kontrolle gebracht, niemand wurde verletzt, wie die Behörden mitteilten. Das kuwaitische Verteidigungsministerium teilte mit, es seien mehrere feindliche Drohnen abgefangen worden, die in den Luftraum im Norden des Landes eingedrungen seien. Nach Angaben des Elektrizitätsministeriums wurden sechs Stromleitungen durch herabfallende Trümmer abgefangener Drohnen gekappt.

Treibstofftanks im Oman in Flammen

Im Oman wurden am Mittwoch Treibstofftanks im Hafen von Salala von Drohnen getroffen. Auf einem vom arabischen Fernsehsender Al Jazeera veröffentlichten Video war zu sehen, wie ein großer Feuerball über einem der Tanks aufsteigt.

Der Golf-Kooperationsrat verurteilte den Angriff. Ein Sprecher der iranischen Militärführung wies eine Verantwortung dafür jedoch zurück. Der Vorfall im „befreundeten, benachbarten und brüderlichen Land Oman“ erscheine verdächtig, sagte er. Man respektiere die Souveränität Omans.

Brand nach Beschuss von thailändischem Frachter

Im Krieg zwischen den USA und Israel mit Iran geraten Schiffe im Persischen Golf, der Straße von Hormus und dem Golf von Oman immer wieder unter Beschuss. Ein unter thailändischer Flagge fahrender Frachter wurde nahe der Straße von Hormus durch iranische Raketen beschädigt.

Die „Mayuree Naree“, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Indien unterwegs war, sei von zwei Geschossen oberhalb der Wasserlinie getroffen worden, wodurch am Heck und im Maschinenraum ein Brand ausgelöst wurde, teilte die thailändische Marine mit.

Von den 23 thailändischen Besatzungsmitgliedern konnten 20 von der Marine Omans in Sicherheit gebracht werden, während drei Seeleute nach Angaben der Reederei Precious Shipping wahrscheinlich zunächst im Maschinenraum eingeschlossen blieben.

Rauch steigt aus dem Frachter „Mayuree Naree“ auf. Den Angaben zufolge wurde der Frachter von iranischen Geschossen getroffen.

Trump ermutigt Konzerne

Mit den Attacken will die Regierung in Teheran die Kosten für eine Fortsetzung des Krieges in die Höhe treiben. Die Gefahr durch iranische Raketen und Drohnen hat die Handelsschifffahrt in der Region seit Kriegsbeginn vor anderthalb Wochen fast komplett zum Erliegen gebracht. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und Iran, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, ist seit dem Ausbruch des Krieges de facto gesperrt. Die Angriffe auf Tanker treiben die Ölpreise nach oben.

US-Präsident Trump rief die Konzerne auf, trotz der iranischen Blockade die Straße von Hormus zu durchfahren. „Ich finde, sie sollten es tun“, sagte er Reportern. „Ich finde, sie sollten das sofort nutzen.“ Die US-Truppen hätten fast alle iranischen Minenschiffe in einer Nacht versenkt. „Fast ihre gesamte Marine liegt auf dem Meeresgrund.“ Die G7-Staaten kündigten an, Öltanker und andere Frachter von Kriegsschiffen eskortieren zu lassen. Die könne jedoch noch mehrere Wochen dauern.

Source: tagesschau.de