Wie sich welcher Iran-Krieg gen die Bundeswehr in Nahost auswirkt
Der Krieg im Nahen Osten hat auch Folgen für die Einsätze der Bundeswehr in der Region. Einzelne Aufgaben liegen auf Eis, Kontingente wurden verkleinert und Personal verlegt. Ein Überblick.
Rund 500 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sind aktuell im Nahen Osten im Einsatz. Im Rahmen von verschiedenen internationalen Missionen. Sie alle sind vom Bundestag mandatiert und haben nichts mit dem aktuellen Iran-Krieg zu tun.
Der aber wirkt sich massiv auf die Sicherheitslage aus. Ein Teil der Aufträge könne deshalb derzeit nur sehr eingeschränkt erfüllt werden, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius im Bundestag. Der Schutz der Soldatinnen und Soldaten habe Priorität.
Bundeswehr an Anti-IS-Einsatz beteiligt
Betroffen ist unter anderem der internationale Einsatz gegen die Terrormiliz des sogenannten „Islamischen Staates“, an dem die Bundeswehr seit 2015 beteiligt ist. Bei den Missionen geht es darum, mit dafür zu sorgen, dass der IS nicht wieder stärker wird und die Region insgesamt stabiler und sicherer.
Zentrale Standorte der Bundeswehr sind der jordanische Luftwaffen-Stützpunkt Al-Asrak und eine multinationale Basis in Erbil, der Hauptstadt der autonomen Region Kurdistan im Nordirak. Dort hat die Bundeswehr bis vor Kurzem Sicherheitskräfte ausgebildet.
Deutscher Teil von Stützpunkt bei Angriff getroffen
In Erbil ruhe der Auftrag der Bundeswehr gerade, sagt der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Mitko Müller. Das Kontingent wurde bereits ausgedünnt, als sich die Lage im Nahen Osten zuspitzte. Vor Ort sei nur noch eine niedrige zweistellige Zahl. Die Verbliebenen kümmern sich um das Camp und beraten die Verantwortlichen der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak.
Dass die Schutzmaßnahmen in Erbil früh hochgefahren wurden, hat sich als richtig erwiesen. Die von mehreren Nationen genutzte Basis wurde gleich zu Beginn des Krieges angegriffen.
Das gilt auch für den Stützpunkt Al-Asrak in Jordanien. Hier gab es in der Nacht zu Montag einen erneuten Angriff. Dieses Mal wurde der deutsche Teil des Camps getroffen. Ob es herabfallende Trümmerteile waren oder eine Rakete wird noch untersucht. Wichtig sei, dass die Schutzmaßnahmen gegriffen hätten, heißt es aus dem Verteidigungsministerium. Alle seien wohlauf.
Personal aus Bagdad, Bahrain und Katar abgezogen
Wie schnell es anders kommen kann, hat sich am Wochenende im Libanon gezeigt. Hier wurden drei ghanaische Blauhelmsoldaten zum Teil schwer verletzt. UNIFIL gehört zu den ältesten Missionen der Vereinten Nationen und soll eigentlich für Frieden zwischen dem Libanon und Israel sorgen.
Die Bundeswehr kümmert sich bei UNIFIL unter anderem um den Schutz der Seegrenzen und bildet die libanesische Marine aus. Aufgrund der aktuellen Lage ist die Ausbildung an Land zurzeit ausgesetzt. Die Fregatte „Nordrhein-Westfalen“ mit rund 160 Soldatinnen und Soldaten an Bord, sei aber unverändert im Einsatz, sagt Sprecher Müller. Sie pendelt zwischen dem Libanon und Zypern.
Aus Bagdad, Bahrain und Katar soll inzwischen Personal abgezogen worden sein. Wohin wie viele Soldatinnen und Soldaten verlegt worden sind, wird aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich gemacht. Nur so viel: Die meisten sind noch immer in der Region. Schließlich sollen die Missionen weiter geführt weiter. Sobald es möglich ist, auch wieder in vollem Umfang.
Source: tagesschau.de
