Universität Hamburg verteidigt ihren Exzellenzstatus
Hamburg hat weiter eine Exzellenzuniversität. Der Wissenschaftsrat bestätigt den Titel der Uni Hamburg für weitere sieben Jahre – dank starker Forschungscluster, klarer Strategie und der erfolgreichen „Twin Transformation“ aus Nachhaltigkeit und Digitalisierung.
Die Universität Hamburg bleibt Exzellenzuniversität. Die Exzellenzkommission hat am Mittwochabend bekannt gegeben, dass die Hochschule ihren Status für weitere sieben Jahre behält. Entscheidend für die erfolgreiche Wiederbewerbung war vor allem die Stärke der bestehenden Forschungscluster.
Bereits im Mai hatten die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat (WR) die vier Exzellenzcluster der Universität Hamburg bestätigt: in der Klima- und Erdsystemforschung, der Photonen- und Nanowissenschaft, der Teilchenphysik sowie der Manuskriptforschung. Diese Cluster werden seit 2018 gefördert und wurden im bundesweiten Wettbewerb erneut bestätigt. Damit waren die zentralen Voraussetzungen erfüllt, die eine Einzeluniversität mit mindestens zwei Exzellenzclustern erfüllen muss, um in der Förderlinie „Exzellenzuniversitäten“ berücksichtigt zu werden.
Der Wissenschaftsrat würdigte die Fortschritte in Forschung, Lehre, Internationalisierung und im Ausbau der wissenschaftlichen Infrastruktur. Die Hochschule habe ihre strategische Ausrichtung klar geschärft und den Anspruch der sogenannten „Flagship University“ durch konkrete Maßnahmen untermauert. Ein zentrales Element ist dabei die „Twin Transformation“ – die Verbindung von Nachhaltigkeit und Digitalisierung als Treiber für neue Forschungsansätze und moderne Lehrformate.
Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sprach von einem „herausragenden Erfolg“ für den gesamten Wissenschaftsstandort. Die Universität habe sich in den vergangenen Jahren von innen heraus erneuert und sei heute „ein Flaggschiff der Hamburger Wissenschaftslandschaft“. Auch Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal (Grüne) hob die Teamleistung der vergangenen Jahre hervor: Die Mitarbeitenden der Uni Hamburg hätten „Außergewöhnliches geleistet“ und der Universität ein klares Profil in der deutschen Exzellenzlandschaft verschafft.
Uni-Präsident Hauke Heekeren bezeichnete die erneute Auszeichnung als Beleg für einen „spürbaren Kulturwandel“ innerhalb der Universität. Die sehr gute Bewertung der internationalen Gutachtergruppe zeige, dass die gesetzten Ziele der ersten Förderphase erreicht wurden. Mit der zweiten Phase wolle die Hochschule nun die Transformationsthemen Nachhaltigkeit und Digitalisierung noch stärker im Forschungsalltag verankern.
Mit dem verteidigten Titel sind für die UHH weiterhin bis zu 15 Millionen Euro Exzellenzmittel pro Jahr gesichert. Diese langfristige Förderung ermöglicht es der Hochschule, ihre strategischen Vorhaben zu verstetigen und zentrale Forschungsfelder auszubauen. Die Exzellenzstrategie sieht eine regelmäßige Evaluation im Sieben-Jahres-Rhythmus vor; betreut wird das Verfahren vom Wissenschaftsrat.
Die Universität Hamburg war 2019 erstmals im Exzellenzwettbewerb erfolgreich und hat sich seitdem dauerhaft im Kreis der Spitzenuniversitäten etabliert. Mit der erneuten Auszeichnung erhält sie Planungssicherheit – und Hamburg bleibt einer der wichtigsten Wissenschaftsstandorte Deutschlands.
Aus der Hamburger Wirtschaft und Politik gab es breite Zustimmung zur erneuten Auszeichnung. Handelskammer-Präses Norbert Aust betonte die wachsende internationale Bedeutung der Universität und verwies darauf, dass Exzellenzforschung Talente anziehe und Innovationen stärke. Da es in den vergangenen Wochen einen finanzpolitischen Streit über die Finanzierung von Uni-Strukturen gab, zielte Aust aber auch darauf ab und erklärte, für exzellente Forschung brauche es auch eine solide Finanzierung.
Aus der Grünen-Fraktion hob die wissenschaftspolitische Sprecherin Selina Storm den Erfolg als Ergebnis langfristiger strategischer Arbeit hervor und sagte, die Auszeichnung gebe Rückenwind für internationale Kooperationen und den Schutz der Wissenschaftsfreiheit. Die CDU-Abgeordnete Anna von Treuenfels-Frowein gratulierte ebenfalls, warnte jedoch, dass Exzellenz langfristig nur mit verlässlicher Finanzierung gesichert werden könne und Sparvorgaben nicht zu diesem Anspruch passten.
juve
Source: welt.de