Rheinmetall mit starkem Jahr, dennoch unter Erwartungen

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marktbericht

Stand: 11.03.2026 • 14:30 Uhr

Um rund dreißig Prozent konnte Rüstungshersteller Rheinmetall seinen Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr steigern. Analysten hatten mit einem noch besseren Ergebnis gerechnet – der Aktienkurs fällt deutlich.

Eigentlich ist es keine schlechte Bilanz, die Rüstungshersteller Rheinmetall vorgelegt hat: Den Umsatz konnte man um fast dreißig Prozent erhöhen, der Gewinn stieg sogar noch stärker. Im laufenden Jahr will das Unternehmen den Umsatz um weitere 40 bis 45 Prozent steigern.

An der Börse kann das Unternehmen damit nicht punkten: Analysten hatten eine noch bessere Bilanz erwartet. Anlegerinnen und Anleger zeigen ihre Enttäuschung deutlich, am Mittag stand die Aktie fünf Prozent tiefer als noch am Vortag und bildet das Schlusslicht im deutschen Leitindex DAX.

Rheinmetall mit „Wachstumsschmerzen“

Bei knapp zehn Milliarden Euro lag der Umsatz von Rheinmetall im vergangenen Jahr. Zwei Prozent unter Erwartungen, konstatieren Analysten von JP Morgan. Beim operativen Ergebnis (Ebitda) habe Rheinmetall die Schätzungen um vier Prozent unterboten. Auch bei den eigenen Schätzungen bewegte sich Rheinmetall damit eher am unteren Ende.

Eigentlich befindet sich das Unternehmen, so wie der Rüstungssektor als ganzes, gerade in einer guten Ausgangslage. Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine konnte der Rüstungshersteller seinen Wert an der Börse verzehnfachen, seitdem hat sich die weltpolitische Sicherheitslage nur weiter zugespitzt. Die Auftragsbücher sind voll.

Jetzt geht es darum, ob das Unternehmen diese Nachfrage auch entsprechend umsetzen kann. Dass Rheinmetall hinter dem eigenen Ausblick und den Markterwartungen zurückgeblieben sei, zeuge von „Wachstumsschmerzen“, urteilte Jefferies-Expertin Chloe Lemarie.

Auch für 2026 großer Sprung beim Umsatz geplant

Aus Sicht der Analysten stehen die Aussichten des Konzerns, diese mittelfristig zu überwinden, aber durchaus gut. „Die Ergebnisse für 2025 waren durchwachsen, die mittelfristigen Aussichten bleiben jedoch stark“, kommentierte George McWhirter von der Berenberg Bank.

Jetzt müsse das Management Anleger davon überzeugen, dass der Ausblick nach dem jüngsten Reset robust stünde, urteilt JPMorgan-Analyst David Perry.

Im laufenden Jahr will das Unternehmen den Umsatz um weitere 40 bis 45 Prozent steigern, auf dann 14 bis 14,5 Milliarden Euro. Dabei will der Rüstungskonzern auch durch den Iran-Krieg wachsen. Schon jetzt seien Waffen von Rheinmetall dort im Einsatz, so das Unternehmen. Gleichzeitig hofft man auf Käufe aus den USA, die ihre durch die heftigen Angriffe auf Iran geleerten Raketen-Arsenale wieder auffüllen müssen.

Untermauert wird das Selbstbewusstsein des Rüstungskonzerns durch volle Auftragsbücher – 63,8 Milliarden Euro beträgt der sogenannte „Backlog“. Dieser umfasst eingegangene Aufträge ebenso wie die erwarteten Abrufe aus bestehenden Rahmenverträgen mit militärischen Kunden.

50 Milliarden Euro in 2030

Für die Zukunft gibt der Konzern große Ziele aus. Innerhalb der nächsten Jahre will Rheinmetall seinen Umsatz weiter vervielfachen – 50 Milliarden Euro im Jahr 2030 gab Konzernchef Armin Papperger im November 2025 als Ziel aus. Möglich werden soll das durch eine grundlegende Neuausrichtung des Unternehmens.

So trennt sich Rheinmetall schrittweise vom zivilen Geschäft rund um die Autozulieferung. Der Verkauf der Konzernsparte soll im ersten Quartal des Jahres abgeschlossen werden. Stattdessen konzentriert sich der Konzern immer stärker auf militärische Technologien.

Bisher war Rheinmetall mit Land- und Luftsystemen vertreten, jüngst hatte Rheinmetall den militärischen Geschäftszweig der Bremer Lürssen-Werft übernommen. Die Marine-Sparte soll entscheidend zum angestrebten Wachstum beitragen. Mit neuen Fabriken in Europa will Rheinmetall außerdem die Munitionsproduktion nach oben treiben.

Source: tagesschau.de