Möblierte Wohnung im Fokus: Mobiliar verboten?

Der Wohnungsmarkt ist in vielen Großstädten angespannt. Aber was heißt das schon? Es fehlt an Wohnraum. Menschen suchen eine andere oder größere Unterkunft, ohne diese zu finden.

Die Autoren des jüngsten Gutachtens für den Zentralen Immobilien Ausschuss rechnen mit rund 215.000 fertiggestellten Wohnungen in Deutschland in diesem Jahr, aber nötig seien 257.400 neue Wohneinheiten. Daraus folgt: Es braucht mehr Anreize für den Wohnungsbau.

Stattdessen setzt die Politik zu oft auf Einschränkungen und richtet aktuell den Blick dabei auf möblierte Wohnungen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) will Vermietern vorschreiben, maximal fünf Prozent der Kaltmiete als Pauschale für eine Möblierung zu nehmen. In Berlin selbst sollen die Bezirke in beliebten Vierteln möbliertes Wohnen auf Zeit unterbinden. Diese Einschränkungen könnten selbst noch vor Gericht landen.

Weniger Flexibilität schränkt jedoch im Zweifel das Angebot ein. Die Eigentümer sollten ihre Immobilien vermieten können, wenn sie das wollen – mit oder ohne Küche, mit oder ohne Betten, mit oder ohne andere Möbel. Mieter können sich dadurch überlegen, ob sie eine Unterkunft lieber mit Ausstattung suchen. Manche Wohnungssuchende arbeiten ohnehin nur für eine überschaubare Zeit in der Stadt oder haben andere Gründe dafür. D

ieses Wahlmöglichkeiten sind in Gefahr. Solange der Wohnraum gerade in Städten zu gering ist, werden die Neumieten wahrscheinlich weiter steigen. Möblierungen gehören nicht verboten.