Liberale-Chef Dürr will nicht zurücktreten – AfD bietet sich Union wie Koalitionspartner an

Nach 15 Jahren gibt es in Baden-Württemberg erstmals wieder einen Ministerpräsidenten, der nicht Winfried Kretschmann heißt. Cem Özdemir macht das Rennen und setzt sich knapp gegen den Spitzenkandidaten der CDU, Manuel Hagel, durch.

Alle Ereignisse rund um die Landtagswahl in Baden-Württemberg im Liveticker:

12:13 Uhr – AfD bietet sich CDU als Koalitionspartner an

Die AfD sei bereit, „eine CDU-Regierung zu stützen oder sogar in eine Koalition einzutreten“, sagt Landes-Parteichef Emil Sänze in Stuttgart. Die überwiegende Mehrheit in Baden-Württemberg habe konservativ gewählt.

Lesen Sie auch

Ähnlich klingt Co-AfD-Landeschef und Spitzenkandidat Markus Frohnmaier. Es habe bei der Landtagswahl mit CDU und AfD nur zwei Parteien mit Zuwächsen gegeben, sagt er bei einer Pressekonferenz – „ein ganz klares Signal der Wähler, nämlich für eine Veränderung in der Politik.“ Der Wähler habe sich dafür entschieden, „dass man keine grüne Politik mehr in Baden-Württemberg wünscht“.

Frohnmaier fordert die Landes-CDU auf, „darüber nachzudenken, ob sie die alberne Brandmauer-Politik aufrecht erhalten möchte“ und sich weiter zum Steigbügelhalter für grüne Politik in Baden-Württemberg machen wolle, „oder ob man endlich auch mit der AfD in Gespräche geht“.

11:45 Uhr – FDP-Chef Dürr will nicht zurücktreten

FDP-Chef Christian Dürr spricht nach dem Wahldebakel von einem bitteren ⁠Abend. „Die FDP muss sich erneuern“, sagt er nach einer Sitzung des Parteipräsidiums in Berlin. Das werde ein langer, steiniger Weg. Dies wolle ‌er unterstützen und ⁠nicht ‌zurücktreten, ​so Dürr. ⁠Auch Generalsekretärin Nicole Büttner werde ihre Arbeit fortsetzen.

Die FDP ​müsse für eine andere Politik stehen ‌und ​radikale Reformen, sagt Dürr. „Denn andere werden es nicht ‌tun.“ Er räumt auch ein: „Wir sind als FDP noch nicht an dem Punkt, wo wir wieder erfolgreich Wahlen bestreiten können.“

Zuvor hatte FDP-Landeschef Hans-Ulrich Rülke seinen Rücktritt angekündigt.

11:14 Uhr – Klüssendorf sieht keine Konsequenzen für Bundespolitik

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf sieht keinen Anlass für Konsequenzen in der Bundespolitik. „Wir haben da einen festen Fahrplan. Wir haben große Reformen dieses Jahr vor uns, die müssen wir jetzt auch durchziehen, ungesehen der Landtagswahlen“, sagte Klüssendorf bei Phoenix. Auch müsse das Wahlergebnis jetzt zunächst analysiert werden.

Er wies darauf hin, dass Schwarz-Rot gerade erst das Bürgergeld korrigiert habe. Gleichwohl sagten laut Analysen 60 Prozent der SPD-Wähler, die Partei kümmere sich mehr um die Arbeitslosen als um die arbeitende Mitte. Die CDU wiederum habe zugelegt, obwohl den Analysen zufolge 80 Prozent der Wähler sagten, dass die Bundesregierung keine gute Arbeit mache.

10:32 Uhr – CDU-Mann spricht von „Rufmord-Kampagne“ gegen Hagel

Die knappe Niederlage führt das CDU-Bundesvorstandsmitglied Armin Schuster in erster Linie auf persönliche Attacken gegen ihren Spitzenkandidaten vor Ort zurück. „Die Grünen haben auf der Zielgerade schmutzig gewonnen“, sagt der aus dem Südwesten stammenden Innenminister Sachsens dem „Tagesspiegel“: „Bei einem solch knappen Ergebnis kann die Rufmord-Kampagne gegen Manuel Hagel den Knock-Out bedeutet haben.“

Eine Mitverantwortung der Berliner Politik oder von Kanzler Friedrich Merz dafür, dass eine monatelanger Umfragevorsprung noch aus der Hand gegeben wurde, sieht er dagegen nicht. „Mit der Bundes-CDU hat das nicht so viel zu tun, weil alles derart auf das Duell zwischen Manuel Hagel und Cem Özdemir zugespitzt war, weshalb FDP, Linke und SPD ja auch schwer unter die Räder gekommen sind.“

07:22 Uhr – „Blaupause“ für grüne Bundespartei, lobt Nouripour

Der grüne Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour sieht in Özdemirs Wahlerfolg ein Vorbild für die Gesamtpartei. Die Wahl sei „eine Blaupause, wie Bündnisgrüne auch bundesweit wieder breiter mehrheitsfähig werden können“, sagt er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Wir müssen dabei nicht überall gleich klingen. Unterschiedliche Bundesländer, Milieus und Lebensrealitäten vertragen auch unterschiedliche Tonlagen und Schwerpunkte.“

Lesen Sie auch

Özdemir sei „ein Meisterstück gelungen“, so Nouripour, der wie dieser dem Realo-Flügel der Grünen angehört. „Er zeigt, dass grüne Politik Mehrheiten gewinnen kann, wenn sie den Menschen zuhört, sich an ihrer Lebensrealität orientiert und den Platz in der gesellschaftlichen Mitte beansprucht.“

07:18 – FDP-Vize Kubicki spricht vom „bittersten Tag“ seines politischen Lebens

FDP-Parteivize Wolfgang Kubicki zeigt sich angesichts des Ausscheidens seiner Partei aus dem Landtag schockiert. „Das ist der wohl bitterste Tag meines politischen Lebens mit über 50 Jahren FDP-Mitgliedschaft“, sagt er dem „Tagesspiegel“. Niemand habe mit einem solchen Ergebnis gerechnet. „Das wird eine Schockwelle in der Partei auslösen. Davon müssen wir uns erst einmal erholen“, so Kubicki.

Einer der Gründe für das Abschneiden sei, dass die FDP auf Bundesebene „kaum noch wahrnehmbar“ sei. Auf Nachfrage des „Tagesspiegels“ zu personellen Veränderungen sagt Kubicki: „Es wird Konsequenzen geben müssen“. Man werde sich beraten.

06:06 Uhr – Türkische Gemeinde: Özdemir-Sieg zeigt Normalisierung

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde Deutschland, Gökay Sofuoglu, sieht im Wahlsieg Cem Özdemirs (Grünen) in Baden-Württemberg eine „Erfolgsgeschichte der Gastarbeitergeneration“. Sofuoglu sagt dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“, Özdemirs Eltern seien klassische Gastarbeiter gewesen.

„Das ist für mich eine Normalisierung der Gesellschaft, denn Cem Özdemir verkörpert die Identifikation mit dem Land, und so wird er unabhängig von seinen politischen Ansichten ein Vorbild für viele junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte“, sagt er.

04:06 Uhr – Bundesparteien beraten über Ausgang der Wahl

Die Spitzengremien der Bundesparteien beraten am Montag über den Ausgang der Landtagswahl. Bei den Grünen tagt am Morgen ein Parteirat. Um 14.00 Uhr will sich Parteichefin Franziska Brantner den Fragen der Medien stellen. Bei der zweitplatzierten CDU kommen am Vormittag Präsidium und Vorstand zusammen. Im Anschluss treten Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz sowie Spitzenkandidat Manuel Hagel vor die Presse.

04:00 Uhr – Palmer: „Kann mich in Seele der CDU gut reinversetzen“

Nach der Wahl ist die Wut in der Südwest-CDU immer noch groß – die Christdemokraten werfen den Grünen nach der Veröffentlichung eines Videos über Spitzenkandidat Manuel Hagel eine „Schmutzkampagne“ vor. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer kann das nachvollziehen. „Ich kann mich in die Seele der CDU da gut reinversetzen“, sagte er. Es sei schon schmerzhaft, einen so sicher geglaubten Sieg auf den letzten Metern zu verlieren.

02:21 Uhr – Grüne gewinnen knapp vor CDU

Die Grünen gewinnen die Landtagswahl in Baden-Württemberg in einem knappen Rennen vor der CDU. Die AfD ist mit deutlichen Zuwächsen drittstärkste Kraft, die SPD schafft es knapp in den Landtag. FDP und Linke schaffen es nicht über die Fünf-Prozent-Hürde.

Lesen Sie auch

Sonntag, 8. März

23:14 Uhr – Wahlen zeigten, dass Reformen jetzt kommen müssen, sagt Günther

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther fordert, dass die schwarz-rote Bundesregierung jetzt Reformen anpacken muss. „Ich glaube, dass wir das wirklich jetzt auch lernen müssen aus diesem Wahlergebnis, dass das überhaupt nicht honoriert wird, wenn man wegen Wahlen glaubt, Entscheidungen nicht treffen zu dürfen“, sagt der CDU-Politiker in der ARD. „Es wäre für Deutschland wirklich ​gut, wenn das jetzt auch die Schlussfolgerung aus dieser Landtagswahl wäre.“

23:10 Uhr – Strack-Zimmermann kritisiert FDP-Führung

Die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat nach der Wahlniederlage Konsequenzen in ihrer Partei gefordert. Die Partei müsse sich „ehrlich eingestehen, dass von der Bundespolitik zu wenig Rückenwind kam“, schrieb sie auf X. „Die FDP irritiert viele Menschen zu oft und gibt zu selten überzeugende Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit.“

22:32 Uhr – Hagel: „Das ist eine Niederlage für uns“

Für die CDU im Südwesten ist das Abschneiden nach den Worten von Hagel eine Niederlage. „Das Hauptziel war, dass wir stärkste Kraft in Baden-Württemberg werden und dass wir eine CDU-geführte Landesregierung bilden können“, sagte der Spitzenkandidat am Abend im ZDF. Dieses Ziel habe man – Stand jetzt – nicht erreicht. „Und da gibt’s auch gar nichts drumrumzureden: Das ist eine Niederlage für uns.“

22:21 Uhr – AfD holt Direktmandat in Mannheim

Die AfD hat im Wahlkreis Mannheim I das Direktmandat erzielt. Bernhard Pepperl erhielt 22,3 Prozent der Erststimmen, wie auf der Internetseite des Statistischen Landesamts nach Auszählung aller Gebiete zu sehen war. Knapp dahinter landete mit 21,7 Prozent der Stimmen Lennart Christ von der CDU. Beim Zweitstimmenergebnis landete die AfD in dem Wahlkreis mit 21,7 Prozent allerdings deutlich hinter den Grünen mit 27,6 Prozent. Die CDU kommt den Daten zufolge auf einen Anteil von 20,0 Prozent.

22:13 Uhr – Auch Özdemir gewinnt Wahlkreis

Auch Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir hat sich in seinem Wahlkreis klar durchgesetzt. In seinem Wahlkreis Stuttgart II gewann er am Sonntag nach Angaben der Landeswahlleitung mit 47,9 Prozent klar vor dem CDU-Kandidaten Klaus Nopper (25,1 Prozent). Der AfD-Bewerber Steffen Degler kam mit 8,8 Prozent auf Platz drei.

21:46 Uhr – Hagel gewinnt seinen Wahlkreis mit großem Abstand

CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel hat zwar das Duell gegen Cem Özdemir (Grüne) knapp verloren, seinen Wahlkreis Ehingen aber klar gewonnen. Hagel lag hier nach vollständiger Auszählung mit 47,1 Prozent klar vor dem AfD-Bewerber Michael Scheffler mit 20,1 Prozent und Tobias Hocke-Beck von den Grünen mit 17,7 Prozent.

Lesen Sie auch

21:23 Uhr – Landtagswahlen zusammenlegen? CDU, SPD, Grüne offen für Idee

CDU, SPD und Grüne begrüßen die Idee, alle Landtagswahlen in Deutschland auf einen Termin zu legen. Auf die Frage, ob man die Wahlen in allen Bundesländern zusammenlegen sollte, sagte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann in der ARD: „Fände ich super, so eine Midterm-Wahl wie in Amerika.“ Er wies allerdings darauf hin, dass dies schwierig umzusetzen sei. Auch SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf begrüßte den Vorschlag.

21:03 Uhr – Palmer offen für Ministeramt

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer ist offen für ein Ministeramt in der neuen Landesregierung von Baden-Württemberg. „Wenn mich der Ministerpräsident des Landes anruft, habe ich die letzten 15 Jahre immer gesagt: Komm vorbei, lass uns drüber reden”, sagte Palmer „Politico“. „Ich bin gerne mit Rat und Tat da, wenn das gewünscht wird.”

Gegenüber dem „Focus“ sagte der frühere Grünen-Politiker angesprochen auf ein mögliches Ministeramt: „Wenn Sie das wissen wollen, müssen Sie den Ministerpräsident fragen.“ In der Landesverfassung stehe, dass der Ministerpräsident die Minister ernenne.

20:48 Uhr – Grüne in neuer Hochrechnung nur noch knapp vor CDU

Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg liefern sich Grüne und CDU ein knappes Rennen um Platz eins – mit einem hauchdünnen Vorsprung für die Grünen. Das geht aus Hochrechnungen von ARD und ZDF hervor.

20:44 Uhr – Hagel: Ball liegt bei den Grünen

Manuel Hagel sieht den Regierungsbildungsauftrag bei den Grünen, wenn sich die Zahlen vom Wahlabend bewahrheiten. Der Ball zur Regierungsbildung liege nun bei den Grünen im Spielfeld, sagte Hagel. Er gratulierte den Grünen und dem Spitzenkandidaten Cem Özdemir zu dem Ergebnis.

20:32 Uhr – Kretschmann schreibt Özdemir gutes Abschneiden zu

Winfried Kretschmann schreibt Cem Özdemir das gute Abschneiden seiner Partei zu. Dessen „persönliche Ausstrahlung“ habe für die Trendwende im Wahlkampf gesorgt, sagte Kretschmann am Sonntag im ZDF. In Özdemir hätten die Menschen das Vertrauen gehabt, dass er, „das, was ich begründet habe, eine gute, verlässliche, kontinuierliche Arbeit an den Problemen des Landes“, weiterführen werde. „So interpretiere ich das.“

20:29 Uhr – Wahlforscher: Grüne punkten mit Kandidat und CDU mit Kompetenz

Bei der Wahl haben die Grünen nach Einschätzung von Wahlforschern mit dem besseren Kandidaten und die CDU mit ihrer Sachkompetenz gepunktet. Der Analyse der Forschungsgruppe Wahlen zufolge waren die Grünen bei der Frage nach dem gewünschten Ministerpräsidenten klar im Vorteil. Bei der Kompetenz im wichtigsten Thema Wirtschaft lag die CDU aber ebenso vor den Grünen wie beim zweitwichtigsten Thema Bildung und Schule.

20:10 Uhr – FDP-Landeschef kündigt Rücktritt an

Die FDP wird aller Voraussicht nach den Einzug in den Landtag verpassen. Als Folge des Scheitern hat Landeschef Hans-Ulrich Rülke seinen Rücktritt vom Landesvorsitz angekündigt.

19:55 Uhr – Hagel kritisiert Wahlkampf „unter der Gürtellinie“

Manuel Hagel hat den Stil in den letzten Tagen des Wahlkampfs kritisiert. Der CDU sei es immer wichtig gewesen, „dass wir unseren Wahlkampf mit Anstand führen, mit Stil führen und vor allen Dingen entlang von den Inhalten, wo wir überzeugt sind, dass sie für unser Land wichtig sind“. Leider hätten aber in den letzten Tagen dieses Wahlkampfs eher andere Themen eine Rolle gespielt – „zum Teil mit Angriffen weit unter der Gürtellinie“. „Aber das ist nicht mein Thema. Das müssen andere für sich verantworten und nach dem 8. März kommt der 9. März. Da müssen alle wieder runter vom Baum.“

19:36 Uhr – Dürr sieht „bitteren Wahlabend“

FDP-Chef Christian Dürr spricht nach dem enttäuschenden Ergebnis für die Liberalen von einem „bitteren Wahlabend“. Die Partei sei wegen des Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen CDU und Grünen unter Druck geraten, sagt er in der ARD. Die FDP dürfte den Hochrechnungen zufolge mit 4,4 Prozent erstmals in ihrem Stammland aus dem Landtag fliegen, dem sie seit mehr als 70 Jahren angehört.

Lesen Sie auch

19:33 Uhr – „Unsere Zeit wird noch kommen“, sagt Schwerdtner

Linke-Chefin Ines Schwerdtner hat sich trotz des wahrscheinlichen Scheiterns ihrer Partei an der Fünf-Prozent-Klausel zufrieden mit dem Wahlausgang in Baden-Württemberg gezeigt. „Unsere Zeit im Landtag wird kommen“, sagte Schwerdtner in der ARD. Die Linke habe ihr historisch bestes Ergebnis in dem Land erreicht. Sie könne die Menschen gut verstehen, die CDU-Mann Manuel Hagel nicht als Ministerpräsidenten wollten und grün gewählt hatten, sagte Schwerdtner. Die Linke sei in diesem Zweikampf zerrieben worden. „Ich glaube, dass unsere Zeit da auf jeden Fall noch kommen wird.“

19:27 Uhr – Weidel: „Wir werden Oppositionsarbeit machen“

Die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel zeigt sich zufrieden mit dem Abschneiden ihrer Partei. „Das läuft auf eine Verdoppelung unseres Ergebnisses hinaus, und damit können wir sehr zufrieden sein“, sagt sie in der ARD. Von ihrer Partei sei in Baden-Württemberg das Gleiche zu erwarten wie im Bundestag, wo die Partei ebenfalls die größte Oppositionspartei stelle, sagte Weidel: „Wir werden Oppositionsarbeit machen.“

Im ZDF antwortet sie auf die Frage, ob die USA-Reise des AfD-Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier in der heißen Phase des Wahlkampfs geschadet habe: „Es war seine Entscheidung.“ Frohnmaier habe dort Treffen gehabt, die aus seiner Sicht wichtig für die Wirtschaft in Baden-Württemberg gewesen seien.

19:18 Uhr – Kretschmann: „Ich bin froh, dass ich jetzt aufhören darf“

Der scheidende Ministerpräsident Winfried Kretschmann übergibt nach eigenen Worten ein gut bestelltes Haus an seinen Parteifreund Cem Özdemir. „Ich bin froh, dass ich jetzt aufhören darf“, sagt er in der ARD. „Und wenn man solch einen talentierten Nachfolger hat, der ​so viel Erfahrung, Weitsicht und Umsicht hat, dann geht man auch gerne aus dem Amt.“

19:03 Uhr – Klingbeil: „Total bitterer Abend“

Der SPD-Bundesvorsitzende Lars Klingbeil äußert sich tief enttäuscht über das schlechte Abschneiden seiner Partei. „Das ist ein total bitterer Abend“, sagt Klingbeil im ZDF zum historisch schlechten Ergebnis seiner Partei im Südwesten von knapp über fünf Prozent. Die SPD habe für ein anderes Ergebnis gekämpft.

„Wir haben allerdings in den letzten Wochen eine wahnsinnige Dynamik erlebt. Es ging nur noch um die Frage: Cem Özdemir oder Manuel Hagel, wer soll Ministerpräsident werden?“ Das habe am Ende auch die SPD Stimmen gekostet. Klingbeil gehe davon aus, dass es zu dieser Zuspitzung auch in 14 Tagen bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz kommen werde.

18:56 Uhr – Hagel will weiteren Abend abwarten

Ob Manuel Hagel persönliche Konsequenzen nach der sich abzeichnenden Niederlage der CDU ziehen wird, bleibt weiter unklar. Im ZDF sagt er: „Wir nehmen das Ergebnis in aller Demut zur Kenntnis. Unser klares Ziel war es, dass wir stärkste Kraft in diesem Land werden. Für diesen Wahlkampf trage ich die Verantwortung.“ Auf die Frage, was das genau bedeute, sagt er: „Wir warten den weiteren Abend ab. Wie „immer in der CDU“, heiße es „klarer Kopf und klarer Kurs“. „Alles andere besprechen wir in den Gremien.“

18:52 Uhr – Özdemir ruft CDU zur Zusammenarbeit auf

Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir hat die CDU zu einer neuen Zusammenarbeit aufgerufen. Auf den Erfolgen der gemeinsamen Regierungsjahre in Baden-Württemberg solle man aufbauen, sagte er. „Der Maßstab sollten die letzten zehn Jahre sein und die Erfolge, die wir eingefahren haben.“ Er strebe eine „Partnerschaft auf Augenhöhe“ an.

18:47 Uhr – Van Aken attackiert Hagel: „So eine Pfeife gewesen“

Die Linke zeigt sich zufrieden mit ihrem Ergebnis. Laut Prognosen hat die Linke zugelegt, den Einzug in den Landtag aber verpasst. Parteichef Jan van Aken sagt in der ARD, Briefwahlstimmen seien noch nicht berücksichtigt, so dass sich das Ergebnis für die Linke noch verbessern könne. „So stark war die Linke noch nie in Baden-Württemberg.“ CDU-Kandidat Manuel Hagel sei „so eine Pfeife gewesen“, dass viele Wähler alles tun wollten, um diesen Mann zu verhindern. Das habe die anderen Parteien zwei, drei Prozentpunkte gekostet.

18:45 Uhr – „Haben uns als die relevante Oppositionskraft im Südwesten etabliert“, sagt Frohnmaier

Nach den deutlichen Zugewinnen seiner Partei sieht Spitzenkandidat Markus Frohnmaier die AfD als wichtigste Oppositionspartei in Baden-Württemberg. „Wir haben uns im Grunde als die relevante Oppositionskraft im Südwesten etabliert“, sagt Frohnmaier in der ARD. „Darauf sind wir natürlich stolz.“

18:37 Uhr – SPD-Spitzenkandidat kündigt Rückzug als Landes- und Fraktionschef an

Nach dem SPD-Verlust hat Spitzenkandidat Andreas Stoch seinen Rückzug als Landes- und Fraktionschef angekündigt. Das sagte SPD Generalsekretär Sascha Binder der Deutschen Presse-Agentur.

18:25 Uhr – Hagel will Verantwortung übernehmen

CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel betont, dass er selbst die Verantwortung für das Wahlergebnis übernimmt. Was dies genau ⁠bedeutet, sagt Hagel in einer ersten Stellungnahme nicht.

18:19 Uhr – Spahn zeigt sich zufrieden

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Jens Spahn (CDU), hat den Stimmenzuwachs seiner Partei im Südwesten betont. „Die CDU hat deutlich, und zwar sehr deutlich dazugewonnen“, sagt er im ZDF.

18:15 Uhr – Tim Klüssendorf: „Sind unter die Räder gekommen“

In der ARD hat sich Tim Klüssendorf geschockt vom Ergebnis der CDU gezeigt. „Wir sind unter die Räder gekommen“, sagt der SPD-Generalsekretär. „Polarisierung und Zuspitzung im Wahlkampf hat uns viele Stimmen gesaugt, erklärt er.

18:13 Uhr – CDU gibt Hoffnung noch nicht auf, sagt Linnemann

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann gibt die Wahl für seine Partei noch nicht verloren. Der ‌Abend bleibe spannend, sagte er in der ARD. Man warte auf die erste Hochrechnung. „Natürlich hoffen wir noch“, sagte Linnemann. Nach ersten Prognosen liegen die Grünen leicht vor der CDU.

18:10 Uhr – Tino Chrupalla: „Wir sind der Gewinner des Abends“

Tino Chrupalla sagt im ZDF: „Wir sind der Gewinner des Abends. Das ist ein wichtiger Start in das Wahljahr 2026. Wir sind jetzt auch in Baden-Württemberg Volkspartei.“

18:07 Uhr – Brantner: „Nicht für den Weg zurück in die Vergangenheit entschieden“

Grünen-Chefin Franziska Brantner hat sich im ZDF zur ersten Hochrechnung geäußert. Sie sagte: „Was für ein gutes Signal aus Baden-Württemberg an die Republik. Die Bürgerinnen und Bürger haben sich nicht für den Weg zurück in die Vergangenheit entschieden. Es ist ein großer Erfolg für Cem Özdemir, es ist ein großer Erfolg für die Grünen.“

18:02 Uhr – Prognosen sehen Grüne vorne

Die Grünen von Cem Özdemir haben die Landtagswahl einer ersten Prognose zufolge gewonnen. Laut Nachwahlbefragungen der ARD kam die Partei um Spitzenkandidat Cem Özdemir auf etwa 32,0 Prozent.

Die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Manuel Hagel erreichte der ersten Prognose zufolge 29,0 Prozent. Die AfD kommt auf 17,8 Prozent und verdoppelt somit fast ihr Ergebnis von 2021. Für die SPD setzt sich der Abwärtstrend fort. Die Sozialdemokraten kommen laut ersten Prognosen nur noch auf einen einstelligen Wert.

Lesen Sie auch

dpa/AFP/Reuters/nw/krott/jmr/lay

Source: welt.de