Iran-Krieg: ++ Putin gratuliert dem neuen obersten Pilot Irans ++
liveblog
Russlands Präsident Putin hat dem neuen obersten Führer Irans, Modschtaba Chamenei, gratuliert und ihm Unterstützung zugesichert. In der einzigen Ölraffinerie des Inselstaats Bahrain ist ein Feuer ausgebrochen.
Bei neuen iranischen Raketenangriffen auf Israel ist nach Angaben von Rettungskräften mindestens ein Mensch ums Leben bekommen. Der Mann sei auf einer Baustelle im Zentrum des Landes von Raketensplittern getroffen worden und trotz Wiederbelebungsversuchen gestorben, teilte ein Rettungsdienst mit. Ein weiterer Mann wurde demnach schwer verletzt.
Am Morgen waren in Tel Aviv nach Angaben der Nachrichtenagentur mehrere Detonationen zu hören. Der Iran greift Israel seit Beginn des Krieges immer wieder mit Raketen und Drohnen an. Dabei waren in den ersten Kriegstagen bereits zehn Menschen getötet worden.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat Modschtaba Chamenei zu seiner Ernennung zum neuen obersten Führer gratuliert. Das teilte der Kreml mit. Putin erklärte, er sei zuversichtlich, dass Chamenei das Werk seines Vaters „ehrenvoll“ fortsetzen und das iranische Volk „angesichts schwerer Prüfungen“ einen werde.
Putin fügte hinzu, Russland stehe weiterhin an der Seite Teherans und bekräftigte seine „unerschütterliche Unterstützung für Teheran und seine Solidarität mit unseren iranischen Freunden“.
In der iranischen Hauptstadt Teheran haben sich erneut mehrere starke Explosionen ereignet. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP weiter berichteten, war zunächst unklar, wo sich die Detonationen ereigneten. Zu hören waren sie in mehreren Gegenden der Hauptstadt.
Die ARD-Korrespondenten Björn Dake aus Tel Aviv zur Lager in Israel und Simon Riesche aus Istanbul mit Antworten auf die Frage, warum Iran weiterhin Ziele in den Golfstaaten angreift.
Die Europäische Union muss nach Worten von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihre Macht entschiedener einsetzen. Die Gemeinschaft könne sich angesichts der Bedrohungen nicht mehr allein auf eine „regelbasierte Ordnung“ verlassen, sagt von der Leyen auf einer Konferenz der EU-Botschafter. Es müsse dringend geprüft werden, ob die auf Konsens und Kompromiss ausgerichteten Institutionen und Entscheidungsprozesse der Glaubwürdigkeit der EU als geopolitischer Akteur eher nützen oder schaden.
Das israelische Militär hat Luftangriffe auf südliche Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut ausgeführt, die als Hochburgen der pro-iranischen Hisbollah gelten. Mindestens drei Angriffe seien ausgeführt worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur ANI. Livebilder von AFPTV zeigten, wie Rauch über dem Süden Beiruts aufstieg. Viele Einwohner hatten das Gebiet verlassen.
Ein Sprecher der israelischen Armee hatte zuvor angekündigt, dass die Streitkräfte Niederlassungen der mit der Hisbollah verbundenen Finanzinstitution Al-Kard Al-Hassan angreifen werden.
China hat die Ernennung von Modschtaba Chamenei zum neuen obersten Anführer Irans als innere Angelegenheit der Islamischen Republik bezeichnet und sich gegen eine mögliche Tötung des Nachfolgers von Ayatollah Ali Chamenei gestellt. Die Ernennung Modschtaba Chameneis beruhe „auf der Verfassung“ Irans, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking.
China wende sich gegen die „Einmischung in die inneren Angelegenheiten“ anderer Länder, sagte der Sprecher weiter. „Die Souveränität, die Sicherheit und die territoriale Integrität Irans sollten respektiert werden“, fügte er hinzu. Damit reagierte er auf eine Frage in Bezug auf Drohungen gegen den Nachfolger von Ali Chamenei, die Israel und die USA geäußert hatten.
Die iranischen Behörden wollen offenbar Vermögenswerte von Exil-Iranern beschlagnahmen, die mit Israel und den USA „kooperieren“. Demnach sind „weitere Strafen“ möglich, wenn im Ausland befindliche Iraner den „aggressiven Feind unterstützen“, hieß es auf der Justiz-Website Misan, die sich auf Angaben der Generalstaatsanwaltschaft berief.
Misan verwies auf ein Gesetz, das nach dem zwölftägigen Krieg im vergangenen Juni gegen Israel verabschiedet worden war. An dem Krieg hatten sich die USA an der Seite Israels kurzzeitig mit Luftangriffen auf Iran beteiligt.
Die Koordinierungsgruppen der Europäischen Union (EU) für die Öl- und Gasversorgung werden am Donnerstag zusammentreten, teilt ein Sprecher der Europäischen Kommission mit. Die Gruppen beobachteten die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten auf den Energiesektor sowie die aktuellen Einschätzungen der EU-Länder zu ihren Ölvorräten. EU-Länder sind verpflichtet, Ölvorräte für einen Verbrauch von 90 Tagen zu halten.
Die Gruppen bestehen aus Vertretern der EU-Regierungen. Sie überwachen die Sicherheit der Öl- und Gasversorgung und koordinieren Maßnahmen zur Krisenbewältigung.
Wie der Ölpreis steigt auch der Preis für Erdgas in Folge des Iran-Kriegs weiter an: Am Morgen sprang der niederländische TTF-Kontrakt, der als wichtigster europäischer Referenzwert gilt, rund 30 Prozent in die Höhe und notierte zeitweise bei 69,70 Euro. Grund ist die faktische Sperrung der Straße von Hormus durch Iran und der Produktionsstopp von Flüssigerdgas in Katar wegen iranischer Raketenangriffe.
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 war der Preis allerdings noch erheblich stärker gestiegen – damals lag er teils deutlich über 100 Euro und in der Spitze bei fast 340 Euro.
Simon Riesche, ARD-Korrespondent in Istanbul, über Modschtaba Chamenei, den neuen Führer Irans, sowie die Lage im Nahen Osten.
Iran hat bei seinen Raketenangriffen auf Israel nach Angaben der israelischen Armee erneut Streumunition eingesetzt. Welches Gebiet in dem Land genau betroffen gewesen ist, sagte der Armeesprecher jedoch nicht. Teheran hatte in diesem Krieg sowie im Krieg im vergangenen Jahr bereits Gefechtsköpfe mit Streumunition verwendet. Zuletzt hatte es den Einsatz selbst bestätigt.
Der Einsatz von Streumunition ist international weitgehend geächtet, weil sie große Flächen unkontrolliert mit Sprengkörpern überzieht und besonders für Zivilisten gefährlich ist. Israel hat Iran vorgeworfen, mit dieser Art von Munition absichtlich auf zivile Gebiete geschossen zu haben. Die Armee warnt die Bürger des Landes immer wieder, sich den Bomben nach Einschlägen nicht zu nähern.
Als Folge des gestiegenen Ölpreises sind wichtige Börsen in Asien eingebrochen. In Japan lag der Aktienindex Nikkei zum Handelsschluss mit 5,19 Prozent im Minus. In Südkorea gaben die Kurse 5,96 Prozent nach. Der Ölpreis stieg im asiatischen Handel zeitweise auf fast 120 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit 2022. Asien ist stark abhängig von Öl und Gas aus dem Nahen Osten.
Nach den israelischen Angriffen auf Öldepots in der iranischen Hauptstadt Teheran haben Tankstellen den Verkauf von Benzin stark rationiert. Autofahrer können aktuell pro Tankvorgang nur noch zehn Liter Sprit kaufen, wie Bewohner der Millionenmetropole berichteten. An den Tankstellen bildeten sich Kilometer lange Autoschlangen mit stundenlangen Wartezeiten.
Am Wochenende hatte Israels Luftwaffe Öldepots in Teheran bombardiert und in Flammen gesetzt. Dichter, schwarzer, toxischer Rauch verdunkelt seitdem den Himmel. Auf viele Dächer der Metropole regnete Öl herab.
Die Türkei plant dem TV-Sender NTV zufolge die Verlegung von sechs F-16-Kampfflugzeuge nach Nordzypern. Sie sollten die Verteidigung der dortigen türkischen Gemeinschaft sicherstellen, berichtet der Sender unter Berufung auf einen Vertreter der Zivilluftfahrtbehörde der Türkischen Republik Nordzypern.
Die staatliche Ölgesellschaft Bahrains hat einen Angriff auf ihren Raffineriekomplex gemeldet. Der Betrieb des Unternehmens sei durch den anhaltenden regionalen Konflikt und den jüngsten Angriff beeinträchtigt, meldete die staatliche Nachrichtenagentur des Landes. Die Gesellschaft erklärte, es handle sich um einen Fall von höherer Gewalt. Dadurch ist das Unternehmen von seinen vertraglichen Verpflichtungen befreit. Die lokale Nachfrage könne aber nach wie vor bedient werden, hieß es.
In Bahrain ist offenbar in der einzigen Ölraffinerie des Inselstaates ein Feuer ausgebrochen, das dichte Rauchwolken in den Himmel steigen ließ. Ein online verfügbares Video soll den Brand in der Sitra-Raffinerie zeigen. Die staatliche bahrainische Nachrichtenagentur berichtete, dass „infolge des iranischen Angriffs auf eine Anlage“ in Maameer ein Feuer ausgebrochen sei. Es sei Sachschaden entstanden, habe aber es keine Todesopfer gegeben. Maameer ist ein bahrainisches Dorf in unmittelbarer Nähe der Raffinerie.
Die bahrainische Regierung bestätigte zunächst nicht, dass die Raffinerie selbst getroffen wurde, obwohl sie seit Kriegsbeginn wiederholt Ziel iranischer Angriffe war. Zuvor war von einem Angriff auf mehrere Häuser der Inseln Sitra berichtet worden.
Die G7-Finanzminister beraten einem Medienbericht zufolge über die Freigabe von Öl aus Notreserven. Drei G7-Länder – darunter die USA – hätten bisher ihre Unterstützung dafür bekundet, berichtet die britische Financial Times. Die Internationale Energieagentur (IEA) solle die Aktion koordinieren. Die Minister sowie der IEA-Chef Fatih Birol würden sich noch heute in einer Telefonkonferenz über die Auswirkungen des Iran-Krieges beraten. Die IEA und die G7-Präsidentschaft reagierten zunächst nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.
Das israelische Militär hat Angriffe auf Ziele in der iranischen Stadt Isfahan gemeldet. Die Armee gab an, Kommandostellen der paramilitärischen Revolutionsgarde Irans sowie der Basidsch-Miliz getroffen zu haben. Außerdem habe das Militär eine Produktionsanlage für Raketenmotoren sowie Abschussplätze für Raketen angegriffen. Iran bestätigte die Angriffe zunächst nicht.
ARD-Korrespondent Torben Börgers aus Washington zu den Zielen der USA im Krieg gegen Iran.
Die Ukraine schickt auf Bitten der USA Abfangdrohnen und Drohnenexperten nach Jordanien, um dort US-Militärstützpunkte zu schützen, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Interview mit der Zeitung New York Times. Dem Bericht zufolge baten die USA am Donnerstag um Hilfe, woraufhin das ukrainische Team am nächsten Tag abgereist sei und in Kürze im Nahen Osten erwartet werde.
Der Golfstaat Bahrain ist erneut zum Ziel eines Angriffs des iranischen Militärs geworden. Das Innenministerium des kleinen Inselstaats im Persischen Golf meldete in der Nacht 32 Verletzte, darunter Kinder und mehrere Schwerverletzte. Alle Opfer seien Zivilisten und Bürger des Landes.
Nach Angaben des Ministeriums war die südlich der Hauptstadt Manama gelegene Insel Sitra Ziel einer Drohnenattacke. Mehrere Häuser seien beschädigt worden.
Saudi-Arabien hat seine Warnungen an Iran verschärft. Teheran wäre der „größte Verlierer“, sollte es weiterhin arabische Staaten attackieren, hieß es in einer Erklärung des Königreichs am Morgen. Diese folgte auf einen Drohnenangriff, der saudi-arabischen Angaben zufolge auf das Ölfeld Schaiba abzielte.
Zudem wies Saudi-Arabien die Äußerungen des iranischen Premierminister Massud Peseschkian vom Samstag zurück, wonach Iran seine Angriffe auf die Golfstaaten eingestellt habe. „Das Königreich bekräftigt, dass die iranische Seite diese Aussage in der Praxis weder während der Rede des iranischen Präsidenten noch danach umgesetzt hat“, erklärte das Außenministerium. Weiter hieß es, die iranischen Angriffe führten zu „weiterer Eskalation, die schwerwiegende Auswirkungen auf die Beziehungen hat – sowohl jetzt als auch in der Zukunft“.
Das Abwehrsystem C-RAM hat Polizeikreisen zufolge einen Raketen- und Drohnenangriff auf eine diplomatische Einrichtung der USA in der Nähe des internationalen Flughafens von Bagdad abgefangen.
Sicherheitskreisen zufolge galt ein Drohnenangriff der US-Militärbasis nahe dem Flughafen von Erbil in der irakischen Kurdenregion.
Die israelische Armee setzt ihre Angriffe auf Ziele in Iran und im Libanon fort. Die Luftwaffe habe eine neue Welle an Attacken gegen Infrastruktur der iranischen Führung im Zentrum des Landes begonnen, teilte die Armee in der Nacht mit. Zudem sei erneut Infrastruktur der mit Iran verbündeten Hisbollah-Miliz in der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen worden. Derweil gab die Armee Entwarnung für die eigene Bevölkerung, nachdem Iran zuvor erneut Raketen auf Israel gefeuert hatte.
Wegen des Krieges im Nahen Osten hat der irakische Verband offenbar eine Verlegung seiner Playoff-Partie zur Fußball-WM beantragt. Dies berichtet der britische Guardian.
Auch mehr als eine Woche nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran schießt die Islamische Republik weiter auf Israel. In der Nacht meldete die israelische Armee wiederholt Raketenangriffe aus Iran. In der Küstenmetropole Tel Aviv und anderen Gebieten des jüdischen Staates heulten in der Nacht wieder die Sirenen. Die Luftabwehr war erneut im Einsatz, wie die das Militär auf Telegram mitteilte.
Der katarische Premierminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani ruft alle Seiten im Iran-Konflikt zur Deeskalation auf. „Wir werden weiter mit den Iranern sprechen und auf eine Deeskalation hinwirken“, sagte der Premierminister in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Senders Sky News. Iran müsse zunächst alle Angriffe auf die Golfstaaten und andere Länder einstellen, die nicht an diesem Krieg beteiligt seien.
Der Golfstaat Bahrain ist erneut Ziel eines Angriffs Irans geworden. Das Innenministerium des kleinen Landes meldete in der Nacht mehrere Verletzte durch eine Attacke mit Drohnen auf der südlich der Hauptstadt Manama gelegenen Insel Sitra. Mehrere Häuser seien beschädigt worden.
Der Ölpreis ist infolge des Iran-Kriegs erstmals seit Jahren wieder auf über 100 US-Dollar angestiegen. Der Preis für die in Europa maßgebliche Nordseesorte Brent stieg im frühen Handel zeitweise um rund 20 Prozent auf 111 US-Dollar je Barrel (159 Liter).
Zuvor war zum Handelsbeginn in Chicago die in den USA bestimmende Sorte West Texas Intermediate (WTI) über die Marke von 100 Dollar gesprungen – ein Preisniveau, das es zuletzt 2022 gegeben hatte. Zeitweise stieg der Preis sogar auf 111 Dollar pro Barrel.
Irans Staatsmedien verkünden, dass Modschtaba Chamenei Nachfolger seines Vaters als oberster Führer wird. Frankreichs Präsident Macron hat mit Irans Präsidenten Peseschkian telefoniert.
Source: tagesschau.de