Teheran schränkt Benzinverkauf drastisch ein – Autofahrer die Erlaubnis haben nur noch zehn Liter tanken

Die israelische Armee hat die sogenannte Weltraum-Zentrale Irans ins Visier genommen. Unterdessen rationieren die Tankstellen Teherans den Benzinverkauf stark. Mehr im Liveticker.

Israel und die USA greifen seit zwei Wochen den Iran an. Nach der Tötung des geistlichen Oberhaupts Ajatollah Ali Chamenei wurde dessen Sohn, Modschtaba Chamenei, zum Nachfolger gewählt. Seit Kriegsbeginn beschießen sich Israel und die Golf-Staaten mit Drohnen und Raketen. Zwischen Israel und der im Libanon operierenden Terrormiliz Hisbollah ist eine zweite Front entstanden. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.

Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:

08:25 Uhr – Nach Angriffen auf Öldepots: Benzin in Teheran rationiert

Nach den israelischen Angriffen auf Öldepots in der iranischen Hauptstadt Teheran rationieren Tankstellen den Verkauf von Benzin stark. Autofahrer können aktuell pro Tankvorgang nur noch zehn Liter Sprit kaufen, wie Bewohner der Millionenmetropole berichteten. An den Tankstellen bildeten sich Kilometer lange Autoschlangen mit stundenlangen Wartezeiten.

Am Wochenende hatte Israels Luftwaffe Öldepots in Teheran bombardiert und in Flammen gesetzt. Dichter, schwarzer, toxischer Rauch verdunkelt seitdem den Himmel. Auf viele Dächer der Metropole regnete Öl herab.

08:15 Uhr – Israel greift Weltraum-Hauptquartier der Revolutionsgarden an

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben am Sonntag die sogenannte Weltraum-Zentrale der iranischen Revolutionsgarden in Teheran angegriffen. Im Rahmen ihrer Angriffe hätten die israelischen Streitkräfte das „Hauptquartier der Weltraumstreitkräfte der IRGC des iranischen Terrorregimes“ in der iranischen Hauptstadt „angegriffen und zerstört“, erklärte die israelische Armee unter Verwendung der Abkürzung für die Revolutionsgarden. Die Räumlichkeiten dienten demnach der an die Revolutionsgarden angegliederten iranischen Weltraumbehörde als „Empfangs-, Übertragungs- und Forschungszentrum“.

Das Zentrum umfasste demnach „das Kontroll- und Betriebsgebäude des im August 2022 gestarteten Satelliten Chajjam“. Die Revolutionsgarden hätten die Satellitendaten für ihre Einsätze sowie „zur Überwachung des Staates Israel und der Länder der Region genutzt“.

Das mit dem Iran verbündete Russland hatte den Satelliten namens Chajjam 2022 mit einer Sojus-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ins All geschickt. Iranischen Angaben zufolge wurde der Satellite unter iranischer Aufsicht von der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos hergestellt. Den USA zufolge ermöglicht Chajjam dem Iran „erhebliche Spionagefähigkeiten“ – was die iranische Weltraumbehörde bestreitet.

05:50 Uhr – Augenzeuge: Rauch über Ölraffinerie in Bahrain

Nach einem ​iranischen Drohnenangriff steigt einem Augenzeugen zufolge dicker Rauch über der Ölraffinerie Bapco in Bahrain auf. Die Regierung hatte zuvor ⁠von Verletzten und Schäden in der Gegend von Sitra berichtet.

05:44 Uhr – Hisbollah vermeldet Kämpfe gegen israelische Helikopter

Die Hisbollah-Miliz vermeldet Kämpfe gegen israelische Armee-Helikopter im Osten des Libanon. Rund 16 israelische Hubschrauber seien über die Grenze zu Syrien in den libanesischen Luftraum eingedrungen, erklärt die Miliz. Hisbollah-Kämpfer hätten „mit den geeigneten Waffen“ das Feuer auf die Helikopter und die eindringenden Truppen eröffnet. Die Kämpfe dauerten demnach an. Wie zwei Hisbollah-Funktionäre berichten wurde in der östlichen Bekaa-Region ein israelischer Helikopter abgeschossen.

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03:53 Uhr – Iran: Erster Raketenangriff nach Machtübernahme von Chamenei-Sohn

Kurz nach der Ernennung von Modschtaba Chamenei zum Nachfolger seines Vaters hat Teheran Israel laut Staatsmedien mit Raketen angegriffen. „Iran hat unter (…) Modschtaba Chamenei die erste Welle von Raketen auf die besetzten Gebiete abgefeuert“, berichtete der staatliche Sender Irib auf seinem Kanal im Onlinedienst Telegram.

Der Sender veröffentlichte zudem ein Foto eines Projektils, das die Aufschrift „Auf Ihren Befehl Sayyid Modschtaba“ trug. Sayyid ist ein Ehrentitel im schiitischen Islam.

03:35 Uhr – Israel greift erneut im Iran und Libanon an

Die israelische Armee setzt ihre Angriffe auf Ziele im Iran und im Libanon fort. Die Luftwaffe habe eine neue Welle an Attacken gegen Infrastruktur der iranischen Führung im Zentrum des Landes begonnen, teilt die Armee mit. Zudem sei erneut Infrastruktur der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz in der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen worden.

01:56 Uhr – Katar fängt Raketenangriff ab

Die Streitkräfte ⁠von Katar fangen einen Raketenangriff ab. Dies teilt das Verteidigungsministerium des Landes mit.

01:11 Uhr – USA wollen Diplomaten aus Saudi-Arabien abziehen

Die USA wollen nicht unbedingt erforderliches diplomatisches Personal sowie deren Familien aus Saudi-Arabien abziehen. Das teilten zwei US-Regierungsvertreter der AP mit. Eine offizielle Ankündigung soll noch erfolgen. Zuvor hatte das US-Militär mitgeteilt, dass ein Soldat am 1. März an den Folgen eines iranischen Angriffs in Saudi-Arabien gestorben sei. Damit wurden inzwischen sieben US-Soldaten getötet.

01:03 Uhr – Israels Armee meldet weitere Raketenangriffe

Die israelische Armee meldet erneut Raketenangriffe aus dem Iran. In der Küstenmetropole Tel Aviv und anderen Gebieten des jüdischen Staates heulen wieder die Sirenen. Die Luftabwehr ist im Einsatz, wie das Militär auf Telegram mitteilte.

00:12 Uhr – Katar fordert Deeskalation

Der katarische Ministerpräsident Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani ruft alle Seiten im Iran-Konflikt ⁠zur ​Deeskalation ‌auf. „Wir werden weiter mit den Iranern sprechen und auf eine Deeskalation hinwirken“, sagt der Ministerpräsident in einem Interview des Senders Sky News. Der ‌Iran müsse ⁠zunächst alle ​Angriffe auf die Golfstaaten und andere ⁠Länder einstellen, die nicht an diesem Krieg beteiligt seien.

00:03 Uhr – Ölpreis schießt über Marke von 100 US-Dollar

Der Ölpreis ist erstmals seit Jahren wieder auf über 100 US-Dollar angestiegen. Der Preis für die in Europa maßgebliche Nordseesorte Brent stieg zeitweise um knapp 19 Prozent auf fast 110 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Unmittelbar zuvor war zum Handelsbeginn in Chicago die in den USA bestimmende Sorte West Texas Intermediate (WTI) über die Marke von 100 Dollar gesprungen – ein Preisniveau, das es zuletzt 2022 gegeben hatte.

Vor Beginn des Iran-Kriegs lag der Preis noch um die 70 Dollar pro Barrel. Auch die Spritpreise sind seither deutlich angestiegen.

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Sonntag, 8. März

23:22 Uhr – US-Minister: Zielen nicht auf Energieinfrastruktur ab

Die USA haben nach Angaben ihres Energieministers Chris Wright nicht vor, die iranische Ölindustrie anzugreifen. „Die USA zielen nicht auf die Energieinfrastruktur ab“, sagte Wright dem Sender CNN. Zuvor hatte die Bombardierung eines Öllagers durch Israel im Iran für Aufsehen gesorgt, nach der dichte Rauchschwaden den Himmel über der Hauptstadt Teheran verdunkelten. Aufnahmen nach dem Angriff am Samstagabend zeigten einen gewaltigen Feuerball.

22:21 Uhr – Chamenei-Sohn Modschtaba zum geistlichen Oberhaupt des Iran ernannt

Im Iran ist der Sohn des getöteten Ajatollahs Ali Chamenei zum neuen religiösen und staatlichen Oberhaupt gewählt worden. Das gab das zuständige Wahlgremium laut der Nachrichtenagentur Irna und dem staatlichen Rundfunk Irib bekannt.

Der 56-jährige Modschtaba Chamenei wurde vom sogenannten Expertenrat, dem wichtigsten religiösen Gremium des Landes, ernannt. In dem Amt wird er künftig das letzte Wort in allen politischen und militärischen Belangen haben. US-Präsident Donald Trump hatte jüngst bereits deutlich gemacht, dass er Modschtaba Chamenei als neues staatliches Oberhaupt ablehne.

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21:25 Uhr – US-Militär: Siebte Einsatzkraft stirbt im Krieg mit dem Iran

Die Zahl der im Iran-Krieg gefallenen US-Einsatzkräfte ist von sechs auf sieben gestiegen. In der vergangenen Nacht sei ein Angehöriger der Streitkräfte den Folgen seiner Verletzungen erlegen, die er während der ersten Angriffen des Irans erlitten habe, teilte das für die Region zuständige US-Kommando (Centcom) auf X mit. Konkret soll die Person demnach bei einem Angriff auf US-Soldaten am vergangenen Sonntag in Saudi-Arabien schwer verletzt worden seien.

19:13 Uhr – Erstmals Tote in Saudi-Arabien

Erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs ist es in Saudi-Arabien infolge eines mutmaßlich iranischen Angriffs zu Todesfällen gekommen. Zwei Menschen seien beim Einschlag eines Geschosses in ein Wohngebäude im Gouvernement al-Chardsch südöstlich der Hauptstadt Riad getötet worden, sagte ein Sprecher des saudischen Zivilschutzes laut einer Regierungsmitteilung. Bei den Opfern soll es sich demnach um einen indischen und einen bangladeschischen Staatsbürger gehandelt haben.

19:09 Uhr – Trump: Wir haben die gesamte Marine des Irans versenkt

Das US-Militär hat nach Angaben von Präsident Donald Trump die Marine des Irans zerstört. Man habe 44 ihrer Schiffe versenkt – „ihre gesamte Marine“, sagte Trump dem Sender ABC News nach dessen Angaben. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben nicht. Die gesamte iranische Marine außer Gefecht zu setzen, ist eines der erklärten Ziele des US-Militärs im Krieg gegen den Iran.

17:19 Uhr – EU-Spitzen sprechen mit Staats- und Regierungschefs der Kriegsregion

Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs sprechen EU-Ratspräsident António Costa und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag per Videokonferenz mit Staats- und Regierungschefs aus dem Nahen Osten und der Golfregion. Bei dem Austausch soll es unter anderem um die weitere Unterstützung der EU und ihrer Mitgliedstaaten für die Länder in der Region gehen, erklärte eine Sprecherin Costas. Bei dem Gespräch soll zudem über „Wege zur Beendigung“ des Iran-Kriegs gesprochen werden.

16:48 Uhr – Atomanlage in Isfahan bei Angriff beschädigt

Eine Bestrahlungsanlage in Isfahan ist iranischen Angaben zufolge bei israelisch-amerikanischen Angriffen beschädigt worden. Es sei jedoch keine radioaktive Strahlung ausgetreten, meldet ​die halbstaatliche Nachrichtenagentur Isna unter Berufung auf das Zentrum für nukleare Sicherheit.

dpa/AFP/AP/Reuters/ll/sebe/jmr/krott/rct/jra/doli

Source: welt.de