Wahl in Baden-Württemberg: Cem Özdemirs Grüne liegen laut Hochrechnung für Landtagswahl vorn



Katharina James
Katharina James

SPD-Spitzenkandidat Stoch will sich als Landes- und Fraktionschef zurückziehen

Nach dem Absturz der SPD hat Spitzenkandidat Andreas Stoch seinen Rückzug als Landes- und Fraktionschef angekündigt. Das sagte SPD-Generalsekretär Sascha Binder der Nachrichtenagentur dpa. Ersten Zahlen zufolge liegt die SPD bei 5,5 Prozent der Stimmen, das wäre halb so viel wie bei der Landtagswahl 2021.

Leon Ginzel
Leon Ginzel

AfD-Spitzenkandidat Frohnmaier ist stolz auf Ergebnis

Die AfD dürfte am Ende des Abends drittstärkste Kraft in Baden-Württemberg werden. Spitzenkandidat Markus Frohnmaier spricht in der ARD von einer „Verdoppelung“ zum letzten Landtagswahlergebnis. Er sei „stolz“, das sei „stark“, sagte Frohnmaier.

Man habe einen Wahlkampf erlebt, der am Ende zwischen den Grünen und der CDU stattgefunden habe. „Darunter haben alle anderen Parteien gelitten“, sagte Frohnmaier. Die AfD sei nun „die relevante Oppositionskraft“ in dem Bundesland.

Katrin Scheib
Katrin Scheib

FDP-Kandidat Rülke will Konsequenzen ziehen

Im künftigen Landtag ist die FDP aller Voraussicht nach nicht mehr vertreten. Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke kündigte Konsequenzen an: Er werde „Verantwortung übernehmen“, sagte er im ZDF.

Katrin Scheib
Katrin Scheib

Grüne feiern Özdemir bei Wahlparty

Unter Applaus und Jubel hat sich Grünenspitzenkandidat Cem Özdemir zum voraussichtlichen Wahlausgang geäußert. „Was für ein Wahlkampf“, rief er seinen Anhängern bei der Wahlparty zu und scherzte: „Ich hab die Zahlen auch gesehen.“

Zwar liege noch kein endgültiges Ergebnis vor, doch auch die vorläufigen Zahlen seien bereits Grund zur Freude. Bestätigen sich die derzeitigen Ergebnisse, dann dürfte Özdemir der nächste Ministerpräsident von Baden-Württemberg werden. Den Wählerinnen und Wählern versprach er, das Landeswohl über das Parteiinteresse zu stellen. Der CDU signalisierte er Interesse daran, die bisherige Zusammenarbeit fortzusetzen, diesmal aber unter Führung der Grünen.

Leon Ginzel
Leon Ginzel

Erste ARD-Hochrechnung sieht Grüne weiter vorn

In der ARD sieht die erste Hochrechnung von Infratest dimap so aus (Stand 18.24 Uhr):

Grüne: 31,8 Prozent
CDU: 29,3 Prozent
AfD: 17,6 Prozent
SPD: 5,5 Prozent
FDP: 4,5 Prozent
Linke: 4,5 Prozent

Damit liegen die Grünen weiterhin vorn und könnten das Amt des Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg verteidigen. Die SPD muss zittern, die FDP könnte erstmals in Baden-Württemberg nicht in den Landtag einziehen.

Marla Noss
Marla Noss

Hochrechnung des ZDF sieht Grüne an der Spitze 

Nach der ersten Hochrechnung des ZDF liegen die Grünen vorn (Stand 18.23 Uhr): 

Grüne: 31,7 Prozent
CDU: 30,3 Prozent
AfD: 17,9
SPD: 5,4 Prozent
FDP: 4,5 Prozent
Linke: 4,5 Prozent

Katrin Scheib
Katrin Scheib

Weidel sieht Wählerwillen ignoriert

Die AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel sieht ihre Partei als Wahlsieger. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte ​sie in der ARD. Es laufe auf eine ⁠Verdopplung des vorherigen Wahlergebnisses hinaus. ​Die Wähler würden konstant für eine Mitte-rechts-Regierung stimmen, sagte Weidel weiter. Das werde jedoch ignoriert. „Wir werden Oppositionsarbeit machen“, kündigte sie an.

Leon Ginzel
Leon Ginzel

Betretene Gesichter bei der SPD

Laut der 18-Uhr-Prognose steht die SPD nur bei 5,5 Prozent und muss um den Einzug in den Landtag zittern. Der Generalsekretär der Sozialdemokraten, Tim Klüssendorf, sagte in der ARD: „Das ist natürlich ein sehr bitteres Ergebnis für uns, das ist gar keine Frage. Wir haben die Dynamik gespürt am Ende und sind im Zweikampf zwischen Hagel und Özdemir unter die Räder gekommen.“ Eine Verantwortung der Bundes-SPD für das schlechte Ergebnis sah Klüssendorf nicht.

Marla Noss
Marla Noss

Hagel dankt allen Helfern und seiner Familie 

CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel hat die Verantwortung für das Ergebnis seiner Partei übernommen. Bei seiner Ansprache dankte er allen, die ihn bei dem Wahlkampf unterstützt haben. Zudem bedankte er sich bei seiner Familie und seiner Frau: Die vergangenen Wochen seien „eine enorme Belastung“ gewesen.
Manuel Hagel wollte gern für die CDU Ministerpräsident werden
Manuel Hagel wollte gern für die CDU Ministerpräsident werden. Sean Gallup/Getty Images

Leon Ginzel
Leon Ginzel

CDU-Generalsekretär Linnemann gibt die Hoffnung noch nicht auf

Nach der ersten Prognose liegt die CDU mit Spitzenkandidat Manuel Hagel hinter den Grünen. Aber Generalsekretär ⁠Carsten Linnemann ​gibt die Hoffnung für seine Partei noch nicht ​auf. Der Abend bleibe spannend, sagte er in der ARD. Man warte auf die erste Hochrechnung. „Natürlich hoffen wir noch“, sagte Linnemann.

Die Partei habe eine gute Schlussoffensive hingelegt, sagte Linnemann weiter. Die Frage, ob möglicher Gegenwind aus dem Bund von der dortigen CDU-geführten Regierung für den Rückstand verantwortlich sei, verneinte er.

Marla Noss
Marla Noss

Spahn empfiehlt Geduld 

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Spahn hat nach der Verkündung der ersten Prognosen zu Geduld gemahnt. „Jetzt warten wir erst mal ab,“ sagte er im ZDF. Zu diesem Zeitpunkt sei noch kein endgültiges Ergebnis abzusehen, die Zahlen könnten sich noch ändern. Er sprach weiterhin von einem Kopf-an-Kopf-Rennen
Jens Spahn nimmt an der Wahlparty der CDU in Stuttgart teil.
Jens Spahn nimmt an der Wahlparty der CDU in Stuttgart teil. Thomas Kienzle/AFP/Getty Images

Leon Ginzel
Leon Ginzel
Jubel bei der Grünen-Wahlparty nach der Prognose um 18 Uhr
Jubel bei der Grünen-Wahlparty nach der Prognose um 18 Uhr. Wolfgang Rattay/Reuters

Großer Jubel bei den Grünen

Auf der Wahlparty bei den Grünen ist die Stimmung nach der Prognose natürlich sehr gut. Co-Parteichefin Franziska Brantner sagte auf der Bühne: „Was für ein gutes Signal aus Baden-Württemberg an die Republik. Dass die Bürgerinnen und Bürger sich für Zuversicht und Mut entschieden haben und nicht für den Weg zurück in die Vergangenheit.“

Sie lobte den Spitzenkandidaten Cem Özdemir. „Er hat aufgebaut auf 15 Jahren erfolgreiche Politik von Winfried Kretschmann. Jetzt geht ein neues Kapitel in Baden-Württemberg los. Das ist ein großer Erfolg für Cem Özdemir und für die Grünen„.

Der Co-Vorsitzende Felix Banaszak sagte, das Ergebnis bringe der Partei Rückenwind. „Mit den ​Grünen ist zu rechnen in diesem Land.“ Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Ricarda Lang sprach von ​einem „historischen Ergebnis“. „Ich bin total überwältigt“, sagte sie in der ARD.

Katrin Scheib
Katrin Scheib

Chrupalla sieht AfD als „Gewinner des Abends“

AfD-Co-Chef Tino Chrupalla hat die sich abzeichnenden guten Ergebnisse seiner Partei als „Riesenerfolg“ bezeichnet. Er würdigte den Einsatz von Spitzenkandidat Markus Frohnmaier. „Wir sind jetzt auch in Baden-Württemberg Volkspartei„, sagte Chrupalla weiter.

Leon Ginzel
Leon Ginzel

Die 18-Uhr-Prognose für die Landtagswahl in Baden-Württemberg

Die ersten Zahlen zum Wahlausgang liegen vor. Die 18-Uhr-Prognose für die ARD von Infratest dimap sieht folgendermaßen aus:

Grüne: 32,0 (-0,6)
CDU: 29,0 (+4,9)
AfD: 17,5 (+7,8)
SPD: 5,5 (-5,5)
Linke: 4,5 (+0,9)
FDP: 4,5 (-6,0)

Damit liegen die Grünen mit ihrem Spitzenkandidaten Cem Özdemir laut der Prognose vorn und würden die Wahl nach einer Aufholjagd gewinnen. CDU-Kandidat Manuel Hagel hingegen konnte seinen Vorsprung aus den Umfragen nicht halten. Stand jetzt sind Linke und FDP nicht im Landtag.

Max Hägler
Max Hägler

Prognosen in der Opernpause

Die Meistersinger von Nürnberg sind das Konkurrenzprogramm zur Wahlbeobachtung: Zum Glück hat die Oper – direkt neben dem Landtag – die Pause so gelegt, dass alle aufs Handy schauen können. Günter-Martin Karst und seine Gattin Stefanie erwarten, was sie alle hier erwarten: Schwarz-Grün oder Grün-Schwarz.

Ob es eine Wirtschaftswahl ist angesichts der Krise? „Ja, aber es ist schon so, dass zu viel auf die Politik abgeschoben worden ist“, sagt Musiker Karst. Die Manager hätten doch auch Fehler gemacht, die E-Mobilität verschlafen und zu lange auf das Alte gesetzt.

Ein paar Gläser weiter steht Helge Roske, sagt, was auch viele hier sagen: „Wir sind die Baden-Württemberger Mitte, irgendwo zwischen Grün und Schwarz.“ Was das Entscheidende sei? Dass die AfD nicht zu viele Stimmen bekomme. 

Günter-Martin Karst und seine Frau Stefanie
Günter-Martin Karst und seine Frau Stefanie