Landtagswahl: Cem Özdemirs Grüne liegen laut Prognose in Baden-Württemberg vorn
Die 18-Uhr-Prognose für die Landtagswahl in Baden-Württemberg
Grüne: 32,0 (-0,6)
CDU: 29,0 (+4,9)
AfD: 17,5 (+7,8)
SPD: 5,5 (-5,5)
Linke: 4,5 (+0,9)
FDP: 4,5 (-6,0)
Damit liegen die Grünen mit ihrem Spitzenkandidaten Cem Özdemir laut der Prognose vorne und würden die Wahl nach einer Aufholjagd gewinnen. CDU-Kandidat Manuel Hagel hingegen konnte seinen Vorsprung aus den Umfragen nicht halten. Stand jetzt sind Linke und FDP nicht im Landtag.
Prognosen in der Opernpause
Ob es eine Wirtschaftswahl ist angesichts der Krise? „Ja, aber es ist schon so, dass zu viel auf die Politik abgeschoben worden ist“, sagt Musiker Karst. Die Manager hätten doch auch Fehler gemacht, die E-Mobilität verschlafen und zu lange auf das Alte gesetzt.
Ein paar Gläser weiter steht Helge Roske, sagt, was auch viele hier sagen: „Wir sind die Baden-Württemberger Mitte, irgendwo zwischen Grün und Schwarz.“ Was das Entscheidende sei? Dass die AfD nicht zu viele Stimmen bekomme.
Zwei Locations, zwei Wahlpartys
Hier bei der CDU ist die Stimmung angespannt. Niemand weiß, wie viel Klarheit die erste Prognose um 18 Uhr schon bringen kann.
Der Wahlabend in Live-Grafiken
Verfolgen Sie hier Auszählung und Ergebnisse in allen Wahlkreisen:
Markus Frohnmaier – Rechtsaußen mit Russlandaffinität
Frohnmaier gilt auch innerhalb der AfD als weit rechts stehend, ihm wird Nähe zu Björn Höcke und Parteichefin Alice Weidel nachgesagt. Der Verfassungsschutz warf ihm 2018 Verbindungen zu rechtsextremistischen Verlagen und Publizisten und zu der rechtsradikalen German Defence League (GDL) vor. 2019 kam die Behörde zu dem Schluss, Frohnmaier legitimiere „Angriffe auf das staatliche Gewaltmonopol“. Auch habe er Kontakte zur rechtsextremen Identitären Bewegung.
Als MdB ist Frohnmaier stellvertretender Vorsitzender und außenpolitischer Sprecher seiner Fraktion, zudem Mitglied im Auswärtigen Ausschuss. In der Vergangenheit fiel der gebürtige Rumäne durch Besuche in Russland sowie Kontakte zu russischen Regierungsvertretern auf. Von deutschen Medien enthüllte angebliche Dokumente aus russischen Regierungskreisen, die ihn als von Russland gesteuert erschienen ließen, wies Frohnmaier als Hetzkampagne zurück.
Im Wahlkampf in Baden-Württemberg befürwortete Frohnmaier unter anderem eine restriktive Migrationspolitik und wandte sich gegen jedwede Klimaschutzpolitik.
Manuel Hagel – jung, konservativ und ehrgeizig
Hagel gilt als konservativ und werteorientiert. Ende Januar stellte er zusammen mit den Ministerpräsidenten von Bayern und Hessen, Markus Söder (CSU) und Boris Rhein (CDU), die „Drei-Löwen-Allianz“ vor, deren zentrale Forderungen eine Reform des Länderfinanzausgleichs sowie mehr Eigenständigkeit der Bundesländer sind.
Hagel wird ein gutes Verhältnis zu dem scheidenden grünen Ministerpräsidenten nachgesagt. „Ich verspreche eines für unsere CDU: Das politische Erbe von Winfried Kretschmann wird bei uns in guten Händen sein“, sagte er im Wahlkampf. Ein weiteres Versprechen ist die Abgrenzung von der AfD. Mehrfach schloss Hagel eine Koalition oder Zusammenarbeit mit der Partei aus.
Cem Özdemir, der grüne Publikumsliebling
Ebenso wie der scheidende Ministerpräsident Winfried Kretschmann gehört Özdemir dem sogenannten Realoflügel seiner Partei an. Im Wahlkampf hat er sich mehrfach von den Bundesgrünen abgesetzt, insbesondere bei den Themen Migration, Sicherheit, Wirtschaft und Klimaschutz.
Er befürwortet, Asylverfahren in sichere Drittstaaten auszulagern, was in seiner Partei umstritten ist. Insgesamt befürwortet Özdemir eine stärkere Begrenzung irregulärer Zuwanderung sowie eine strengere Trennung zwischen Arbeits- und Asylmigration.
Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Kandidaten
Lesen Sie hier mehr zu den Positionen der einzelnen Kandidierenden:
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Den ganzen Text lesen Sie hier:
So ist die politische Ausgangslage in Baden-Württemberg
- Grüne: 58 Sitze
- CDU: 42 Sitze
- SPD: 19 Sitze
- FDP: 18 Sitze
- AfD: 17 Sitze
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SPD-Spitzenkandidat hofft auf ein zweistelliges Ergebnis
Kurz vor dem Wahltag fing er sich einen Shitstorm ein, weil er nach dem Besuch eines Tafelladens in Baden-Baden seinen Fahrer gebeten hatte, für ihn im benachbarten Frankreich Entenpastete einzukaufen. Stoch widersprach dem Vorwurf, er sei ein abgehobener Politiker: „Das ist eine Hausmacher-Leberwurst, die 1,80 Euro pro 100 Gramm kostet“, sagte er.




