Iran-Krieg: Israel greift Öllager in Teheran an
Israelische Streitkräfte haben in der Nacht ein Öllager in Teheran angegriffen. Der Libanon meldet einen Angriff auf ein Luxushotel. Unterdessen setzt der Iran seine Angriffe auf Israel und die Golfregion fort.
Rund eine Woche nach Kriegsbeginn hat Israel in der Nacht erstmals ein Öllager in Irans Hauptstadt Teheran bombardiert. In sozialen Medien kursierten Aufnahmen, die einen massiven Feuerball und aufsteigende, dunkle Rauchschwaden zeigten.
Israels Armee erklärte, Irans Streitkräfte nutzten die Tanks für ihre militärische Infrastruktur. Nach Angaben des iranischen Staatssenders IRIB bestätigten die Revolutionsgarden die Bombardierung einer Ölraffinerie im Süden Teherans.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben der Konfliktparteien oder von Beobachtern zum Kriegsgeschehen können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
Libanon meldet Angriff auf Luxushotel
Israels Armee führte in der Nacht zudem nach eigenen Angaben in Libanons Hauptstadt Beirut einen Angriff auf Kommandeure der Al-Kuds-Brigaden der Islamischen Revolutionsgarde durch. Die Streitkräfte machten keine Angaben zum genauen Ort des Angriffs.
Nach libanesischen Angaben wiederum griff Israels Militär gezielt ein Zimmer eines Luxushotels im Zentrum von Beirut an. Nach vorläufigen Informationen des Gesundheitsministeriums wurden dabei mindestens vier Menschen getötet und acht Personen verletzt. Sicherheitskreisen zufolge war eines der Todesopfer ein iranischer Staatsbürger.
Neue Angriffe in der Golfregion
Der Iran wiederum feuerte erneut Raketen auf Israel und setze seine Angriffe gegen arabische Staaten, in denen es US-Militärstützpunkte gibt, fort. Die Flugabwehr in Kuwait fing drei in den Luftraum eingedrungene ballistische Raketen ab und zerstörte sie, wie die Armee auf X mitteilte.
Kurz zuvor waren laut Verteidigungsministerium bereits Treibstofftanks des internationalen Flughafens von Kuwait Ziel von Drohnenangriffen geworden. Die Armee erklärte, zivile Einrichtungen seien durch Trümmerteile infolge des Luftabwehreinsatzes beschädigt worden.
Auch das Verteidigungsministerium von Saudi-Arabien meldete in der Nacht, dass im Osten der Hauptstadt Riad sechs Drohnen abgefangen und zerstört worden seien. Irans Präsident Massud Peseschkian nannte zuvor als Bedingung für eine Einstellung der Luftangriffe auf die Nachbarländer, dass von dort keine Attacken auf sein Land erfolgten.
Trump gegen Einsatz kurdischer Kämpfer
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte unterdessen, der Krieg werde „mit voller Kraft“ fortgesetzt. US-Präsident Donald Trump sagte zur Länge der Kampfhandlungen: „Was auch immer nötig ist“. Nach Spekulationen über eine mögliche Einbindung kurdischer Kämpfer in den Iran-Krieg erteilte Trump diesem Szenario aber eine Absage.
Einige seien zwar bereit dazu, aber er habe ihnen gesagt, dass er das nicht wolle, sagte Trump vor Journalisten. Die USA hätten eine gute Beziehung zu den Kurden, „aber wir wollen den Krieg nicht komplizierter machen, als er ohnehin schon ist.“
Am Morgen begann die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben eine weitere Angriffswelle im Iran. Die Bundesregierung brachte unterdessen das Personal der deutschen Botschaft in Teheran in Sicherheit. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, das Personal sei aufgrund der Bedrohungslage temporär verlegt worden. Die Erreichbarkeit der Botschaft sei aber gewährleistet.
Source: tagesschau.de