Kommunal- und Landtagswahlen im Süden: Wahlen in Baden-Württemberg und Bayern

Im Süden Deutschlands sind an diesem Sonntag mehr als 17 Millionen Wählerinnen und Wähler aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. In Baden-Württemberg wird ein neuer Landtag gewählt. Es ist die erste von insgesamt fünf Landtagswahlen, die in diesem Jahr in Deutschland stattfinden. In Bayern wird außerdem auf kommunaler Ebene über Stadt- und Gemeinderäte sowie Bürgermeister und Oberbürgermeisterinnen abgestimmt.

Der 77-jährige Grüne Winfried Kretschmann tritt nach 15 Jahren nicht mehr als Ministerpräsident in Baden-Württemberg an. Seit 2016 regierte er mit der CDU, zuvor fünf Jahre mit der SPD. Um seine Nachfolge bewerben sich der frühere Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) und Manuel Hagel von der CDU. Jüngsten Umfragen zufolge liegen die beiden Parteien gleichauf.

Es gilt als wahrscheinlich, dass Grüne und CDU nach der Wahl erneut eine Koalition bilden. Starke Zuwächse werden für die AfD erwartet, während der SPD laut Umfragen ein historisch schlechtes Ergebnis droht. Ob es FDP und Linke in den Landtag schaffen, ist unsicher.

CSU in Bayern weiter vorn, aber dürfte AfD zulegen

In Bayern wählen die Menschen neue Stadt- und Gemeinderäte, Bürgermeister und Oberbürgermeisterinnen, Kreistage und Landräte. Nach Angaben des bayerischen Innenministeriums werden dabei insgesamt 39.500 Mandate vergeben. Das landesweite Ergebnis soll erst am Mittwoch feststehen. Dafür müssen die Stadtratswahlen in den kreisfreien Städten und die Kreistagswahlen in den Landkreisen zusammengezählt werden. Wenn kein Kandidat bei der (Ober-)Bürgermeisterwahl oder bei der Landratswahl eine absolute Mehrheit erhält, findet zwei Wochen später, am 22. März, eine Stichwahl statt.

Interessant dürfte es zum Beispiel in München werden: Dort tritt der langjährige SPD-Oberbürgermeister Dieter Reiter erneut an. Er wird von dem Grünenpolitiker und Zweiten Bürgermeister Dominik Krause sowie Clemens Baumgärtner von der CSU herausgefordert. Reiter war zuletzt wegen nicht vom Stadtrat genehmigter Zahlungen für ein Ehrenamt beim FC Bayern München in die Kritik geraten.

Dass die AfD an Zustimmung gewinnt und mehr Mandate in den Gemeinde- und Stadträten an Vertreter der Partei gehen, gilt als wahrscheinlich – allein schon deshalb, weil sie nun flächendeckend mit Listen antritt. Mit AfD-Bürgermeistern wird hingegen nicht gerechnet. Die CSU selbst geht davon aus, dass sie die AfD nur in einer Stichwahl für einen Landratsposten trifft: in Dingolfing-Landau.