US-Präsident Trump droht Iran „in die Hölle geprügelt“ zu werden

Donald Trump

Stand: 07.03.2026 • 17:57 Uhr

US-Präsident Trump droht Iran in martialischer Sprache: Das Land werde „in die Hölle geprügelt“. Gleichzeitig gerät Irans Präsident unter Druck, weil seine Entschuldigung innenpolitisch als Schwäche kritisiert wird.

US-Präsident Donald Trump hat seine Drohungen in Richtung Iran verschärft und erneut eine Ausweitung der Angriffe auf das Land angekündigt. Der Republikaner schrieb auf seiner Plattform Truth Social, dass bislang nicht ins Visier genommene Gegenden für eine „komplette Zerstörung und sicheren Tod“ in Betracht gezogen würden. Iran werde „in die Hölle geprügelt“, so Trump. Bereits am Tag zuvor hatte der US-Präsident die „bedingungslose Kapitulation“ der Führung in Teheran gefordert.

Die US-Regierung liefert seit Kriegsbeginn vor einer Woche wechselnde Begründungen für die Angriffe. So war zunächst, auch von Seiten der israelischen Regierung, die Rede von einem vorsorglichen Schlag, da Iran kurz vor dem Bau einer Atombombe stehe. Konkrete Beweise für die Behauptung legten die Regierungen nicht vor.

Weiterhin sollte dem iranischen Volk laut Trump die Möglichkeit gegeben werden, die autokratische Führung zu stürzen. Auch die Angaben, wie lange die Angriffe auf Iran andauern werden, variieren.

Peseschkian hält Rede

Trump begründete seine erneute Drohung mit dem „schlechten Verhalten“ Irans. Hintergrund seiner Aussagen ist eine Rede des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian, der am Morgen Bedingungen für ein Ende der eigenen Luftangriffe auf Nachbarländer gestellt hatte.

Demnach werde Iran keine Raketen abfeuern und Nachbarländer angreifen, sofern von deren Territorium keine Attacken auf Iran erfolgten. Das würde bedeuten, dass von US-Stützpunkten in der Region keine Angriffe mehr auf Iran erfolgen dürften.

Zugleich entschuldigte er sich für die Angriffe auf Nachbarländer. „Diese Vorfälle waren das Ergebnis der chaotischen Situation nach dem Tod mehrerer hochrangiger Kommandeure, als die Streitkräfte führungslos waren und eigenständig handeln mussten“, sagte er.

Am Samstagnachmittag stellte Peseschkian auf X klar: „Irans Verteidigungsoperationen richten sich ausschließlich gegen Ziele und Einrichtungen, die Ursprung und Quelle aggressiver Aktionen gegen die iranische Nation sind, und wir betrachten sie als unsere legitimen Ziele.“ Die Angriffe hätten nicht den „befreundeten Nachbarländern“ gegolten. Bislang wurden aber auch mehrere zivile Flughäfen in der Region Ziele von Angriffen.

Peseschkian gehört zum aktuellen Trio, das Iran so lange führen soll, bis ein Nachfolger des bei Angriffen getöteten obersten Führers Ali Chamenei gefunden ist.

Die US-Streitkräfte verfügen über zahlreiche Stützpunkte in Nachbarländern Irans.

Trump bezeichnet Iran als „Verlierer der Region“

Trump schrieb, die Entschuldigung sei nur wegen der „unerbittlichen Angriffe“ der USA und Israels erfolgt. Eigentlich habe der Iran die ganze Region übernehmen wollen, schrieb der US-Präsident, ohne dafür konkrete Beweise oder eine nähere Begründung vorzulegen.

Jetzt aber sei das Land der „Verlierer“ der Region und werde es für viele Jahrzehnte sein, „bis sie sich ergeben, oder, noch wahrscheinlicher, komplett zusammenbrechen“.

Kritik aus islamistischen Reihen

Innenpolitisch löste Peseschkian mit seiner Rede Kritik aus: Hardliner werfen ihm vor, Schwäche zu zeigen, den nationalen Stolz zu verletzen und dem Land zu schaden. Der Abgeordnete Dschalah Raschidi-Kutschi schrieb auf der Plattform X: „Mit allem Respekt, Herr Präsident, eine Entschuldigung wird ausgesprochen, wenn ein Fehler gemacht wurde (…) Aber wir haben keinen Fehler gemacht.“ Peseschkians Botschaft habe keinerlei Zeichen von Autorität gehabt und sei nur schwach gewesen.

Ein weiterer, den Hardlinern zugerechneter Parlamentarier, Mohammad Manan-Raisi, schrieb auf X: „Ihre befremdliche Entschuldigung bei den Nachbarländern hat allgemeines Bedauern ausgelöst (…) Die Angriffe unserer Streitkräfte geben keinerlei Anlass für eine derart erniedrigende Entschuldigung Ihrerseits.“ Er forderte den Präsidenten Irans auf, sich beim Volk für „diese erniedrigende Haltung“ zu entschuldigen.

Das den islamistischen Medien zugerechnete Nachrichtenportal Raja News schrieb: „Die jüngste Fernsehansprache des Präsidenten zeigt, dass der Beraterkreis der Regierung immer noch eine Bettel-Diplomatie führt.“ Eine Rede, die eigentlich ein Symbol des nationalen Widerstands hätte sein sollen, sei zu einer Aussendung von Schwächesignalen geworden.

Weiter Angriffe auf Golfstaaten

Nur wenige Stunden nach Ausstrahlung der Rede Peseschkians meldeten mehrere Golfstaaten, sie hätten erneut Raketen und Drohnen abgewehrt. Dabei standen unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar unter Beschuss. Katars Verteidigungsministerium teilte mit, die Flugabwehr habe eine Rakete abgefangen. Gestern hatte Katar Angriffe mit zehn iranischen Drohnen gemeldet. In Katar liegt der wichtige US-Militärstützpunkt al-Udaid.

Das emiratische Verteidigungsministerium erklärte am Morgen, man reagiere auf Beschuss mit iranischen Drohnen und Raketen. Die Emirate sind von den Golfländern am stärksten unter Beschuss und fingen nach eigenen Angaben bisher rund 200 Raketen, 1.100 Drohnen und mehrere Marschflugkörper ab. Auch am Nachmittag wurde gemeldet, die Flugabwehr sei aktiv.

Irans Marineeinheiten teilten der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge mit, diese hätten mit Drohnen US-Stützpunkte in Abu Dhabi und in Kuwait angegriffen. Die Islamische Revolutionsgarde sprach von einem Angriff auf eine US-Basis in den Emiraten bei dem unter anderem ein Kommunikationszentrum und Radarsysteme getroffen worden seien. Auch Saudi-Arabien meldete, Drohnen und Raketen abgefangen zu haben.

Angesichts der andauernden Angriffe auf die Golfregion plant die Arabische Liga für Sonntagmittag eine Dringlichkeitssitzung der Außenminister.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben der Konfliktparteien oder von Beobachtern zum Kriegsgeschehen können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Source: tagesschau.de