Streit in dieser Eigentümergemeinschaft : Worhoch streitet Ihre Wohnungseigentümergemeinschaft?
Es beginnt mit Kleinigkeiten. Mit einer Zigarette auf dem Balkon, deren Rauch die Nachbarn stört. Oder mit einem Rollkoffer, der nachts über den Flur rumpelt, weil Gäste in die als Ferienwohnung inserierte Wohnung des Nachbarn einchecken. Und dann kommen die größeren Fragen: Muss es die neue Wärmepumpe sein? Soll die Eigentümergesellschaft die Kosten für den neuen Rasen im Hof tragen, wenn den doch die Nachbarskinder mit ihrem Fußball demolieren? Und
meistens fällt irgendwann der Satz, der alle in der
Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) nervt: „Kann doch nicht sein, dass wir das dann alle
bezahlen!“
Wer Mitglied einer WEG ist, ob selbst genutztes Wohneigentum oder Kapitalanlage, hat nicht nur eine Immobilie erworben, sondern ist auch Teil einer Gemeinschaft mit eigenen Gesetzen geworden. Es gibt Mehrheiten, Minderheiten, Koalitionen und meistens auch eine Partei in Daueropposition. Es gibt die einen, die jede Veränderung blockieren, weil sie sich übergangen fühlen. Es gibt die anderen, die jedes Problem mit einem Beschluss erschlagen wollen. Und es gibt Sitzungen, in denen man nur über die Reparatur einer Tür sprechen wollte – aber zwei Stunden später grüßen sich die Nachbarn nicht mehr und drohen sich mit Anwälten. Und dann gibt es noch die Phantom-WEG-Mitglieder, die zu diesen Sitzungen nie kommen, weil ihnen das viel zu anstrengend ist.
Die Konflikte von Wohnungseigentümergemeinschaften sind aber nicht nur private Dramen, sie haben auch eine ökonomische Dimension. Immerhin gibt es mehr als 9 Millionen Eigentumswohnungen in Deutschland, und nach Angaben der Bundesregierung rund 427.000 Gemeinschaften der Wohnungseigentümer.
Im Durchschnitt umfasst eine solche Gemeinschaft 22 Einheiten – und damit eine Menge Vermögen, das gemeinsam verwaltet werden will. Das birgt Konfliktpotenzial.
Der Bundesgerichtshof hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit solchen Streitfällen beschäftigt. Aber selbst wenn eine Partei der WEG gegen einen Beschluss
klagt und am Ende recht bekommt, kann der Streit eskalieren. So kann es sein, dass die Prozesskosten auch der erfolgreiche
Kläger anteilig mitzahlen muss, weil die Kosten die Gemeinschaft
treffen. Wer sich jahrelang durch Instanzen gekämpft hat, fühlt sich
dann womöglich doppelt bestraft: erst durch den Konflikt, dann durch die
Rechnung. Für eine Gemeinschaft ist das dann der Beginn eines weiteren Konflikts, der die WEG nicht nur finanziell belastet, sondern auch den Hausfrieden zerstört.
Kennen Sie Streitfälle wie diese? Wir möchten wissen, worüber Wohnungseigentümergemeinschaften streiten – über Sanierungen, Energiekosten oder Regeln für das Zusammenleben? Woran sind in Ihrer WEG Konflikte
eskaliert? Konnten Sie diese selbst lösen oder mussten die Parteien vor
Gericht streiten? Oder gab es am Ende nur einen Ausweg: den Verkauf der Immobilie und die Trennung von der WEG?
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