Iran-Krieg: Israel greift Chameneis Bunker in Teheran an

Rauchwolken über Teheran.

Stand: 06.03.2026 • 15:48 Uhr

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge den unterirdischen Militärbunker des getöteten iranischen Staatsoberhaupts Chamenei in Teheran angegriffen und zerstört. Er soll von Irans Führungselite genutzt worden sein.

Israels Militär nimmt weiterhin die iranische Führung ins Visier. Eigenen Angaben zufolge griff die Armee mit 50 Kampfjets den unterirdischen Militärbunker des getöteten Staatsoberhaupts und Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei an. Der unterirdische Komplex befinde sich unter iranischen Regierungsgebäuden im Zentrum der Hauptstadt Teheran, teilte das israelische Militär mit. Er soll sich den Angaben zufolge unterhalb mehrerer Straßen erstreckt und zahlreiche Eingänge gehabt haben.

Der Bunker sei auch nach Chameneis Tod von hochrangigen Vertretern der iranischen Führung genutzt worden. Er habe der Regierung „als Basis für militärische Aktivitäten“ gedient, teilte Israels Armee weiter mit. Der Angriff auf den Komplex schwäche „die Führungs- und Kontrollfähigkeiten des Regimes“ weiter.

Bericht über Explosionen in Teheran

Aus Teheran berichteten Augenzeugen von heftigen Explosionen und Erschütterungen, die in vielen Wohnungen zu spüren gewesen seien. Es gibt bislang keine Angaben zu Opfern. Israels Luftwaffe hatte in den vergangenen Tagen auch wichtige Regierungsgebäude angegriffen, die oberhalb des Bunkers liegen sollen.

Israel will zudem eine neue Angriffswelle gegen Iran begonnen haben. Ziele lägen in der Hauptstadt Teheran und in Isfahan. In Teheran leben rund neun Millionen Menschen, in der gesamten Metropolregion sind es schätzungsweise bis zu 15 Millionen. Isfahan liegt im Zentrum des Landes, in der Stadt leben rund zwei Millionen Menschen.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben der Konfliktparteien oder von Beobachtern zum Kriegsgeschehen können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Iran meldet Angriffe in Golfregion

Unterdessen griff Iran erneut Ziele in der Golfregion an. Die islamische Revolutionsgarde erklärte, sie hätte US-Radarsysteme in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien und Katar zerstört. Die Armee erklärte laut iranischem Staatsfernsehen, US-Militärstützpunkte in Kuwait angegriffen zu haben. Die Angriffe würden in den kommenden Stunden fortgesetzt.

Die Angriffe auf Israel nehmen hingegen offenbar sukzessive ab. Feuerte Teheran am vergangenen Samstag noch 90 Raketen Richtung Israel, so seien es am Sonntag noch 60 und im Verlauf dieser Woche täglich rund 20 gewesen, die in mehreren Salven verschossen wurden, schreibt die Zeitung Times of Israel unter Berufung auf israelische Militärangaben.

Massenflucht im Libanon

Anders ist die Lage im libanesisch-israelischen Grenzgebiet: Die Hisbollah bekannte sich zu dem Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Aus Kreisen der UN-Friedensmission UNIFIL wurde die Zahl der in Richtung Israel abgegebenen Geschosse auf etwa 250 beziffert.

Die Hisbollah hatte zu Beginn der Woche begonnen, als Reaktion auf die Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Chamenei Raketen auf Israel zu schießen. Seitdem greift auch Israel Ziele im Libanon an. Vor allem der Süden des Landes und die Hauptstadt Beirut sind unter Beschuss. Israel rief die Bewohner von südlichen Vororten Beiruts zur Evakuierung auf. Die Folge ist eine Massenflucht.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) stuft die eskalierende Gewalt im Nahen Osten als großen humanitären Notfall ein. Sowohl im Libanon als auch im Iran seien in den ersten Tagen des Konflikts jeweils rund 100.000 Menschen vertrieben worden, teilt UNHCR-Direktor Ayaki Ito in Genf mit. Zudem seien Zehntausende syrische Flüchtlinge aus dem Libanon in ihr Heimatland zurückgekehrt.

Source: tagesschau.de