Nach Beschuss dieser Türkei: North Atlantic Treaty Organization erhoben Bereitschaft zur Abwehr iranischer Raketen

Die NATO hat ihre Abwehrbereitschaft für ballistische Raketen erhöht. Das teilte ein Sprecher des NATO-Oberkommandos für Europa (SHAPE) am Donnerstagabend mit. Die Entscheidung sei vom NATO-Luftkommando getroffen worden, in Absprache mit dem Oberkommandierenden (SACEUR), dem US-General Alexus Grynkewich. Die Bereitschaft solle auf diesem Niveau bleiben, „bis die Gefahr durch die anhaltenden wahllosen Angriffe Irans in der gesamten Region nachlässt“.
Dies sei in einer Sitzung des Nordatlantikrats am Donnerstag unterstützt worden, in der auch der Abschuss einer iranischen Rakete auf die Türkei am Mittwoch erörtert wurde. Die Bündnispartner hätten dem SACEUR für die „sofortige und möglicherweise lebensrettende Reaktion“ gedankt.
Rakete zielte auf türkischen Luftwaffenstützpunkt
Die Allianz wies damit Spekulationen von türkischer Seite zurück, dass die Rakete vom Kurs abgekommen sei und tatsächlich eine britische Basis auf Zypern habe treffen sollen. Wie intern bestätigt wurde, galt der Angriff offenbar dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik im Süden des Landes, der hauptsächlich von den USA genutzt wird.
Ob dieser Angriff von der iranischen Führung angeordnet worden war, ist jedoch ungewiss. Es könnte sich auch um die Entscheidung eines nachgeordneten Kommandeurs gehandelt haben, weil die Befehlsstrukturen durch die amerikanisch-israelischen Luftangriffe eingeschränkt sind.
Offiziell teilte der NATO-Sprecher lediglich mit, dass die Rakete „perfekt“ abgewehrt worden sei: „In weniger als zehn Minuten haben NATO-Soldaten eine Bedrohung für die Bündnispartner, nämlich eine ballistische Rakete, identifiziert, ihre Flugbahn bestätigt, land- und seegestützte Raketenabwehrsysteme alarmiert und einen Abfangjäger gestartet, um die Bedrohung abzuwehren und unser Territorium und unsere Bevölkerung zu schützen.“
Die NATO hat einen Raketenzerstörer im Mittelmeer
Die erhöhte Abwehrbereitschaft bedeutet, wie intern erläutert wurde, dass die Überwachungssysteme noch gezielter auf Gefahren aus Iran ausgerichtet werden und die Truppen ihre Einsatzbereitschaft erhöhen. Die Allianz verfügt über ein Frühwarnradar im zentralanatolischen Kürecik, landgestützte Abfangsysteme in Rumänien und Polen sowie mehrere Aegis-Raketenzerstörer im Mittelmeer.
Es ist derzeit aber nicht geplant, weitere Patriot-Systeme in die Türkei zu verlegen. Dort ist seit 2015 nur noch eine von Spanien betriebene Batterie stationiert, nachdem es 2013 bis 2015 insgesamt sechs Batterien waren. Die Fähigkeiten der Verbündeten sind derzeit stark eingeschränkt, weil sie Systeme an die Ukraine abgegeben haben oder an der östlichen Flanke aufgestellt haben. Allerdings behält sich der SACEUR grundsätzlich vor, die Dislozierung je nach Bedrohungslage anzupassen.
Source: faz.net