Zalando bleibt: Die Lufthansa schafft es nicht in den Dax

Die Lufthansa ist sechs Jahre nach dem pandemiebedingten Abstieg aus dem Dax sehr knapp an der Rückkehr in die erste deutsche Börsenliga gescheitert. Wie die Deutsche Börse am späten Mittwochabend mitteilte, ändert sich die Dax-Zusammensetzung im März nicht. Es ist neben dem September einer der beiden Stichtage im Jahr, in denen es zu einer regulären Überprüfung der Zusammensetzung kommt.
Basis für die Entscheidung ist die Rangliste Stand Ende Februar, also noch knapp vor Beginn des Iran-Kriegs. Dieser Kursrückschlag war also nicht Schuld am knappen Scheitern der Lufthansa. Vielmehr war es der Pilotenstreik, der die entscheidenden Prozente in der Kursentwicklung kostete. Noch in der Rangliste Ende Januar war die Lufthansa bis auf Rang 32 der in Frankfurt notierten Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert geklettert. Rang 33 würde reichen für einen sicheren Dax-Aufstieg nach der Regel „Fast Entry“. Doch mit dem Kursrücksetzer zum ersten Pilotenstreik wurde die Lufthansa von Gea und Beiersdorf in der Rangliste überholt und steht nun auf der Mittwochabend veröffentlichten Rangliste auf Rang 34. Knapp daneben, ist auch vorbei.
Zalando rettet sich knapp
Es hätte einen zweiten Weg in den Dax gegeben, der nur im März und September offen steht. Demnach reicht es zu den 40 wertvollsten Unternehmen auf der Rangliste zu gehören, um in den Dax aufrücken zu können, wenn es ein aktuelles Dax-Mitglied gibt, das in der Rangliste auf Rang 48 oder schlechter zurückgefallen ist. Lange sah es so aus, als ob Zalando der Lufthansa den Gefallen tun könnte. Indexfachleute wie Achim Matzke von Matzke Research sahen den Online-Händler zwischenzeitlich auf Rang 49 zurückfallen. Am Ende berappelte sich Zalando auf Rang 46. Scout24 schaffte Rang 45.
Insgesamt lag die Lufthansa vor sieben aktuellen Dax-Mitgliedern. Doch im Sinne der Index-Kontinuität müssen Aufstiegskandidaten noch etwas mehr auf die Waage bringen als die alten Dax-Hasen, um aufzusteigen. Oder ein Dax-Wert muss sich eben ganz besonders schlecht entwickeln. Beides ist im aktuellen Fall knapp verpasst worden.
Lufthansa erster Nachrücker und mit neuer Chance im Juni
Die Lufthansa steht aber nun an erster Stelle als Nachrücker, falls im Dax durch eine Übernahme oder Regelverstöße ein Dax-Mitglied kurzfristig ausscheidet. Zudem gibt es im Juni die Möglichkeit, über die „Fast Entry“-Regel in den Dax zu kommen. Dazu müsste die Lufthansa Platz 33 zurückerobern. Dies wird nach dem Kursrückschlag mit Beginn des Iran-Krieges und entsprechenden Beeinträchtigungen des Flugverkehrs nicht einfach.
Eine Dax-Mitgliedschaft verschafft nicht nur höhere Aufmerksamkeit für Unternehmen in der Öffentlichkeit, von Analysten und Investoren. Die Dax-Mitglieder profitieren dann auch vom starken Aufschwung der ETFs, die in den Dax investieren. Für den M-Dax hingegen ist das ETF-Volumen sehr gering. Der Lufthansa-Aktienkurs sank im frühen Handel am Donnerstagmorgen um gut ein Prozent, Zalando gewann gut ein Prozent.
Zum 23. März wird es indes Änderungen im M-Dax geben. Mit Teamviewer, Carl Zeiss Meditec und Fielmann gibt es gleich drei Absteiger. Insbesondere die Kurse von Teamviewer und Carl Zeiss Meditech hatten sich in jüngster Zeit extrem schwach entwickelt. Neu in den M-Dax aufgenommen werden Deutz, Salzgitter und Jenoptik. In den S-Dax schafft es die Init innovation in traffic systems SE. PSI Software muss den Index verlassen.
Source: faz.net